Keine Saisonwertung in Hessen

Staufenberger Handballer hatten damit gerechnet

Tom Hübner (am Ball) beim ersten und einzigen Saisonspiel im Herbst gegen Vellmar.
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In dieser Saison nur einmal im Einsatz: Landwehrhagens Tom Hübner (am Ball) beim ersten und einzigen Saisonspiel im Herbst gegen Vellmar.

Der Beschluss des Hessischen Handballverbandes (HHV), die aufgrund der Pandemie unterbrochene Saison endgültig abzubrechen, ist zwar noch nicht offiziell gefallen, doch die Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 5. April kommt dem sehr nahe. Die Serie wird laut HHV nicht gewertet.

Staufenberg - Von der jüngsten Entscheidung sind aus dem Altkreis Münden auch der HSC Landwehrhagen und der TSV Escherode betroffen. HSC Landwehrhagens Trainer Andreas Abe hatte bereits zu Beginn des zweiten Lockdowns im Herbst wenig Hoffnung auf eine Fortsetzung der Saison gehabt. Nun sagt er: „Im Sinne des Gesundheitsschutzes müssen wir Vereine diese Entscheidung abnicken. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn es noch eine sportliche Entscheidung über den Aufstieg gegeben hätte.“ Er hätte sich ein Turnier gewünscht, zu dem die aufstiegswilligen Vereine hätten antreten können.

Der HSC Landwehrhagen hatte sich auf die Saison 2020/21 im Vorfeld sehr gefreut, da es ihm gelungen war, einige abgewanderte Spieler wieder nach Staufenberg zurückzuholen. Damit schien es doch noch möglich zu sein, um den Aufstieg in die Bezirksoberliga mitspielen zu können. Diese Zielsetzung will der HSC auch für die kommende Saison – wann auch immer diese startet – beibehalten. Der HSC hofft, dass ihm die Spieler treu bleiben. In diesem Punkt bleibt aber – übrigens für alle Vereine – eine gewisse Unsicherheit bestehen. Schlechte Erfahrungen hatte in diesem Punkt beispielsweise der TSV Korbach während des ersten Lockdowns gemacht. Bei den Waldeckern hatten gleich mehrere Spieler die Lust am Handballsport verloren und sich abgemeldet.

Dass er von so etwas verschont bleibt, hofft auch der TSV Escherode. Die Mannschaft aus der Bezirksliga A der Frauen war im Herbst noch nicht im Einsatz gewesen und muss nun ebenfalls die Saison höchstwahrscheinlich abhaken. „Das alles tut schon weh. Auch dass man sich seit Monaten nicht mehr als Mannschaft treffen kann. Schließlich ist für uns der Handball auch so etwas wie eine Familie“, sagt TSV-Abteilungsleiterin Gabriele Gerwig. Es wäre aber sowieso die Frage gewesen, ob alle Spielerinnen zur Verfügung gestanden hätten. „Die Meinungen innerhalb der Mannschaft, ob man überhaupt spielen sollte, waren fünfzig-fünfzig“, erzählt Gerwig.

Auch für den Einsatz der E-Jugend – der zweiten Mannschaft im TSV – wären Saisonpflichtspiele sehr fragwürdig. Was Gerwig derzeit aber im Nachwuchsbereich regelrecht ärgert, ist die Forderung des Landesverbandes, bereits jetzt Mannschaften für die nächste Serie melden zu müssen. „Wir haben seit Oktober mit den Jugendspielern nichts mehr machen können“, so die Abteilungsleiterin, „ich kann doch jetzt nicht sagen, wie viele Spieler noch bei der Stange bleiben werden.“ Manuel Brandenstein

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