Erstes Profi-Tor war der Höhepunkt

Mündener Eishockeyspieler Lasse Bödefeld zieht Bilanz nach seinen Spielen bei den Kassel Huskies

 Lasse Bödefeld (rechts) mit Oliver Granz.
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Ein Mündener im Huskies-Trikot: Lasse Bödefeld (rechts) mit Oliver Granz.

Hann. Münden – Trotz verpasstem Aufstieg in die DEL dürfte dem Kasseler Eigengewächs Lasse Bödefeld, der aus Hann. Münden stammt, die gerade beendete Eishockeysaison unvergesslich bleiben.

Herr Bödefeld, wie würden Sie die Saison für sich beschreiben?
Es war die ereignisreichste Saison, die ich bisher erlebt habe. Erst in der Oberliga gespielt, dann erstmals Teil eines Playoff-Teams gewesen, das erste Tor in der zweiten Liga – es ist viel passiert.

Die Huskies wurden nach der Hauptrunde Meister der DEL2 und lieferten bis dahin eine grandiose Serie. Sie persönlich spielten für Herford in der Oberliga und konnten sich trotz einer Förderlizenz eigentlich nichts ausrechnen. Wie kam es dann doch zu den Einsätzen?
Das war schon kurios: Mitte März spielten wir mit Herford in Halle. Zu dem Spiel sind Tim Lucca Krüger und ich mit dem Auto und nicht im Mannschaftsbus angereist. Außerdem sind wir etwas zu spät angekommen, sodass wir in der Kabine mit jenen Spielern unseres Teams kaum Kontakt hatten, die danach positiv auf Corona getestet wurden. Fast die komplette Mannschaft musste in Quarantäne, nur wir nicht.

Und gleichzeitig hatte Kassel plötzlich Personalbedarf, weil sich einige Spieler verletzt hatten.
Richtig, das war der nächste Zufall. Plötzlich erhielten Tim Lucca und ich einen Anruf von Kassel Sportdirektor Manuel Klinge, der sagte, dass wir die Chance bekommen mitzuspielen.

Wie wurden Sie als Duo aufgenommen?
Überraschend war, dass wir von Trainer Tim Kehler gleich in großem Umfang eingebunden wurden. Ich spielte zunächst mit Michi Christ und Paul Kranz zusammen.

Es fiel auf, dass Sie mittlerweile mit einer ganz anderen Dynamik zur Sache gehen, auch Checks ansetzen und läuferisch unheimlich zugelegt haben.
Das stimmt, die Saison in Herford hat viel gebracht. Dort habe ich unter anderem zehn Tore erzielen können. In Kassel war es dann nicht einfach, aber ich hatte mir das alles sogar noch schwerer vorgestellt. Insgesamt wurden wir toll aufgenommen. Wir sollten in erster Linie hart spielen und defensiv stabil bleiben.

Und dann erzielten Sie ja auch noch ihr allererstes Tor in einer Profiliga.
Ja, das war natürlich ein Highlight. Es war im Spiel gegen Weißwasser, das wir 4:2 gewannen. Corey Trivino spielte mich mit der Rückhand an und dann habe ich kaum nachgedacht und den Puck intuitiv in die kurze Ecke oben rein geschossen. Anschließend habe ich viele Glückwünsche bekommen und mir wurde dieser spezielle Puck geschenkt.  

In den Playoffs gab es für Sie dann keinen Einsatz mehr. War das enttäuschend?
Eigentlich nicht, denn immer mehr verletzte Stammspieler waren ja wieder ins Team zurückgekommen und es war deshalb abzusehen.

Können Sie erklären, warum es letztlich mit dem Aufstieg nicht klappte?
Ich glaube, entscheidend im Finale war nach den zwei Auftaktsiegen die dritte Partie, als wir in den Köpfen schon da waren, was nach einem weiteren Erfolg passieren könnte – mit Feiern und so weiter. Man muss Bietigheim letztlich aber einfach nur Respekt zollen.

Werden Sie weiterhin Sport und berufliche Ausbildung verbinden?
Ich glaube, dass das durchaus geht. Meine sportliche Zukunft wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. (Manuel Brandenstein)

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