Thomas Eisenbach muss Studium in Frankfurt und Handball in Münden vereinen

Von Freizeit keine Rede

Fühlt sich in Frankfurt wohl: Thomas Eisenbach in der Nähe des Bankenviertels. Foto: privat

Hann. Münden. Von seiner Wohnung im Frankfurter Ostend kann Thomas Eisenbach die Türme der Europäischen Zentralbank gut sehen. 185 Meter ragen sie in den grauen Dezemberhimmel. „Das ist schon imposant. Ich wollte schon immer mal in einer Großstadt leben“, sagt der Geschäftsführer und Spieler der Mündener Oberliga-Handballer. Auf den Straßen werde viel Englisch gesprochen, es herrsche ein internationales Flair. Doch vom riesigen Freizeitangebot der Metropole hat er seit seinem Umzug Anfang September noch nicht viel mitbekommen.

Schließlich war er neben dem international ausgerichteten Studium an der Frankfurt School of Finance fast jedes freie Wochenende auf der Autobahn in Richtung Münden unterwegs. Über 5000 Kilometer sind dabei zusammengekommen. Das war notwendig, denn verzichten konnte TG-Trainer Frank Janotta auf den Linkshänder kaum. Nicht zuletzt Eisenbachs Tore trugen dazu bei, dass sich die TG in der Oberliga gut behauptet hat. Und das, obwohl der 27-Jährige beim Mannschaftstraining fast immer fehlt. „Eise“ hält sich bei einem Landesligisten in Offenbach-Bürgel fit.

„Optimal ist diese Situation natürlich nicht“, gibt Thomas Eisenbach zu, der hofft, bald mal ein Konzert in der Alten Oper besuchen zu können. Eigentlich wollte er nach seinem Bachelor-Abschluss eine berufliche Tätigkeit in Münden aufnehmen. Nachdem das aber nicht geklappt habe, sei der Management-Studiengang, der übrigens komplett in englischer Sprache stattfindet, die erste Alternative gewesen. Im Ostend hat der gebürtige Gummersbacher mit seiner aus Münden stammenden Freundin Kirsten eine kleine Wohnung bezogen. Abends joggen die beiden schon mal am Main entlang. „Ich hoffe, dass ich hier beruflich mehr Praxiserfahrung sammeln kann. Durch den Drittligahandball der letzten Jahre hatte ich dazu ja wenig Gelegenheit“, erzählt Eisenbach. Bei den Abendveranstaltungen der privaten Hochschule gehe es mitunter elegant zu. Nicht nur während eines Vortrages von Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain, der über Investment-Banking sprach, waren Anzug und Krawatte Pflicht. Die Hochschule besitzt beste Kontakte in die Wirtschaft.

Doch über die anstehenden Feiertage haben Studium und auch der Handballsport erst einmal Pause. In Münden, im oberbergischen Marienheide und in Aachen werden die Familien besucht. Den deutschen Autobahnen bleibt Thomas Eisenbach somit genauso treu wie den Kontrasten zwischen Frankfurt und Münden.

Von Manuel Brandenstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.