Abstieg vor dem Saisonstart: Immer weniger sportliche Entscheidungen

War in Dorste am Mikrofon gefordert: Spielausschuss-Vorsitzender Klaus Henkel. Foto: mbr

Osterode-Dorste. Der Rückzug von Mannschaften und die Fusionen von bisher eigenständigen Vereinen setzen auch den Fußballkreis Göttingen-Osterode immer mehr unter Druck.

Anpassungen in der Ligenstruktur werden auch in den kommenden Jahren die Arbeit des Spielausschusses des Fußballkreises Göttingen-Osterode bestimmen. Das wurde beim Staffeltag in Dorste deutlich. Und das nicht nur wegen eines Mannschafts-Rückzuges in quasi letzter Sekunde.

Die Zusammensetzung aller Staffeln war längst festgelegt. Doch am Abend vor dem Staffeltag erreichte den Spielausschuss-Vorsitzenden Klaus Henkel noch die Absage des VfB Sattenhausen für die kommende Kreisligasaison (Südstaffel). Henkel hielt mit seinem Unmut darüber nicht hinterm Berg. Denn damit wurde die sportliche Qualität der der kommenden Spielzeit schon im Vorfeld geschmälert: Henkel erläuterte, dass der VfB Sattenhausen formal als erster Absteiger feststehe und es damit nur einen weiteren Absteiger geben werde. In der abgelaufenen Saison hatte es sogar keinen einzigen sportlichen Absteiger aus der Kreisliga gegeben. Als zweite Konsequenz kündigte Henkel eine zusätzliche Aufstiegsrunde zur Kreisliga an, an der die Vizemeister der drei 1. Kreisklassen teilnehmen sollen. Es könne sogar mehr als nur einen zusätzlichen Aufsteiger geben. Und zwar dann, wenn aus der Bezirksliga keine heimische Mannschaft in den Kreis absteige.

Das alles sind Beschlüsse, die aus der Not heraus geboren werden, weshalb auch Kreis-Vorsitzender Hans-Jürgen Lotz betonte: „Die Fusion unserer Fußballkreise war richtig und nötig. Das beweist uns die Reduzierung der Mannschaftszahlen.“ In der Vorsaison waren im Großkreis 154 Herrenmannschaften zum Spielbetrieb gemeldet worden. In der neuen Saison sind es schon vier weniger. Die drei Staffeln der Kreisklasse werden nur noch mit jeweils elf Mannschaften antreten. Der Kreis plant daher auf dieser Ebene eine Reduzierung auf zwei Staffeln. Deshalb wurde die Zahl der Absteiger für die kommende serie pro Staffel auf drei Teams erhöht. In der Saison 2016/17 soll es unterhalb der Kreisliga nur zwei Staffeln mit jeweils 14 Mannschaften geben. Das könnte ein Jahr darauf, wenn die eingleisige Kreisliga 2017 tatsächlich eingeführt werden sollte, wieder auf drei Staffel erweitert werden.

Unterhalb der 1. Kreisklassen soll es bei vier Staffeln der 2. Kreisklassen bleiben. Ob das gut oder schlecht ist, scheint umstritten zu sein. Aus dem Plenum gab es eine Stimme, die die fünfmonatige Winterpause aufgrund der wenigen Mannschaften in jeder Klasse beklagte. Andere Vereine dürften über die relativ wenigen Pflichtspiele glücklich sein, da sie ansonsten Aufstellungsprobleme bekommen würden.

Auch das Thema Kreis-Hallenmeisterschaft wurde angesprochen. Hier will der NFV-Kreis laut Henkel zunächst das Interesse der Verein abwarten und dann entscheiden, ob gespielt wird. Ab Herbst müssen alle offiziellen Verbandsturniere nach Futsal-Regeln ausgetragen werden. Um das zu fördern, forderte ein Delegierter, dass der Kreis auf jeden Fall einen Termin für sein Futsal-Hallenmasters festsetze.

Weitere Themen beim Staffeltag: 

Online-Spielbericht: Ab der kommenden Saison muss im Männer- und Frauenbereich auf Kreisebene jeder Spielbericht mit einem Online-Formular verfasst und übermittelt werden. Davon sind dann auch die 2. und 3. Kreisklassen betroffen. Vereine, die bislang Probleme damit hatten, müssen die technischen Voraussetzungen schaffen. Im Jugendbereich wird es Online-Berichte künftig bis einschließlich der D-Junioren geben. Bei den Mädchen sind alle Klassen online gefordert. Bei Nichterfüllung der Online-Regelung wird es laut Spielausschuss Strafen gemäß der Spielordnung geben.

Neue Regelung für Spielersperren in der Kreisliga: Hier wird die Gelbsperre eingeführt. Ab der kommenden Saison müssen Spieler nach der fünften, zehnten und fünfzehnten Gelben Karte für das nächste Spiel im selben Wettbewerb aussetzen. Einmal gesperrt werden auch jene Akteure, die während eines Spiels die Gelb-Rote-Karte sehen (einmalige Sperre allerdings für alle Wettbewerbe). Die Vereine sollten nach dem Spiel die Gelben Karten für die jeweiligen Spieler noch einmal mit den Schiedsrichtern abstimmen. (mbr)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.