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Mündenerin Anne de Boer bei EM und WM am Start

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Von: Manuel Brandenstein

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Die Mündener SUP-Sportlerin in der weißen Trainingsjacke mit dem bundesdeutschen Adler auf der Brust.
Adler auf der Brust: Die Mündener SUP-Sportlerin war offiziell nominiert worden. © Privat

Stand-Up-Paddlerin Anne de Boer hatte bei der WM in Polen mit harten Bedingungen zu kämpfen.

Hann. Münden – Immer mehr Freizeit-Wassersportler stellen sich auf das lange Brett und nehmen ein Paddel in die Hände. Die Szene des Stand Up Paddlings (SUP) wird immer größer. Jemand, der die Sportart schon auf höchsten Niveau betreibt, ist die Mündenerin Anne de Boer vom MKC.

Für die kürzlich ausgetragenen Europa- und Weltmeisterschaften war sie vom Deutschen Wellenreiter-Verband (für die EM) und vom Kanuverband (WM) nominiert worden. Die Mündenerin kam bei der WM in Polen mit dem deutschen Team auf einen ausgezeichneten Bronzeplatz. Bei der EM auf der dänischen Nordsee, wo 200 Aktive aus 16 Ländern starteten, sprang ein Platz im unteren Mittelfeld heraus (Einzelwertung).

Die deutschen Teilnehmer sind allgemein noch nicht in der Lage, sich die ganz großen Ziele zu stecken. Stand-Up-Paddling ist keine Disziplin, die umfangreich gefördert wird, was in Spanien oder Frankreich ganz anders aussieht. Und so sind solche Teilnahmen an internationalen Meisterschaften für die deutschen Sportler auch immer ein Abenteuer. Anreise und Unterkunft müssen selbst getragen werden; teilweise wird einfach im Auto geschlafen. „Man muss schon Eltern haben, die einem finanziell helfen“, sagt Anne de Boer. „Aber in Münden kümmert sich auch der Verein.“

Dass die 22-Jährige überhaupt Zeit für die beiden wichtigsten Titelkämpfe des Jahres hatte, lag an einem glücklichen Zufall: Nachdem sie ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin abgeschlossen hatte, gönnte sie sich einfach mal vier Wochen ohne Verpflichtungen und war dann zunächst bei der EM vor dem bekannten Urlaubsziel Hvide Sande am Start. Hier waren ein Sprintwettbewerb und die kräftezehrende Langstrecke über 16 Kilometer zu bestreiten. Während de Boer diese Herausforderung in Dänemark schaffte, war das eine Woche später auf der polnischen Ostsee nicht mehr möglich. Hohe Wellen ließen nur die allerbesten Starter ins Ziel kommen; die Mündenerin musste einsehen, dass für sie ein Abbruch die bessere Wahl war. Dafür lief es im Bojenrennen (Technical Race) hervorragend – Bronze war ein schöner Lohn. (Manuel Brandenstein)

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