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Der Mündener Rattwerder hat viele Baustellen

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Von: Manuel Brandenstein

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Verwitterte Torlatte auf dem Sportplatz Rattwerder.
Zeichen des Vergangs: Eine Torlatte auf dem Sportplatz Rattwerder; aufgenommen während der aktuell laufenden Fußballsaison. © Manuel Brandenstein

Ein Kunstrasenplatz in Hann. Münden wäre eine wichtige Sache – darin sind sich die heimischen Vereine einig. Der Platz soll auf dem Rattwerder entstehen, wo echter Handlungsbedarf besteht.

Hann. Münden – Wie ist die aktuelle Lage auf dem größten Sportgelände der Stadt Hann. Münden? Fakt ist: Die Stadt hat in den vergangenen Jahren die Rattwerder-Anlage nicht auf dem gewünschten Stand gehalten. Münden ist beispielsweise die einzige Kommune im Landkreis Göttingen mit mehr als 20 000 Einwohnern, in der es kein durchgehendes Leichtathletik-Angebot mehr gibt. Schon vor geraumer Zeit kamen die Bemühungen der TG Münden in dieser Sportart zum Erliegen. Die Aschenbahn hat mittlerweile gerade noch Nachkriegsniveau, im Sand der Sprunganlage sprießt das Grün und am Wurfring fehlt das Fangnetz.

Für den Fußball sieht es aufgrund kontinuierlicher Platzpflege zwar etwas besser aus, doch auch hier gibt es Handlungsbedarf. Teilweise sind größere Unebenheiten auf der Rasenfläche unübersehbar, Klebeband hält an mehreren Stellen das Netz an der Querlatte. Würde man die Tore auf die vorgegebenen 2,44 Meter Höhe überprüfen, könnte es ein blaues Wunder geben. Insgesamt also nicht gerade einladende Bedingungen für die sportliche Betätigung.

Mittlerweile schon seit Jahren planen der Kreissportbund und die Stadt Hann. Münden in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen die Sanierung der Anlage. Für die Fördergelder des Bundes hat man den Zuschlag erhalten. Jetzt hängt es noch daran, dass die Stadt ihren Eigenanteil leisten kann. Der Sprecher des Kreissportbundes, Klaus Dreßler aus Volkmarshausen, sagt: „Ich schätze die realistische Chance für die Verwirklichung als hoch ein, da man alles versuchen wird, das Projekt ins Laufen zu kriegen.“ Schließlich sind ja auch schon Gelder für die Planung ausgegeben worden. Dreßler sprach kürzlich im Rahmen der Sportlerehrung der Stadt noch einmal die Bedeutung der geplanten Sanierung für die heimischen Sportler an. Der A-Platz soll in einen Kunstrasen samt kleinerer Flutlichtanlage mit sechs Masten umgewandelt werden. Das würde in der dunklen Jahreszeit lange Trainingsabende – für Fußball und Leichtathletik gleichermaßen – ermöglichen. Die Laufbahn soll künftig mit einem Kunststoff belegt werden und den Normen für größere Wettkämpfe entsprechen. Auch Wurf- und Sprunganlage werden laut Plan erneuert.

Die Vereine in Münden lechzen förmlich im Winterhalbjahr nach ordentlichen Trainingsbedingungen. Bislang können die meisten Teams während dieser Zeit nur einmal wöchentlich eine Hallentrainingszeit in Anspruch nehmen und gehen die übrige Zeit oft nur Laufen. Was dabei herauskommt, ist in jedem Frühjahr bei den ersten Test- und Punktspielen zu besichtigen: Die schon längst mit Kunstrasenplätzen ausgestattete Konkurrenz ist klar überlegen.

„Vor allem im Nachwuchsbereich könnte ein Kunstrasen für uns wirklich vor Vorteil sein“, sagt Bobby Schneider, neuer Vorsitzender des Tuspo Weser Gimte, dessen Verein auf dem Rattwerder trainiert und spielt. Auch in den Mündener Ortschaften blickt man zum Rattwerder. „Wir brauchen hier einen Kunstrasenplatz; auch aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Klaus Burhenne, Vorsitzender der SG Werratal. Die nun bewilligten Fördergelder seien eine große Chance. (Manuel Brandenstein)

Laufbahn auf dem Sportplatz Rattwerder.
Kaum noch nutzbar: die Laufbahn. © Brandenstein, Manuel
Verwilderte Weitsprunganlage auf dem Sportplatz Rattwerder.
Auf dem Weg zum Biotop: die Weitsprunganlage. © Brandenstein, Manuel

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