21. ordentlicher Kreissporttag: Die Kreissportbünde Göttingen und Osterode bereiten ihre Fusion vor

Sport schneller als die Politik

Klaus Dreßler, der auf dem Kreissporttag in Lödingsen Willi Ballhausen als Sprecher des Vorstandes ablöste, stellt die geplante Fusion vor. Foto: Korte

Lödingsen. Mit dem Gedanken, dass der, „der sich nicht ändert, das verliert, was er hat“, eröffnete Willi Ballhausen als Sprecher des geschäftsführenden Vorstandes am Montagabend den 21. ordentlichen Kreissporttag des Kreissportbundes Göttingen (KSB).

Dass sich nur 72 der insgesamt 304 KSB-Vereine nach Lödingsen aufgemacht hatten, war gerade angesichts des Tagesordnungspunktes 6 („Fusion der Kreissportbünde Göttingen und Osterode zum 1. Januar 2016“) enttäuschend. Dennoch hatte Landrat Bernhard Reuter in seinem Grußwort das Lob parat, dass der Sport hier die Politik geschlagen habe: „Sie fusionieren schon im Januar 2016, wir Politiker erst im September“.

Warum die Fusion der beiden Sportkreise sinnvoll ist, erläuterte in seinem Grußwort Wolf-Rüdiger Umbach, der Vorsitzendes des Landessportbundes (LSB). Der dramatische Einbruch bei den ehrenamtlichen Kräften im Bereich des LSB und den ihm nachgeordneten regionalen Untereinheiten (von 300 000 in 2005 auf 180 000 in 2015) erfordere eine Konzentration der Kräfte: Knapp 50 KSB und SSB könne der LSB sich nicht mehr leisten, zumal gerade in der Fläche die demografische Entwicklung einerseits und die Tendenz zu Ganztagsschulen andererseits die Sportvereine vor wachsende Probleme stellen. Außerdem verlange die LSB-Satzung in §5 die Deckung der politischen mit den Sport-Grenzen.

Auf Augenhöhe

Der Volkmarshäuser Klaus Dreßler, Vorsitzender für Sport- und Vereinsentwicklung, stellte dann dem Kreissporttag die Überlegungen der Arbeitsgruppen vor sowie den Fusionsfahrplan: - Die Fusion ist sinnvoll, weil die beiden KSB sich strukturell ähneln - die beiden KSB fusionieren damit auf Augenhöhe; - Ziel der Fusion ist, dass alle Vereine die Dienstleistungen der Dachverbände zu gleichen Konditionen in Anspruch nehmen können; - und schließlich falle das Einwerben von Fördermitteln aus der Politik oder vom LSB dem von der Politik wie vom LSB gewünschten größeren Gebilde sicher leichter.

Der Fahrplan zum neuen Sportkreis Göttingen-Osterode habe nur noch zwei Stationen: Im September die außerordentlichen Kreissporttage in Göttingen und in Osterode, auf denen über die Fusion abgestimmt wird, und dann im Januar/Februar 2016 den ersten gemeinsamen Kreissporttag des aus der Taufe zu hebenden neuen Sportkreises. Auf dem würden auch die anfallenden Personalien besprochen. Die Versammlung akzeptierte Dreßlers Ausführungen ohne eigenen Beitrag.

KSB-Geschäftsführer Michael Heil wollte aber auf Nummer sicher gehen: „Wenn es Bedenken gibt, dann sollten wir sie hier und heute besprechen und nicht erst im September. Oder darf ich das Schweigen der Versammlung als einen Auftrag an den Vorstand verstehen, die Fusion voranzutreiben?“ Heil durfte.

Von Edzard Korte

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