Gimter Torhüter hatte in Hannover "mulmiges Gefühl"

Will sich nicht einschüchtern lassen: Maximilian Zunker. Foto: Brandenstein

Hann. Münden. Maximilian Zunker aus Hann. Münden gehört zu jenen Fußballfans, die am Dienstag in Hannover das Länderspiel sehen wollten. Nach seiner Rückkehr ist er erleichtert.

Am Freitagabend hatte Tuspo Gimtes Torhüter Maximilian Zunker seinem Profilbild bei Facebook die französische Flagge hinzugefügt - aus Solidarität für die Opfer des Anschlags. Auch von dem lange geplanten Besuch des Fußball-Länderspiels in Hannover wollte er sich nicht abhalten lassen. Doch wie viele andere Fans auch musste er sich am Dienstagabend unverrichteter Dinge auf den Heimweg begeben. Wir sprachen mit dem 20-Jährigen Mündener.

Herr Zunker, wie haben Sie von der Absage erfahren? 

Maximilian Zunker: Wir hatten zirka zwei Kilometer entfernt vom Stadion geparkt und waren um kurz nach sieben mit der Bahn weiter gefahren. Da riefen uns Freunde an, dass wir nicht zum Stadion kommen sollten, weil das Spiel abgesagt worden sei.

War Ihnen der Grund der Absage bekannt? 

Zunker: Nein. Wir haben versucht, über das Internet etwas herauszubekommen. Dort haben wir dann erfahren, dass es eine Terrorwarnung gegeben hatte.

Haben Sie sich bedroht gefühlt? 

Zunker: Man hatte schon ein mulmiges Gefühl. Unter anderem deshalb, weil die Lage sehr unübersichtlich war und wir kaum Informationen hatten. Schon auf dem Hinweg fiel die enorm große Polizeipräsenz auf. Aber da es keinerlei Panik bei den anderen Besuchern des Spiels gab, bin ich eigentlich auch ruhig geblieben. Man darf sich jetzt auch nicht einschüchtern lassen und sein komplettes Leben umstellen.

Gab es noch vor Ort Reaktionen aus der Heimat? 

Zunker: Ja. Viele erkundigten sich über mein Handy, wie es mir ginge. Ich konnte aber alle schnell beruhigen. Es wurde letztlich ja kein Sprengstoff gefunden und Festnahmen gab es auch nicht.

Wie denken Sie mit diesem Wissen über die Spielabsage? 

Zunker: Ich bin erleichtert und kann damit besser umgehen, als wenn etwas passiert wäre. Die Frage ist, ob mann nicht schon am Wochenende wusste, dass man die absolute Sicherheit nicht garantieren konnte. Dann hätte man das Spiel früher absagen müssen.

Bleibt die Flagge jetzt noch länger in Ihrem Facebook-Profil?

Zunker: Ich finde es wichtig, Solidarität zu zeigen. Nicht nur mit den Franzosen. Generell machen wir uns bei Anschlägen außerhalb Europas doch viel zu wenige Gedanken über das Leid, das Menschen fast jeden Tag auf der Welt erfahren.

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