Facharztausbildung steht an

Beruf rückt für Kajaksportler Marvin Stryga in den Vordergrund

Marvin Stryga im Rennkajak.
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Immer voller Einsatz: Marvin Stryga verbringt unzählige Stunden im Rennkajak.

Seit vielen Jahren ist Marvin Stryga der beste Mündener Kajaksportler. Es könnte aber sein, dass die kürzlich ausgetragenen Finals in Duisburg für den 27-Jährigen das letzte wirkliche Highlight gewesen sind.

Hann. Münden – Grund ist die berufliche Zukunft des Mündeners, der sein Medizinstudium abgeschlossen hat und nun in Hannover seine Facharzt-Ausbildung beginnen wird. In welches Spezialgebiet es ihn führt, steht noch nicht fest. Ab dem Spätsommer wird er aber komplett in den Berufsalltag wechseln. Ob das tatsächlich das Ende einer langen Laufbahn als Leistungssportler mit sich bringt, lässt er noch offen. „Auch vor meinem Praxisjahr, hatte ich schon gedacht, kürzertreten zu müssen. Aber da ist ja auch nichts draus geworden“, möchte Stryga noch keinen Schlussstrich ziehen. Vielleicht verhilft ihm die fast schon sprichwörtliche Disziplin dazu, sein Können zu erhalten.

Diese Disziplin bewies Marvin Stryga schon als Schüler. Auf der heimischen Fulda weckte er mit seiner kraftvollen Art schnell Erwartungen. Seine ehemalige Heimtrainerin Claudia Bödefeld erinnert sich: „Als Trainerin erkennt man ein solches Talent sofort. Marvin zeigte schon als junger Schüler ein außergewöhnliches Wassergefühl. Er verschenkte beim Vortrieb einfach nichts!“

Als 16-Jähriger wurde er Deutscher Meister im Kajakeiner und schaffte damit die Qualifikation zu den Olympic Hope Games, den inoffiziellen U17-Weltmeisterschaften. Mit der deutschen Mannschaft holte er damals Silber.

Danach wechselte er ins Sportinternat nach Hannover und feierte in den kommenden Jahren unter anderem norddeutsche und niedersächsische Titel. 2008 feierte er im Vierer die Deutsche Meisterschaft (außerdem Vizemeister über 500 Meter). 2012 wurde er bei den Junioren zusammen mit Moritz Meng Deutscher Vizemeister über 500 Meter und Dritter auf der Langstrecke über 5000 Meter im Einer. „Das war wirklich ein krasses Jahr“, erinnert sich auch Claudia Bödefeld gerne.

2012 verfehlte er zudem die Junioren-WM bei der nationalen Sichtung als Siebter nur um einen Platz. Bei den Deutschen Meisterschaften der Herren 2013 ergatterte er im Zweier über 500 Meter zusammen mit Paul Pradler die Bronzemedaille.

In seiner Juniorenzeit, als er 17, 18 oder 19 Jahre alt war, betrieb er den Sport mit der Intention, vielleicht doch mal den Sprung in die Nationalmannschaft der Männer zu schaffen. „Man weiß aber bei aller Leistungsbereitschaft nie, wie weit es für einen gehen kann. Am Ende ist es wie in jedem Leistungssport: Wenn einem das Quäntchen Talent oder an der einen oder anderen Stelle auch das Quäntchen Glück fehlt, machen oft Kleinigkeiten den Unterschied.“

Trotz seines Studiums hat es Marvin Stryga häufig geschafft, im Leistungszentrum in Hannover zehn Übungseinheiten pro Woche zu absolvieren. „Aber die Jungs, gegen die ich bei den Finals angetreten bin, stellen als WM-Teilnehmer dann doch noch mal eine andere Hausnummer dar, weil sie den Kanu-Rennsport praktisch als Profis betreiben“, erklärt Stryga, dessen Vater in Hedemünden eine Zahnarztpraxis betreibt. Die Einführung der Finals vor drei Jahren findet Stryga gut. „Dadurch bekommt unser Sport im Fernsehen Aufmerksamkeit und vielleicht lassen sich dadurch Kinder motivieren, in die Vereine einzutreten – vielleicht wie ich damals in Münden.“, sagt Stryga, der noch immer bei Meisterschaften für den MKC antritt. (Manuel Brandenstein)

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