Ehemalige zeigen sich vom Mündener Abstieg aus der Handball-Oberliga betroffen

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Könnte mehr Unterstützung rund um die 1. Mannschaft gebrauchen: Jann Rentsch ist auf, aber besonders abseits des Spielfeldes stark gefordert.

Hann. Münden. Der Abstieg der TG Münden in die Handball-Verbandsliga hat natürlich weitere Reaktionen ausgelöst.Wir haben uns mal umgehört.

Acht Jahre lang, von 2005 bis 2013 war Peter Rommel Trainer und Sportlicher Leiter der TG. Zwar erachteten nicht wenige in Münden seine Zweitliga-Ambitionen als zu hoch gesteckt, aber die Fans hielten zu seinem Abschied Tafeln mit der Aufschrift „Danke Peter“ in den Händen. Rommel sagt zum Abstieg: „Die TG war ein wichtiger Teil meines Lebens, für den ich mich sehr engagiert habe. Da ist es natürlich traurig zu sehen, wie es den Bach runter geht. Jann Rentsch ist zwar unheimlich bei der Sache, aber insgesamt ist das Umfeld in Münden zu bequem, und die Trainer nach mir hatten ein schweres Los.“ Rommel hilft derzeit seinem Heimatverein Wesertal im Training, sitzt aber nicht mehr auf der Bank.

Jürgen Beute

Sein Nachfolger war mit Alexander Koke ebenfalls ein ambitionierter Coach. Derzeit kämpft er als Spieler mit dem TuS Ferndorf in der 2. Liga um den Klassenerhalt, ehe er im Sommer zum TSV Bayer Dormagen als Spielertrainer geht. Der 37-Jährige, der sich noch immer mittels „hna.de“ über die TG informiert, bedauert den Gang in die 5. Liga: „Das ist für den Handballstandort Münden natürlich sehr bitter. Nach der vergangenen Saison hatte ich auch diesmal nicht mit einem Abstieg gerechnet.“ Zwar steige sein künftiger Klub wahrscheinlich in die 3. Liga ab, aber in Dormagen gebe es als Unterbau immerhin eine A-Jugend, die im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft stehe.

Der langjährige Fachwart der TG-Handballer, Hans Münchberg, meint: „Ich glaube, das Handball-Niveau in Münden ist eigentlich schon in der Oberliga angesiedelt. Aber solche Wellenbewegungen nach oben und unten hat man im Sport immer wieder. Vor 40 Jahren hatten wir schon einmal eine Top-Oberligamannschaft, ehe es in die Bezirksklasse ging.“ Zur aktuellen Situation sagt Münchberg: „Ich bin schon stark betroffen. Es kann keiner was dafür. Wenn die Hallenproblematik nicht gewesen wäre, hätte es anders ausgehen können.“ Und mit einem Blick nach vorn: „Man müsste sich ein Beispiel am TSV Vellmar nehmen, der nach dem Abstieg eine sogar verstärkte Mannschaft aufbot und jetzt wieder in der Oberliga ist. Bei der TG muss eine Art Teammanager her, der sich um Spielersichtungen kümmert. Zudem müsste Jann Rentsch entlastet werden.“

Ex-TG-Manager Jürgen Beute setzte einst unter anderem durch, dass die Sponsoren der TG in der Gymnasiumshalle bei Heimspielen werben durften. Er zog sich nach dem Drittliga-Abstieg zurück, unterstützt die TG aber noch durch sein Fitneßstudio. Beute sieht den Abstieg nüchtern: „Eigentlich hatte ich schon letztes Jahr damit gerechnet. Jetzt ist es keine Überraschung mehr. Es engagieren sich hier zu wenige, und eine echte Solidarität im Mündener Handball gibt es nicht. Man hätte sich zudem schon seit längerer Zeit um Vereinskooperationen kümmern können.“

Frank Janotta hat auch nach seinem Rücktritt als Trainer Ende Oktober mitgelitten. „Der Abstieg hat sich angebahnt, deshalb konnte man jetzt nicht überrascht sein. Die Rahmenbedingungen haben einfach nicht gestimmt. Ich hatte schon im Winter 2014/15 neue Spieler gefordert, aber es kam zu wenig. So war die Zusammenstellung des Kaders zu spät.“

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