Kein Mitgliederschwund

Finanzielle Situation bei den Altkreis-Vereinen Dransfelder SC und TG Münden kein Anlass zur Sorge

Verwaist: Bis auf dem Sportplatz des DSC Dransfeld – hier ein Foto vom ersten Lockdown im April – wieder Betrieb herrscht, dürfte noch einige Zeit vergehen.
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Verwaist: Bis auf dem Sportplatz des DSC Dransfeld – hier ein Foto vom ersten Lockdown im April – wieder Betrieb herrscht, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Eines haben alle Sportvereine derzeit gemeinsam: Ihren Mitgliedern fehlen während des Corona-Lockdowns und dem damit verbundenen Aussetzen des Übungs- und Wettkampfbetriebes nicht nur die sportliche Betätigung, sondern auch – und für viele steht das sogar an erster Stelle – die sozialen Kontakte im Verein.

Altkreis Münden – Doch welche finanziellen und personellen Auswirkungen hat die Krise eigentlich bislang für die Vereine selbst? Wir haben mit Verantwortlichen der großen Altkreis-Vereine Dransfelder SC und TG Münden über die aktuelle Situation gesprochen.

Dransfelder SC

„Die Gefahr, Mitglieder in so einer Situation zu verlieren, ist natürlich quer durch alle Sparten gegeben, aber bislang ist das bei uns nicht zu erkennen“, sagt Friedrich-Georg Rehkop, zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer beim DSC Dransfeld, dem mit über 1000 Mitgliedern größten Verein im Mündener Altkreis. „Wir haben in diesem Jahr eine normale Fluktuation erlebt und sind mit ungefähr genauso vielen Mitgliedern ins neue Jahr gegangen wie im vergangenen Jahr.“

Diese Tatsache sei „sehr erfreulich“, zeige sie doch, dass die Arbeit, die vor Corona im Verein gemacht wurde und danach auch wieder gemacht werden soll, von den Mitgliedern wertgeschätzt wird. Auch was die finanzielle Situation des DSC angehe, gebe es derzeit keinen Anlass zur Sorge.

Friedrich-Georg Rehkop, Geschäftsführer Dransfelder SC

„Natürlich fallen durch die fehlende Vermietung des Clubheims sowie durch ausfallende Kurse im Bereich des Gesundheitssports, die wir in Kooperation mit den Krankenkassen anbieten und mit diesen auch abrechnen, Einnahmen aus“, sagt Rehkop. Andererseits werde durch nicht zu zahlende Personalkosten auch Geld eingespart, was die fehlenden Einnahmen kompensieren würde. Außerdem seien alle Sponsoren an Bord geblieben und auch die unregelmäßigen Spender zeigten sich nach wie sehr großzügig.

„Da wir in der Vergangenheit schon immer weitsichtig und vorsichtig agiert haben, steht der DSC finanziell somit auf sicheren Füßen“, so der Geschäftsführer, der die Beendigung des Lockdowns dennoch herbeisehnt. „Man merkt an den Aussagen unserer Mitglieder einfach, wie sehr ihnen die sozialen Kontakte fehlen und deshalb werden wir nach dem Wiedereinstieg auch ein besonderes Augenmerk genau darauf legen und speziell dafür einige Angebote machen“, sagt Rehkop.

TG Münden

Ebenfalls mit einem blauen Auge davon zu kommen scheint die TG Münden. „Mit dem Stillstand sowohl im Breitensport als auch im Wettkampfsport geht es uns wie allen Vereinen, da fehlt ganz einfach das Allerwichtigste“, sagt Vorstandsmitglied Jens Ripke.

Jens Ripke, Vorstandsmitglied TG Münden

„Mit 990 Mitgliedern haben wir aber immer noch genauso viele wie vor einem Jahr.“ Als Hauptgrund für eine ausgebliebene Kündigungswelle sieht Ripke die „Vereinstreue der Mitglieder sowie deren Hoffnung auf eine baldige Veränderung der Situation“. Finanziell stehe die TG nicht zuletzt deshalb nach wie vor gesund da. „In einem Verein wie diesem, in dem Wettkampfsport betrieben wird, werden die Einnahmen zwischen den Sparten umverteilt“, so Ripke.

Fehlende Einnahmen würden zudem durch wegfallende Personalkosten kompensiert. „Wenn der Lockdown noch längere Zeit anhalten sollte, kämen wir allerdings um eine Senkung der Mitgliedsbeiträge nicht herum“, so der Vorsitzende. Und dann könne sich die finanzielle Lage auch schnell einmal ändern. Fotos: Per Schröter

Von Per Schröter

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