Verband und große Mehrheit der Vereine sind sich einig

Saisonabbruch im niedersächsischen Handball

Symbolbild, Hände halten Handball
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Aus und vorbei! Die Handballsaison 2020/2021 von der Oberliga abwärts wird zu den Akten gelegt. Das gab der niedersächsische Verband jetzt bekannt.

Nachdem vor wenigen Tagen bereits der hessische Handball-Verband die Wertung seiner Saison abgesagt hatte und die Serie bis mindestens 5. April ruhen lässt, sprachen sich die Nachbarn in Niedersachsen (HVN) endgültig für einen Abbruch aus.

Hannover/Münden – Für Präsident Stefan Hüdepohl und Vizepräsident Jens Schoof ist es nur noch eine Formsache: „Die Beschlüsse der Bundes- und Landesregierungen zwingen uns, die Saison für die Mannschaften der Ober-, Verbands- und Landesligen sowie der Landesklassen für beendet zu erklären“, erläutert Hüdepohl am Montagabend. Der Abbruch solle ohne Wertung aller bisher ausgetragenen Spiele erfolgen. Den offiziellen Beschluss des Präsidiums kündigen Hüdepohl und Schoof noch für diese Woche an. Zuvor sei noch Rechtssicherheit zu schaffen. Rein sportlich steht damit nur noch eine Aufstiegsrunde für ambitionierte Oberligisten auf dem Plan. Die 3. Ligen, die unter Organisation des DHB spielen, sind nämlich bereit, Aufsteiger aufzunehmen. Aufgabe des Handball-Verbandes Niedersachsen sei dann, einen Modus zur Ermittlung der Aufstiegsplätze zu erarbeiten; in den auch Hygiene- beziehungsweise Testkonzepte einfließen müssten.

Vorausgegangen war der Mitteilung des Präsidenten ein Online-Austausch der Spitzenvertreter des Handball-Verbandes Niedersachsen gemeinsam mit denen der Gliederungen. Die Gliederungen des Verbandes wollen sich einvernehmlich dem anvisierten Präsidiumsbeschluss anschließen, hieß es am Montagabend. Allein von den 164 teilnehmenden Vertretern der Landesliga- und Landesklassen-Vereinen hatte sich knapp 90 Prozent dafür ausgesprochen, die Saison abzubrechen und auf eine Wertung zu verzichten. Hüdepohl: „Die überwältigende Mehrheit der Regionen und der Vereine unterstützt den Abbruch, fordert gleichzeitig auch Perspektiven, den Handballsport wieder zu betreiben.“ Ziel müsse sein, zumindest zurück ins Training zu kommen, „um dann Spiele auf freiwilliger Basis in engen regionalen Grenzen nötigenfalls auch auf Rasen oder im Sand zu organisieren.“

Stimmen:

Die höherklassig spielenden Handballmannschaften aus dem Altkreis Münden waren vom Saisonabbruch nicht mehr überrascht.

TG Mündens 2. Vorsitzender Reiner Schmitz hatte nichts anderes erwartet: „Man kann ja auch noch immer nicht absehen, wann die Sporthallen geöffnet werden. Die Unsicherheiten sind einfach zu groß.“ Jetzt werde die TG die Planungen für die kommende Saison in Angriff nehmen. Sebastian Flechtner aus dem Trainerteam der TG sieht es ähnlich: „Jeder von uns hätte zwar gern wieder gespielt, aber der Saisonabbruch ist nur vernünftig. Welches Niveau die Spiele nach so langer Pause gehabt hätten, kann sich doch jeder ausrechnen.“ Jetzt könne man nur darauf hoffen, dass die Impfungen schneller vorangingen und die nächste Serie wieder besser planbar werde.

Die Landesliga der Frauen hatte im Herbst noch keine einzige Begegnung absolvieren können. Mit der Saisonabsage ist auch für den SV Schedetal Volkmarshausen die lange Vorbereitungsphase, die im Sommer begonnen hatte nun völlig umsonst gewesen. Trainer Lars Koltscynski ist aber in erster Linie froh, dass nun Planungssicherheit besteht. Besonders wichtig sei es jetzt nicht nur für den SVS, dass der Verband entscheidet, ob die Jugendjahrgänge praktisch eingefroren werden und nächste Saison im selben Jahrgang antreten oder ob beispielsweise der ältere A-Jugend-Jahrgang der JSG Münden/Volkmarshausen in den Damenbereich des SVS aufrücken darf.

Dransfelds Trainer Lennart Pietsch sagt: „Der Abbruch ist die einzig richtige Entscheidung, man könnte derzeit einen Wiederauftakt auch nicht erklären. Wir sind jetzt vier Monate lang völlig raus aus dem Sport, und es wäre für die Spielerinnen viel zu gefährlich, nach nur drei Wochen und sechs Trainingseinheiten wieder zu beginnen.“ Manuel Brandenstein

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