Extremsport

Strapazen auf dem höchsten Berg der Welt: Staufenberger Holger Liese beim Everest Marathon

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Daumen hoch: Holger Liese mit dem Mount Everest im Rücken.

Es war eine starke körperliche Leistung, aber von Spaß konnte Holger Liese bei seiner jüngsten Lauf-Herausforderung - dem Mount Everest Marathon in Nepal - nicht gerade sprechen.

„Ich weiß nur eins: nämlich dass ich diesen Lauf nicht noch einmal machen werde!“, sagte der Landwehrhäger, als er wieder zu Hause war.

Warum er sich die Strapazen in fast 5400 Metern Höhe angetan hat, erklärt der 62-Jährige so: „Ich hatte schon viele Extremläufe mitgemacht, deshalb musste jetzt mal etwas Neues kommen.“ Der höchste Marathon der Welt ist auch ein exklusives Sport-Event. Teilnehmen dürfen bei der nur einmal pro Jahr durchgeführten Veranstaltung lediglich 75 Nicht-Nepalesen. Hinzu kommen genauso viele Einheimische, die natürlich den Sieg unter sich ausmachen. Für die Ausländer kostet die gut dreiwöchige Erfahrung laut Homepage rund 2500 Euro.

Adrenalin und Höhenkrankheit

Dafür wird zumindest an Strapazen nicht gespart. Doch die waren sogar für die geübten Extremläufer aus Europa eine Nummer zu groß. Alles begann mit einem Flug nach Kathmandu. In einer kleineren Maschine ging es zum Hauptzugang der Mount-Everest-Region, dem kleinen Ort Lukla, 3000 Meter hoch gelegen. Schon der Landeanflug sorgte für Adrenalin im Blut, denn um zur kurzen Landebahn zu gelangen, müssen einige Berggipfel umkurvt werden. Der Flugplatz soll zu den gefährlichsten überhaupt zählen.

Jubelpose: Holger Liese im Ziel auf 5400 Meter Höhe.

Weiter ging es mit einem zweiwöchigen Aufstieg in Richtung Basislager am höchsten Berg der Erde. Träger übernahmen den Großteil der Ausrüstung, die Touristen hatten vor allem mit der Gewöhnung an die immer dünner werdende Luft zu tun. Holger Liese beschreibt diese Phase des Trips so: „In den letzten Expeditionstagen zum Basislager, etwa ab einer Höhe von 4000 Metern, trat für alle die gefürchtete Höhenkrankheit, die sich in Form von Kopfschmerzen und leichtem Durchfall bemerkbar macht, auf. Parallel hierzu kommen auch Wesens- und Bewusstseinsveränderungen, sowie Schlafstörungen, die allen Teilnehmern massiv zusetzten.“ Hinzu kamen schlechte hygienische Verhältnisse sowie Übernachtungen in Zelten, die nachts an den Innenwänden vereist waren.

Wiederholung nicht erwünscht

Auf 5400 Metern angekommen wurde allen Europäern schnell klar, dass angesichts von nur 51 Prozent Sauerstoffgehalt in der Luft an einen echten Lauf kaum zu denken war. Stattdessen wurde auch viel gegangen. „Hier ging es nur ums Ankommen“, beschreibt Liese die Zielsetzung. Der pensionierte Polizeibeamte überquerte nach genau zwölf Stunden die Ziellinie in Manche Basar, und auch die anderen Europäer waren wohl nur froh, dass es vorbei war. Für eine Wiederholung habe sich jedenfalls niemand angemeldet. Der siegreiche Nepalese sei unter vier Stunden gelaufen. „Das ist unter diesen Ausnahmebedingungen aber eigentlich unverantwortlich“, meint Liese. Es folgte noch der zweitägige Abstieg.

Der Leiter des Staufenberger Marathon-Stützpunktes benötigte nach dieser Tour zehn volle Tage, um in der Heimat Körper und Geist wieder in den gewohnten Bereich einzupendeln. Es war eine echte Extrem-Erfahrung.

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