Serie „Treue Seelen“

Für das Ehepaar Sittig ist der Bonaforther SV „eine echte Herzensangelegenheit“

Ehrenamtliches Engagement im Doppelpack: Hilde und Herbert Sittig kümmern sich seit Jahrzenten um verschiedenste Belange beim Bonaforther SV.
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Ehrenamtliches Engagement im Doppelpack: Hilde und Herbert Sittig kümmern sich seit Jahrzenten um verschiedenste Belange beim Bonaforther SV.

Ein Sportverein ist heutzutage schon dann gut dran, wenn er auch nur ein einziges Mitglied hat, dass sich intensiv und über mehrere Jahrzehnte ehrenamtlich in der Vorstandsarbeit engagiert.

Bonaforth – Wenn es wie beim Bonaforther SV mit Hildegund und Herbert Sittig gleich zwei sind, ist das schon etwas ganz Besonderes.

Erfolgreich aktiv

„Der BSV ist für uns beide eine echte Herzensangelegenheit“, sagt das Ehepaar wie aus einem Mund. Als gebürtiger Bonaforther hatte Herbert Sittig bereits mit sechs Jahren bei seinem Heimatverein mit dem Fußball begonnen. Nachdem er 1969 mit damals 17 Jahren seine aus Speele stammende Hilde kennengelernt hatte, war sie bei jedem seiner Fußballspiele dabei und erlebte schon ein Jahr später mit, wie er in seinem ersten Jahr als Herrenspieler mit der ersten Mannschaft in die 1. Kreisklasse aufstieg.

Auch Hildegund selbst war zu dieser Zeit begeisterte Fußballerin und hütete das Tor der Bonaforther Damenmannschaft – eines der ersten Frauenteams überhaupt in der Region.

Abstecher nach Hessen

Bevor es das inzwischen verheiratete Paar 1973 aus beruflichen Gründen aus Bonaforth verschlug, waren beide bereits erstmals ehrenamtlich für den BSV tätig – sie als Schriftführerin und er als Geschäftsführer. Nach Stationen in Udenhausen, beim OSC Vellmar und in Harleshausen kehrte der seinerzeit in Baunatal lebende Herbert Sittig 1977 als Spielertrainer zum BSV 06 zurück und schaffte den Aufstieg in die Kreisliga.

1982 folgte noch einmal ein Zwischenspiel in Vollmarshausen, bevor die Sittigs in Bonaforth sesshaft wurden. Dort ließ er dann seine aktive Laufbahn als Fußballer ausklingen, um mit 38 Jahren jedoch mit dem Tischtennis anzufangen und auch dort viele Jahre erfolgreich für den BSV aktiv zu sein.

Wichtige Aufgaben

Sein ehrenamtliches Engagement begann Herbert Sittig 1988 als Leiter der Jugendfußballabteilung. 1997 übernahm er das Amt des zweiten Vereinsvorsitzenden, 1998 nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Klaus Rinke das des kommissarischen Vorsitzenden und 1999 wurde er endgültig zum Vorsitzende gewählt.

2017 trat Sittig nach Querelen mit der Stadt Münden von seinem Amt zurück, um es nur ein Jahr später wieder zu übernehmen. „Die wichtigsten Aufgaben in den vielen Jahren waren für mich unter anderem der Anbau am Vereinsheim in den Jahren 2003 und 2004, und die 100 Jahr-Feier 2006. Zu den größten Enttäuschungen zählten die Schließung des Dorfgemeinschaftshauses und der komplette Wechsel unserer Fußballjugend JSG Drei-Flüsse-Stadt zur TG Münden.“

Immer bereit

Dass ihm seine Frau Hildegund während seiner gesamten Zeit als Vorsitzender zur Seite stand und im Verein diverse Aufgaben übernahm, bezeichnet er selbst als „großes Glück“. Zunächst als Mitverantwortliche beim Mutter- und Kindturnen sowie als Übungsleiterin zweier weiterer Gruppen, übernahm sie später die Leitung des Fest- und Werbeausschuss.

Aktuell ist sie zudem verantwortlich für die Vereinszeitschrift, für die sie auch Artikel schreibt, sowie für die Corona-Hygienekonzepte aller Sparten. Bei Heimspielen der Fußballmannschaft setzt sie sich selbst an die Kasse und sorgt dafür, dass auch vor Ort die Hygienevorschriften eingehalten wurden. Derzeit arbeitet sie an einer neuen Vereinssatzung. „Hilde unterstützt den Vorstand bei Bedarf in jeglicher Hinsicht und ist immer bereit für Sonderaufgaben“, lobt ihr Mann.

Wir lange die beiden ehrenamtlich noch derart aktiv bleiben, steht in den Sternen. „Auf jeden Fall so lange, wie es uns Spaß macht“, sagt Herbert Sittig. „Allerdings würde ich es schon toll finden, wenn auch einmal jüngere Leute im BSV Verantwortung übernehmen würden“, schiebt seine Frau hinterher.

Von Per Schröter

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