Distanzreiten:

Konnte sich freuen: Anne Wegner mit Schärpe und Siegertrophäe auf Salamah. Foto: privat

Scheden. Die Schedener Distanzreiterin Anne Wegner feierte ihren bislang größten Erfolg: Die 27-Jährige wurde zum ersten Mal Deutsche Meisterin im Seniorenbereich.

Zuvor war sie 2015 Dritte geworden und hatte 2011 und 2008 bereits zweimal den deutschen Jugendtitel errungen.

In Brandenburg ging es für sie und ihren selbst gezogenen Araber-Wallach Salamah (auf Deutsch: „Sicherheit“) über die Distanz von 160 Kilometern. Die Spitzengruppe lag bis zum Ende eng beieinander. Letztlich konnte sich Anne Wegner und ihr Vollblüter in einem packenden Endspurt durchsetzen. Ob es klappen würde, konnte sie bis zuletzt kaum vorhersagen. Schließlich hatte ihr achtjähriger Wallach zwar viel trainiert, doch ein so langes Rennen noch nie zuvor bestritten. „Wir wollten den ersten 160er erst mal nur gut beenden“, verrät Wegner ihre Gedanken vor dem Start. „Im Verlauf habe ich dann gemerkt, dass die Spitze eher schwächer als stärker wurde und dann habe ich zu mir gesagt: Jetzt gehen wir!“

Salamah absolvierte den Ritt in einer Zeit von 9:17:08 Stunden und einer Durchschnittlichen Geschwindigkeit von 17,45 Stundenkilometern. Nur zehn Sekunden später folgte der 48-jährige Routinier aus dem Sauerland, Bernhard Dornsiepen auf Rio, der damit - wie schon im vergangenen Jahr - Deutscher Vize-Meister wurde. (Reitzeit: 9:17:13 Stunden, Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,44 km/h).

Nach dem großen Erfolg auf nationaler Ebene könnte es für Anne Wegner und ihr Pferd schon bald vielleicht international weitergehen. Zur Perspektivgruppe des DOKR (Deutsches Olympiade-Komitee für Reiterei) gehört sie bereits. Die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft käme für ihr Pferd aber wohl noch zu früh. „Wir überlegen, ob wir in diesem oder im nächsten Jahr mal einen Qualifikationsritt zu einer internationalen Meisterschaft mitmachen“, sagt Wegner. Dann könne man schon mal abschätzen, wie weit man sei.

Anne Wegner hat übrigens ihr Hobby zum Beruf gemacht. In ihrem Stall in Scheden bietet sie zum Beispiel eine Pension für Wanderreiter und Unterricht an. Sie bildet außerdem Pferde aus.

Von Manuel Brandenstein

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