Spielführer im Altkreis Münden

Marc Glatter (SG Werratal): Der Mann, an dem die Binde klebt

Die Binde lässt ihn nicht mehr los: Marc Glatter führte die SG Werratal trotz des Rückzugs vom Kapitänsamt in jeder Saisonpartie als Spielführer aufs Feld.
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Die Binde lässt ihn nicht mehr los: Marc Glatter führte die SG Werratal trotz des Rückzugs vom Kapitänsamt in jeder Saisonpartie als Spielführer aufs Feld.

Wohl kaum ein Fußballer aus dem Altkreis hat die Kapitänsbinde so lange getragen wie Marc Glatter vom Bezirksligisten SG Werratal.

„Für mich war es eine echte Ehre, als ich damals von Thomas Hellmich zum Mannschaftskapitän gemacht wurde“, sagt Marc Glatter. Das war 2011 nach dem erstmaligen Aufstieg in die Bezirksliga. Zu diesem Zeitpunkt war der aus Lippoldshausen stammende und inzwischen mit seiner Frau in Hedemünden lebende Offensivspieler gerade mal 21 Jahre alt und erst seit drei Jahren bei der SG.

Angefangen mit dem Fußball hat er beim SV Bonaforth. Nach einem zweijährigen Gastspiel bei der Werrataler C-Jugend war er zum SC Weende nach Göttingen gewechselt, um dann 2008 ins Werratal zurückzukehren und dort sowohl in der A-Jugend zu spielen als auch schon erste Erfahrungen im Herrenbereich zu sammeln. „Nach unserem Aufstieg in die Bezirksliga, der nach wie vor zu den schönsten Erlebnissen meiner Karriere zählt, wollte mir Thomas Hellmich mehr Verantwortung übertragen“, sagt Glatter. „Das war sicher auch so etwas wir eine erzieherische Maßnahme, um mir ein paar Flausen aus dem Kopf zu treiben.“

Die Entscheidung Hellmichs, für die der heute 30-Jährige noch immer dankbar ist, zeigte Wirkung. Zwar war Marc Glatter schon immer ein Dauerrenner, der jedem Ball hinterherjagt und keinen Zweikampf vorzeitig verloren gibt und somit ein echtes Vorbild in Sachen Einsatzwillen ist. „Mit der Binde am Arm ist es aber doch noch etwas anderes“, sagt er. „Seit ich sie getragen habe, versuchte ich auch denjenigen Spielern, die nicht so aus sich raus und vorneweg gehen wie ich, unter die Arme zu greifen und sie dazu zu bringen, an ihr Limit zu gehen.“

Seit zwei Jahren übernimmt er sogar auch neben dem Platz Verantwortung. „Seither beteilige ich mich an der Suche nach Sponsoren und neuen Spielern und habe da auch schon den einen oder anderen Erfolg gehabt“, sagt er nicht ohne Stolz.

Dass Glatter nach der vorzeitig abgebrochenen „Corona-Saison“ das Kapitänsamt niederlegte, hatte einen einfachen Grund. „Ich wollte nach so vielen Jahren als Mannschaftsführer einfach mal einen neuen Impuls setzen“, sagt er. „Oli Wasmuth ist ein viel ruhigerer Typ als ich, da kommt die Ansprache natürlich auch ganz anders an.“ Dass er sich selbst auf dem Platz deswegen zurücknehmen oder gar ändern werde, schließt er jedoch aus. „Ich bin eben, wie ich bin“, sagt der 30-Jährige. Und genau davon dürfte die SG noch einige Jahre profitieren.

Von Per Schröter

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