Handball-Oberliga Frauen

Yunus Boyraz zurück zum MTV Geismar: „Ich war nie richtig weg“

Schon wieder im Geismar-Dress: Trainer Yunus Boyraz wechselte von der HSG Plesse zurück zum MTV.
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Schon wieder im Geismar-Dress: Trainer Yunus Boyraz wechselte von der HSG Plesse zurück zum MTV.

Eine nicht alltägliche Konstellation bescherten der MTV Geismar und die HSG Plesse-Hardenberg den hiesigen Handballfans in der ansonsten aufgrund der Pandemie eher schlagzeilenarmen Zeit ihres geliebten Sports. Als neuen Coach der Oberliga-Frauen stellte die HSG Lennart Versemann vor, bisher in derselben Liga beim MTV Geismar tätig.

Geismar/Nörten/Bovenden – Seinen Platz dort nimmt sein Vorgänger unter den Burgen, Yunus Boyraz, ein. Ein Trainerkarussell der ganz besonderen Art.

„Ich freue mich für Lennart, dass er sich bei Plesse einer neuen Herausforderung stellen kann. Er hat ganz besondere Fähigkeiten. Das sollte gut zusammenpassen“, kommentiert Boyraz die Regelung seiner Nachfolge beim Burgenteam, die seinen Heimatverein in Geismar zeitgleich natürlich unter Zugzwang setzte. Es musste eine schnelle Lösung her. Der Kontakt war zwar nie abgerissen. Aber eigentlich wollte sich Yunus Boyraz zunächst mehr um private Angelegenheiten kümmern.

„Für mich war klar, wenn ich wieder etwas mache, dann nur in Geismar. Es ist ein schönes Gefühl wieder zurückzukommen“, so der neue Mann auf der MTV-Bank. Dass er von seinem neuen Haus direkt auf die Halle schauen kann, dürfte die Entscheidung erleichtert haben. „Durch die kurzen Wege bin ich zeitlich flexibler.“ Aber auch die sportliche Seite der neuen Aufgabe reizt ihn. „Die Mannschaft des MTV hat viel Potenzial, mit der man etwas bewegen kann.“ Plesse sei ein gestandenes Team gewesen. Das mache das Arbeiten an einigen Stellen leichter, an anderen vielleicht etwas schwerer. Und nicht zuletzt stellt Yunus Boyraz klar: „Ich habe an meine 20 Jahre in Geismar eigentlich nur schöne Erinnerungen und war nie richtig weg.“

Vorstellungen über die Agenda an seiner alten Wirkungsstätte hat der Trainer, Funktionär und Schiedsrichter auch schon. Ganz konkret müsse man auf der Position zwischen den Pfosten tätig werden, allgemein gesprochen werde es einen Umbruch geben. „Mit einem Trainerwechsel sind ja immer auch Erwartungen verbunden. Die Karten werden neu gemischt. Manche Spielerinnen müssen raus aus ihrer Komfortzone, andere bekommen eine neue Chance.“ Möglichst zeitnah möchte er sich mit seinem neuen Team in einem Online-Meeting zusammenschließen. „Die Situation ist aufgrund der Pandemie nicht einfach. Es wäre natürlich schöner, wenn man wüsste, wann es endlich wieder losgeht.“

Was seinen Abschied von der HSG Plesse-Hardenberg angeht, hegt Yunus Boyraz keinen Groll. Er sieht seine Aufgabe, das Team zu stabilisieren, als erfüllt an. Das hätten auch die Ergebnisse gezeigt. „Wir konnten die Spitzenteams ärgern und oben mitspielen. Da ist es auch legitim, wenn die HSG nun einen anderen Weg einschlagen möchte.“

Diesen wird Nadine Merz auch in der kommenden Saison im HSG-Gehäuse mitbeschreiten. Sie habe sich sehr gefreut, dass Lennart Versemann, der sie bereits in Geismar gecoacht hat, das Amt unter den Burgen übernimmt. „Lennart ist sehr zielstrebig, analysiert im Vorfeld die Gegner akribisch und möchte bei einem Verein arbeiten, der ihm eine Perspektive für die 3. Liga bietet. Wir werden sicher versuchen, mit attraktivem Tempohandball oben anzugreifen“, stellt Plesses derzeit einzige Torhüterin fest.

Über ein konkretes Saisonziel habe sie sich zum jetzigen Zeitpunkt mit ihren Mitspielerinnen noch keine Gedanken gemacht. „Wir hatten ja auch einige Abgänge zu verzeichnen und die Liga ist immer noch stark. Da müssen wir abwarten.“ So liegt der Fokus eher auf einem hoffentlich baldigen Re-Start, auch wenn immer noch eine große Unsicherheit über der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes liegt. Trotz fast einjähriger Pause sei aber „der Teamgeist bei den HSG-Frauen immer noch präsent. Wir haben richtig Bock, dass es endlich wieder losgeht und freuen uns darauf, vielleicht bald wenigstens wieder zusammen auf die Tartanbahn zu dürfen“, kann es Nadine Merz kaum abwarten. Gleiches gilt für das torgefährliche Duo am Kreis Yasmin Hemke und Laura Müller.

Devi Hille nach Kreuzbandriss außer Gefecht

Bei ihrer HSG ist, was die Zusammensetzung des Kaders für die neue Spielzeit angeht, noch vieles im Fluss. Devi Hille brach bereits Anfang des Jahres zu einem Au Pair-Aufenthalt in die Schweiz auf, ist dort aber nach einem Kreuzbandriss derzeit außer Gefecht gesetzt. Anna-Maria Bünker steht aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Das kurze Gastspiel von Kathleen Nepolsky ist bereits wieder beendet. Verabschiedet wurde jüngst auch Nele Röhrs, so dass sich die Verantwortlichen der HSG auf die Suche nach einer Gespannpartnerin von Nadine Merz auf der Position zwischen den Pfosten machen müssen. Auf der Habenseite ist zu vermelden, dass mit Julia Herale, Anneke Schütze und Marilena Henne drei Spielerinnen mit Regiequalitäten ihre Zusage für ein weiteres Jahr im HSG-Trikot gegeben haben. (Andreas Schridde)

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