Dr. Georg Fieseler praktiziert künftig in Wuppertal – Verlust für heimische Sportler

Vertrauensperson geht

Immer für Sportler zur Stelle: Georg Fieseler (rechts) untersucht hier den Ellenbogen von TG-Kapitän Jann Rentsch.

Hann. Münden. Am Freitagvormittag verließ Dr. Georg Fieseler zum letzten Mal einen Operationssaal in Hann. Münden. „Für mich geht ein Lebensabschnitt zu Ende, ich werde hier viele und vieles vermissen“, sagte der 52-Jährige. Ab Januar wird er sich in Wuppertal/Schwelm unter anderem um geschädigte Knie und Schultern kümmern. Sein Wechsel hat auch für zahlreiche Sporttreibende aus dem Altkreis Münden Folgen.

Fieseler war in den zurückliegenden zwölf Jahren eine Vertrauensperson für verletzte Sportler und viele andere Patienten. 400 bis 600 Operationen führte er jährlich durch und ermöglichte zahlreichen Athleten die Fortsetzung ihrer Laufbahn. Besonders bei den Handballern der TG Münden war er zusammen mit Sportphysio Mario Heiter engagiert. 2004 schaute er sich zum ersten Mal ein Heimspiel an. „Da hat es mich gepackt“, erinnert er sich. „Ich hatte als ehemaliger Einzelsportler schon immer den Mannschaftssport vermisst.“

„Werde hier viele vermissen“

Georg Fieseler

Besonders in den Drittliga-Jahren der TG wussten es die hochkarätigen Neuzugänge zu schätzen, dass sie bei Beschwerden und Verletzungen keine Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Teilweise erfolgten Diagnose und Behandlung unmittelbar nach dem Spiel. Kreisläufer Dominic Leinhart zog sich beispielsweise einen Achillessehnenriss zu. Nur eine Stunde später war er operiert. Sven Seidler schwoll nach einem Schlag auf den Kehlkopf der Hals zu inklusive akuter Atemnot, ein ausgerenktes Schultergelenk wurde einem Spieler auf der Mannschaftsbank wieder in Position gebracht. Auch hier war Fieseler in Windeseile zur Stelle. Selbst Zuschauer in der Gymnasiumshalle profitierten von seinem bekannten Arbeitseifer. Einem älteren Fan renkte Fieseler noch auf den Rängen das künstliche Hüftgelenk wieder ein.

TG-Kapitän Jann Rentsch hatte es nur mit kleineren Verletzungen zu tun, betont aber, dass Fieselers Abschied eine große Umstellung bedeute. „Unsere bisherige Versorgung war wahrscheinlich besser als bei allen anderen Oberligisten. Was da möglich gemacht wurde – auch an Spezialuntersuchungen – war schon Wahnsinn. Wir müssen sehen, wie es nun weitergeht.“ Die TG hofft auf einen kompetenten Nachfolger.

Georg Fieseler machte sich in seiner Mündener Zeit als absoluter Experte für Sportverletzungen einen Namen. Er operierte sogar in Indien und den Emiraten, publizierte in Fachzeitschriften. Sportler aus einem Umkreis von 250 Kilometern suchten seinen Rat. „Mein Ziel war folgendes: Wenn jemand Schulter- oder Kniebeschwerden hat, soll er an den Namen Fieseler denken. Das habe ich geschafft.“ Die derzeit bestehenden Unklarheiten am Mündener Krankenhausstandort veranlassten ihn, sich nun für einen Wechsel nach Wuppertal und Schwelm zu entscheiden. Auf Mündener Kundschaft muss er auch im Westen der Republik nicht verzichten. Schon für den kommenden Januar haben sich Patienten aus dem Altkreis angekündigt.

Von Manuel Brandenstein

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