Gimter Fußballer trainierten in der Boxhalle / Auch Sparring nicht ausgelassen

Schläge für die Kumpel

Gib Gas, Junge: Boxtrainer und Gastgeber Bernd Kulle feuert Dominik Franke an. Fotos: Schröter

Hann. Münden. „Ich bin echt platt und zittere am ganzen Körper“, stöhnt Andreas Kilian. In Strömen rinnt dem Spieler von Fußball-Bezirksligist TuSpo Weser Gimte der Schweiß von der Stirn. Sein Trikot ist klatschnass.

Gerade haben „Specki“ Kilian und seine Mannschaftskameraden, denen es nicht anders geht als dem Routinier, eine Trainingseinheit der etwas anderen Art hinter sich gebracht. Anstatt des runden Leders wurden Sprungseil und Boxhandschuhe benutzt. Anstatt Laufen, Dribbeln, Passen und Schießen hieß es Liegestütz machen, den Sandsack bearbeiten und mit einem Mitspieler zum Sparring in den Ring steigen. Alles unter Anleitung von Boxtrainer Bernd Kulle, der die Fußballer permanent anstachelte und an ihre Grenzen brachte.

„Das war richtig anstrengend“, sagt Malte Henrich, dem die Strapazen genauso anzusehen sind wie Andreas Kilian. „Vor allem die 580 Liegestütze waren der Hammer“, scherzt er. „So etwas mache man ja schließlich nicht jeden Tag.

Und genau das war auch die Idee, die hinter dieser Trainingseinheit steckte. „Zum einen wollte ich Abwechslung in die Wintervorbereitung bringen, die im Moment zwangsläufig hauptsächlich aus Laufeinheiten besteht“, sagt Trainer Matthias Weise. „Andererseits wollte ich mit den Jungs aber auch einmal etwas ganz anderes machen, bei dem sie Muskelpartien beanspruchen müssen, die sie sonst kaum benutzen.“ Und diese Partien würden die Teilnehmer am nächsten Tag auf jeden Fall in Form von Muskelkater zu spüren bekommen.

Neben der ungewohnten Belastung und dem Spaß, den die Boxeinheit den Spielern bereitete, sieht Weise noch einen weiteren Nutzen darin. „Gerade die Sparring-Runden sind unheimlich gut für die Konzentration“, sagt der Trainer. „Wer auch nur eine Sekunde nicht aufpasst, der bekommt was auf die Nase.“ Diese schmerzhafte Erfahrung musste auch Andreas Kilian machen. Zwar schlug er sich gegen Danny Willert zunächst richtig gut, bezahlte dann aber eine kurze Unachtsamkeit mit einer blutenden Nase. „So ist das eben beim Boxen“, nahm es „Specki“ jedoch erstaunlich gelassen.

„Was ich heute hier gesehen habe, das hat mir richtig gut gefallen“, meinte Andreas Spöhr. Im Gegensatz zu Matthias Weise, der selbst die Boxhandschuhe anzog und während der Einheit voll mit zog, betrachtete der neue Co-Trainer das Geschehen von Außen. „Mit diesem Training bekommt man die Jungs gut und vor allem schnell richtig fit“, so Spöhr.

Und weil man genau habe sehen können, wo die einzelnen Teilnehmer ihre Schwächen haben, würden er und Weise einige der Übungen künftig in das normale Training einbinden.

Von Per Schröter

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