Vereine zweifeln noch

Fußballtraining auf Abstand kommt nicht besonders an

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Noch zurückhaltend: Auch Dransfelds Trainer Christopher Worbs sieht für den Trainingsauftakt noch Klärungsbedarf. 

Nachdem der Niedersächsische Fußball -Verband (NFV) den eingeschränkten Trainingsbetrieb wieder zugelassen hat, hätte man eigentlich eine Welle der Begeisterung bei den heimischen Kickern erwartet. Doch davon kann kaum die Rede sein.

„Wir würden liebend gerne wieder loslegen, zumal bei uns alle Spieler darauf brennen, mal wieder gegen den Ball zu treten, aber wie soll das bitteschön gehen“, fragt sich Alexander Winter, Trainer beim Bezirksligisten SG Werratal. Da sei zum einen die noch ungeklärte Frage, wann die städtischen Fußballplätze (zu denen auch die in Hedemünden, Lippoldshausen, Laubach und Oberode gehören) überhaupt geöffnet werden. „Die Stadt Hann. Münden hat diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen“, berichtet der SG-Vorsitzende Klaus Burhenne von einer entsprechenden Antwort auf eine Nachfrage bei der Verwaltung. „Das Hauptaugenmerk liegt jetzt erst mal völlig zurecht auf der Öffnung der Spielplätze und danach wird man sich dann wohl mit den Sportplätzen beschäftigen“, so Burhenne. Aus seiner Erfahrung als ehemaliger Bürgermeister wisse er, dass es viel leichter sei, „irgendwo ein Schloss vorzuhängen als dieses Schloss dann wieder zu entfernen“. Immerhin müssten alle zuletzt geschlossenen Einrichtungen nach einer derart langen Pause erst mal wieder auf Vordermann gebracht werden.

„Das ist aber längst nicht das einzige Problem“, sagt Alexander Winter. Die Tatsache, dass man nur in Kleingruppen von maximal fünf Personen üben dürfe (auch wenn mehrere Gruppen parallel auf dem Platz sein können), dass man einen Mindestabstand einhalten und somit völlig kontaktlos trainieren müsse und der Umstand, dass der Trainer die volle Verantwortung für die Einhaltung aller Regeln trage, sei nicht gerade förderlich für die Motivation. „Hinzu kommt, dass man ja nach wie vor davon ausgehen muss, dass die Saison abgebrochen wird“, meint Winter. Und angesichts dessen dürfte es sicher einige Spieler geben, die einfach keine Lust haben, unter solchen Bedingungen zu trainieren.

Erwin Schneider, Vorstandsmitglied beim Tuspo Weser Gimte,wollte sich am Donnerstagabend mit Trainer Dzevad Gracic über einen Neustart des Mannschaftstrainings verständigen. Schneider persönlich stören die zahlreichen Auflagen: „Für mich ist dann eigentlich kein vernünftiges Training möglich. Ob das alles korrekt umzusetzen ist, ist für mich fraglich.“ Trotzdem wird auch der Tuspo auf den Platz zurückkehren, sobald die Stadt die Freigabe erteilt.

„Ich warte auf jeden Fall erst mal die nächste Woche ab“, sagt Christopher Worbs, Spielertrainer beim Kreisligisten DSC Dransfeld. Genau wie sein Kollege Alexander Winter wisse auch er noch gar nicht, wann die Plätze in Dransfeld wieder freigegeben werden und was dann dort überhaupt erlaubt ist – und was nicht. „Für die Fußballer im Amateurbereich ist das gerade das gesellige Zusammensein beim Training und vor allem danach ein wichtiger Beweggrund, überhaupt zum Training zu kommen“, sagt Worbs. Wenn das nun komplett wegfalle, weil man unmittelbar nach Beendigung der Einheit wieder nach Hause fahren muss und weder duschen noch gemütlich zusammen ein Bierchen trinke darf, erwarte er eine „extrem geringe“ Trainingsbeteiligung. „In meinen Augen wäre das jetzt nichts anderes als Beschäftigungstherapie, da wegen des fehlenden Wettbewerbs jegliche Motivation bei den Spielern fehlen dürfte“, sagt Worbs. 

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