Gänsehaut-Momente beim 19. Lollslauf: Von Doppelsiegern und blauhaarigen Einhörnern

+
Kurz vor dem Ziel: Die Mannschaft aus Sumperk gewinnt den Zehn-Kilometer-Teamwettbewerb.

Viele Höhepunkte und Gänsehaut-Momente: Beim 19. Lollslauf in Bad Hersfeld gab es mit Philipp Stuckhardt einen Doppelsieger und bei den Mannschafts-Läufen viel Spannung.

Das erste Signal ist kein Startschuss: Die Klänge der Turmbläser des CVJM tönen vom Turm der Stadtkirche herab. Die Sonne strahlt. Lola winkt. Drüben auf dem Festplatz zum Lullusfest blinkt das Riesenrad in der Sonne. Und an der Startlinie treten die Schüler von einem Fuß auf den anderen. Es kann losgehen: Es ist Lollslauf.

„Schlag auf Schlag geht es auf dem Linggplatz“, wie Moderator Werner Damm immer wieder betont. Und damit hat er Recht: Der 19. Lollslauf, er hat zahlreiche Höhepunkte und Gänsehautmomente.

Doppelsieger beim Lollslauf: Philipp Stuckhardt

Mehrere davon liefert Philipp Stuckhardt. Der Mann aus Kohlhausen, der jetzt für den PSV Grün-Weiß Kassel startet, steht zunächst einmal am Start der fünf Kilometer. Sieht zuversichtlich aus. Und kommt 15 Minuten später mutterseelenallein in großen Schritten die Weingasse hinauf. Eine gute weitere Minute danach ist er mit Streckenrekord im Ziel – der erste Heimsieg des Tages beim Lollslauf. Das Publikum jubelt, und Stuckhardt fällt seinem Trainer Winfried Aufenanger in die Arme. „Mister Kassel-Marathon“ ist jedes Jahr dabei beim Lollslauf.

Er wird Stuckhardt später noch zu einem weiteren Sieg beglückwünschen können: Der Kohlhäuser ist auch über zehn Kilometer Schnellster.

Neue Mannschafts-Strecke beim Lollslauf kam gut an

Doch was den Lollslauf von anderen Wettkämpfen unterscheidet, ist die Vorfreude auf das große Fest – und damit jede Menge Spaß. Auch für die, die nicht um Zehntelsekunden fighten: die Mannschaften. Allein 65 sind es beim neuen Wettbewerb, dem Teamlauf über fünf Kilometer. „Mit so einer Zahl haben wir überhaupt nicht gerechnet“, freut sich Orga-Chef Olaf Podszuweit. Die gegenüber früher halbierte Strecke ist ein Volltreffer. Bei den Klosterläufern, beim TV Hersfeld, der SPD, MAN Service, der Feuerwehr (bei steigenden Temperaturen in voller Montur unterwegs!) und bei Teams, die sich fantasievolle Namen wie „Glück ’l’auf“ gegeben haben. Im Ziel wird geschwitzt – und gefachsimpelt.

Autogramme und Selfies mit den Ehrengästen des Lollslaufs

Fachsimpelei: 3000-Meter-Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause mit Moderator Werner Damm – und Lola.

Fachsimpeleien ganz anderer Art bekommen die Zuschauer von den Ehrengästen geboten. Der Kommentar zur letzten Runde des 3000-Meter-Hindernislaufs von Berlin, der Gesa Felicitas Krause in Berlin zur Europameisterin machte, wird noch einmal eingespielt – der nächste Gänsehautmoment. Und die Läuferin, die 2005 („Ich hab’s jetzt nachgeschlagen“) beim Lollslauf als Schülerin startete, lässt ihre großen Momente Revue passieren: „Der Lauf war, wie ich es mir ausgemalt habe. Aber der Sport ist so schnelllebig – beim nächsten Wettkampf kann alles ganz anders aussehen.“ Danach war Krause nah beim Publikum: Autogramme hier, Selfies da.

Lisa Hahner - die einsame Frauensiegerin beim Lollslauf

Konzentration am Halbmarathon-Start: Lisa Hahner.  

Das Ziel – es ist für die Halbmarathonis 21,1 Kilometer entfernt, als sie an der Startlinie stehen. Ganz vorn: Lisa Hahner im weinroten Laufdress. Daneben, mit der Startpistole in der Hand: Zwillingsschwester Anna, nicht im Laufdress. Sie ist noch verletzt.

1:11:01 Stunden später freut sich Kassels Trainer Winfried Aufenanger über den Sieg seines Schützlings Jens Nerkamp, Lisa Hahner liegt als einsame Frauensiegerin in 1:18:22 zehn Minuten vor der Zweiten. „War ganz schön heftig da draußen“, kommentiert der Sieger. Und die Siegerin: „Ich habe echt gebissen.“

Spannende Mannschafts-Duelle

Noch heftiger wird der krönende Abschluss des 19. Lollslaufs: der Mannschaftslauf über zehn Kilometer. Er wird zunächst zum Duell zweier großartiger Teams: Der PSV Grün-Weiß Kassel will einen weiteren Sieg einfahren, doch dagegen haben die Gäste aus Sumperk etwas. Als Erste biegen sie am Lullusbrunnen auf die Weingasse ein, und als Erste löschen sie ihre Fackel im Ziel – eine Minute vor dem PSV. Gut 35 Minuten brauchen die Sieger.

Doch der eigentliche Wettbewerb beginnt danach. Der RSV Bad Hersfeld zeigt, dass er’s auch zu Fuß kann, das Team Bickhardt Bau baut unter anderem auf einen gewissen Philipp Stuckhardt – einen Cousin des Doppelsiegers. Aus Eichenzell gewinnen die „Running Divas“ vor den Einhörnern mit blauen Haaren des TV Breitenbach und den „Mädels“ des Alpenvereins. Am Ende stehen sie zusammen im Ziel, verschwitzt aber glücklich. Die Sonne strahlt. Lola winkt. Es ist Lollslauf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.