Sebastian Gundelach über den FC Niemetal, Kreisklassenfußball und Profispiele

Neuer Trainer beim FC Niemetal: Sebastian Gundelach. Foto: Brandenstein

Varlosen. Auf Tiki-Taka-Fußball mit berauschenden Kombinationen kann man in der 2. Kreisklasse kaum hoffen. Beim FC Niemetal ist nun aber zumindest Taka tatsächlich zu sehen.

An der Seitenlinie. Sebastian Gundelach, der diesen Spitznamen trägt, hat den FCN als Trainer übernommen. Der 32-jährige ist in dieser Spielklasse der einzige Übungsleiter mit Profi-Erfahrung. Im HNA-Gespräch vermeidet er aber große Töne. Der gebürtige Holzmindener sagt über …

…seine erste Trainerstation:


Die Jungs sind willig, und ich will ihnen durch meine Erfahrung helfen, ein Stück weit besser zu werden. In erster Instanz ist das für mich hier ein Trainerjob. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass ich, wenn Not am Mann ist, auch mal selbst spiele, aber die Regel wird das nicht.

…über veränderte Schwerpunkte:


In der 2. Kreisklasse als Spieler Geld zu verlangen, ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll. Das soll hier Spaß machen, über den Spaß werden die Jungs besser und wenn sie besser werden, werden sie auch erfolgreicher. Wir wollen gepflegten Fußball spielen und eine tolle Gemeinschaft entwickeln. Das ist mir in erster Linie wichtig. Das, was den Kreisklassenfußball auszeichnet, wollen wir wieder lebendig machen.

…über das Niemetal:

Das ist mittlerweile meine Heimat. Ich bin seit 15 Jahren im Niemetal. Die Liebe hat mich hierher geführt. Die Frau, die mich hierher gelockt hat, habe ich auch geheiratet. Ich habe zwei Kinder und mich in Varlosen auch häuslich niedergelassen.

…seine Spezialität als Spieler (extrem weite Einwürfe):


Auf unserem Hof zu Hause habe ich schon als Kind die Wandverkleidung abgeworfen und dafür Ärger mit meinem alten Herrn bekommen. Das war eine Gabe. Woher sie kam, weiß ich nicht. Auf jeden Fall wurde es für die gegnerische Abwehr immer gefährlich.

…seine Stationen bei großen Klubs:


Bei Eintracht Braunschweig hatte ich das Glück, in der 3. Liga vor 25 000 positiv Verrückten spielen zu dürfen. Da bleibt dir nichts anderes übrig, als immer weiter zu laufen. Die Entwicklung mit Trainer Thorsten Lieberknecht und Manager Marc Arnold ist absolut bemerkenswert. Sie haben den Kern der Mannschaft zusammengehalten und auch der Vorstand ist immer ruhig geblieben. Bei Hessen Kassel ist die große Fluktuation in den letzten Jahren ein Problem gewesen. Allein während meiner Zeit, habe ich rund 30, 40 neue Mitspieler erlebt. Da ist es schwer, ein gefestigtes Fundament aufzubauen.

…den Abschied vom Leistungsfußball:

Ich habe schon immer an die Zeit nach dem Fußball gedacht und in Kassel auch nebenher gearbeitet. So fiel es mir leichter, wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren. Mittlerweile mache ich eine Umschulung und zwar zum Feinwerkmechaniker.

…seinen Spitznamen:


Das ist durch meinen Co-Trainer damals in Emden, Michael Boris entstanden. Mein erstes wichtiges Regionalligaspiel hatte ich gegen den HSV. Bei Hamburg spielte aus dem Bundesligakader Naohiro Takahara und mein Co-Trainer sagte nur: Machste den weg, nenn ich dich Taka! Das hat sich nach dem Spiel dann eingebürgert.

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