Eduard Klyuyko: Erst TG Münden - dann im Nationalteam

Vor einem Jahr noch im Trikot der TG Münden: Eduard Klyuyko. Foto: Brandenstein

Saarlouis. Für Mündens Ex-Handballer Eduard Klyuyko kann Ende April ein Traum in Erfüllung gehen: sein erstes Länderspiel.

In der vergangenen Drittliga-Saison war Klyuyko noch Topwerfer der TG Münden, doch bei seinem aktuellen Verein HG Saarlouis in der 2. Liga wurde er nicht ganz glücklich. Umso überraschender war der Anruf, der den 22-Jährigen am Freitag erreichte.

„Als mein Telefon um sieben Uhr morgens klingelte, dachte ich zunächst, jemand wollte einen Spaß mit mir machen“, beschreibt der junge Ukrainer seine erste Reaktion auf den Anruf von Nationalcoach Vitaly Andronov. „Er hatte einen jungen Rückraumspieler gesucht und ihn in mir gefunden. Ich bekomme seit Freitag das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht“, freut sich Klyuyko unheimlich.

Andronov übernahm die Auswahl der Osteuropäer, nachdem diese die zurückliegenden großen, internationalen Turniere verpasst hatte. Derzeit kämpft das Team, das nach dem Ausfall einiger Akteure Personalsorgen hat, um die Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 in Polen. Gegen Ungarn wurde klar verloren, in den beiden anstehenden Spielen gegen Portugal am 30. April und am 3. Mai ist Eduard Klyuyko erstmals dabei. Dann gilt es zu gewinnen, denn nur der allerbeste Gruppendritte qualifiziert sich zur EM. Ungarn und Russland dürften in der Gruppe 5 nicht zu schlagen sein.

Apropos Russland: Angesichts der schwierigen Beziehungen zum großen Nachbarn ist dieses Duell brisant. In Eduard Klyuykos Geburtsstadt Odessa ist nach seiner Aussage aber alles ruhig. Zu der verfahrenen Situation im Land gebe es viele unterschiedliche Meinungen. Er werde weiterhin versuchen, jedes Jahr zu seinen Großeltern zu reisen. Doch jetzt steht erst Mal sein erstes Länderspiel auf dem Plan. Nur zum Zuschauen wolle er nicht nach Kiew fliegen: „Ich will dort überzeugen, auch wenn die meisten Spieler der Mannschaft Champions-League-Niveau haben dürften.“

Dass Klyuyko, der mit sechs Jahren nach Erfurt kam, überhaupt für die ukrainische Mannschaft spielen darf, verdankt er einer Entscheidung, die er mit 16 traf: Damals behielt er den ukrainischen Pass: „Ich habe immer davon geträumt, dass ich einen Anruf wie den vom Freitag erhalte. Ich wollte schon immer für die Ukraine spielen.“

Die Berufung ins Nationalteam dürfte dem Rechtshänder mit dem harten Schlagwurf auch bei seiner weiteren Karriere helfen. Länderspiele machen sich im Lebenslauf schließlich besonders gut. Mal abwarten, ob er gegen Portugal diese Chance erhält.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.