Nach Groner Rolle rückwärts: Tuspo Gimte muss in der Bezirksliga bleiben

Enttäuschung statt Aufstiegsfreude: Die Chance, in die Landesliga nachzurücken, erfüllte sich für den Tuspo nicht. Foto: Schröter

Hann. Münden. Die Reaktion von Gimtes Trainer Matthias Weise auf die Groner Erklärung, nun doch in die Fußball-Landesliga aufsteigen zu wolllen, ist eindeutig. Er vermisst das Fairplay.

Erst überschäumende Freude, dann der große Frust. Seit vergangenem Dienstag hatte Fußball-Bezirksligist Tuspo Weser Gimte auf den Aufstieg in die Landesliga gehofft. Fünf Tage später mussten sie sich von diesem Traum verabschieden. Meister FC Grone, der das Titelrennen mit einem Pünktchen Vorsprung für sich entschieden hatte, will nun doch in die höhere Spielklasse aufrücken.

Die Groner haben die Voraussetzungen mit Hilfe ihrer Spieler geschaffen. Die wollen auf einen Teil ihrer Zuwendungen verzichten, damit sich der Verein den Aufstieg leisten kann. Gimtes Trainer Matthias Weise findet für den Groner Rückzug vom Rückzug klare Worte: „Für mich hat das nichts mehr mit Fairplay zu tun! Grone hatte lange genug Zeit, sich Gedanken über seine Aufstiegsmöglichkeiten zu machen. Dann sagen sie nach dem letzten Spieltag ganz offiziell per Presse-Erklärung für die Landesliga ab und bekommen letztlich noch Zeit eingeräumt, sich doch wieder umzuentscheiden.“

Das sei besonders für Vereine wie den Tuspo Gimte schade, die ihren Spielern kein Geld zahlten, mit ihrer Nachwuchssparte auf einem guten Fundament stünden und mit denen dann letztlich doch gespielt werde. Von Vereinen wie dem FC Grone, unter dessen bisherigen Vorständen alles Geld in die Erste Mannschaft gesteckt worden sei. Das Verwirrspiel in Grone passe laut Weise so gar nicht zu dem erst seit wenigen Wochen im Amt befindlichen neuen Vorstand. „Ich habe von Grone immer viel gehalten und im aktuellen Vorstand sitzen ja auch Personen, die vom Fußball Ahnung haben“, meint Matthias Weise.

Pietri hat andere Angebote

Durch die verzögerte Entscheidung über den Verbleib in der Bezirksliga hat Vizemeister Tuspo Gimte zudem eine Woche an Planungszeit verloren. Torhüter Maximilian Zunker soll eine Anfrage von Oberligist SVG Göttingen vorliegen, und auf Mittelfeld-Dribbler Eltioni Pietri haben ebenfalls höherklassige Vereine ein Auge geworfen. Der 22-jährige Albaner, der seit zweieinhalb Jahren das Gimter Trikot trägt, hatte für den Aufstiegsfall für eine weitere Serie zugesagt. Das war am Dienstagabend - als während des Saison-Abschlussgrillens die Groner Rückzugsentscheidung bekannt wurde - bereits gefeiert worden.

Ob Zunker und Pietri also auch in der Bezirksliga bleiben, dürfte sich in den nächsten Tagen oder auch erst Wochen entscheiden. Letztlich gibt sich Matthias Weise, der für seine sechste Saison in Gimte zugesagt hat, trotzig: „Von dieser Enttäuschung kann der Tuspo nicht kaputt gehen! Ein großer Fußballtrainer hat mir mal gesagt: Es gibt einen Fußballgott, und der wird sich irgendwann mal wieder einmischen.“

Von Manuel Brandenstein

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