Lockerungen kommen auch Dransfelder SC und JC Landwehrhagen zugute

Altkreis Münden: Leichtathletik wieder ins Gespräch bringen

Leichtathletik-Kinder laufen in die Dransfelder Sporthalle ein
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Auch wenn der Hallensport noch warten muss, wurden in der vergangenen Woche Lockerungen beschlossen.

So komisch es klingen mag: Gerade die Leichtathletik-Vereine und -Sparten könnten aus der Pandemie als Gewinner hervorgehen.

Altkreis Münden – Viele Menschen haben in den vergangenen Monaten für sich das Laufen entdeckt, und zudem können die Vereine nun wieder Gruppenangebote unterbreiten. Corinna Klaus Rosenthal, Leichtathletik-Chefin beim DSC Dransfeld und zudem Kreisvorsitzende, hat zumindest im Nachwuchsbereich bereits einen leichten Zuwachs registriert. Die Familien seien dankbar gewesen, als die Vereine schon vor Wochen die jüngeren Jahrgänge beschäftigen durften. Nun, nachdem die Inzidenz im Landkreis deutlich und in der Samtgemeinde Dransfeld leicht unter die Hundertermarke gefallen ist, dürfen auch die älteren Jugendlichen und Erwachsenen wieder einsteigen (siehe Kasten).

Klaus-Rosenthal betont, dass Vereine und Aktive jetzt jede Menge aufzuholen hätten. Schließlich waren die Jugendlichen während vieler Monate auf sich allein gestellt – ohne eine fachgerechte Unterstützung. Das ist besonders bedauerlich, da einige einheimische Athleten und Athletinnen im Juni ein großes Ziel vor Augen haben: Dann sollen im Göttinger Jahnstadion mit einem angepassten Hygienekonzept die Landesmeisterschaften stattfinden (18. bis 20. Juni; alle Altersklassen ab 14 Jahren). An Spitzenleistungen ist derzeit bei den meisten Leichtathleten aber nicht zu denken. Der Grund: Trainingsrückstand bei jenen Aktiven, die nicht zu den Leistungskadern zählen. Doch Klaus-Rosenthal erwähnt die Möglichkeit, dass die Qualifikationsanforderungen der schwierigen aktuellen Lage angepasst werden. „Schließlich wollen wir möglichst vielen Leichtathleten eine Teilnahme ermöglichen“, sagt die Kreisvorsitzende.

Im Training wolle man versuchen, so schnell wie möglich wieder eine Art Alltag aufzubauen. „Das gemeinsame Training kann uns dabei unterstützen“, so Klaus-Rosenthal weiter. „Schließlich ist die Motivation, sich in einer Gruppe zu bewegen, deutlich größer.“

Wie es wettkampfmäßig in naher Zukunft aussieht, bleibt ungewiss. Auf jeden Fall sei es wichtig, wieder Ziele auszugeben und damit auch den Ansporn für engagiertes Training zu wecken. „Wichtig für uns ist, die Leichtathletik wieder ins Gespräch zu bringen“, betont Corinna Klaus-Rosenthal.

Auch die Leichtathleten im Judoclub Landwehrhagen freuen sich über die jüngsten Lockerungen im Jugendsport. „Wir werden ab 19. Mai wieder ein Gruppentraining im Freien anbieten; zumindest für Kinder bis 13 Jahre“, berichtet der zweite Vorsitzende des JCL, Holger Liese, der zugleich für den Staufenberger Marathon-Stützpunkt verantwortlich ist. Hier werden noch keine Übungseinheiten in Gruppen angeboten. Die Athleten müssen sich bis auf Weiteres für den bislang noch als Präsenzveranstaltung geplanten Kassel Marathon (17. bis 19. September) auf eigene Faust vorbereiten. Holger Liese gibt zu: „Derzeit muss auch ich mich zum Training zwingen. Deshalb wäre es gut, wenn man sich noch in diesem Jahr ein Ziel setzen und darauf hintrainieren könnte.“ Kassel erscheint also noch möglich, der Mündener Altstadtlauf wird laut Liese aber erneut lediglich online ausgetragen.

Auch Holger Liese findet es wichtig, den Nachwuchs wieder gemeinsam trainieren lassen zu dürfen. „In der Gruppe zieht man deutlich mehr mit. Das kommt uns jetzt schon entgegen. Allerdings werden wir weiterhin vorsichtig bleiben und nicht so tun, als ob es keine Gefahr mehr gäbe“, unterstreicht Liese, dessen Vereinsmitglieder seit Mitte November zumindest beim gemeinsamen Training ausgebremst worden waren.

Aber der JC Landwehrhagen habe dennoch versucht, seine Läufer und Läuferinnen zu motivieren. Beispielsweise wurden Medaillen angefertigt, die als Belohnung für online übermittelte Laufleistungen in den Wintermonaten dienten. Diese Aktion habe sehr guten Anklang gefunden. Auf die kommenden Monate schaut der JCL recht optimistisch und hofft, dass die Läufe in Kassel, Hamburg und Frankfurt, bei denen er immer gut vertreten sei, wieder normal stattfinden können. (Manuel Brandenstein)

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