Sportkegeln

AN Bosserode schafft Sprung in die Eliteliga

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Der Aufsteiger in die 1. Bundesliga, Zweitliga-Meister AN Bosserode: hinten von links mit Justin Ehling, Tobias Brill, Sigurd Staniczek und Stefan Michel; vorne von links mit Andreas Sekulla, Michael Reith und Rene Windolf. 

Nun also doch Erstligist! Die Sportkegler von AN Bosserode steigen in die 1. Bundesliga auf.

VON THOMAS WALGER

Wildeck– Der Sportausschuss des Deutschen Schere-Keglerbundes (DSKB) hat am Samstag entschieden, dass die Saison nun ohne die begonnenen, aber dann abgebrochenen Playoffs gewertet wird. Und damit darf Zweitliga-Meister Bosserode hoch ins Oberhaus.

Der Hauptausschuss des Verbandes muss dem noch zustimmen und dafür Teile seiner Spielordnung ändern. Das scheint aber nach der jüngsten Entwicklung reine Formsache zu sein, sagt Torben Möller, der Landessportwart der hessischen Kegler.

Er argumentiert: „Natürlich kann gegen die Entscheidung vom Samstag noch Einspruch erhoben werden. Allerdings ist dies nicht zu erwarten, da nahezu alle Bundesligisten sich in einem offenen Brief für die nun beschlossene Version ausgesprochen haben. Die Landesverbände und Bundesligisten sind sich also einig. Warum sollte dann noch gegen die Entscheidung vorgegangen werden?“

Wie es der Zufall wollte, haben die Bosseröder Spieler am Samstag zusammen von ihrem Glück erfahren. Denn sie befanden sich gerade in Bamberg auf ihrer Saison-Abschlussfahrt. „Wir hatten schon den ganzen Nachmittag auf die Entscheidung hingefiebert“, erzählt Tobias Brill, „wir haben unseren Aufstieg dann gleich richtig gefeiert.“ Es seien auch sofort viele Anrufe von anderen Vereinen gekommen, die uns gratuliert haben.“

Der Einzug in die 1. Bundesliga ist für Tobias Brill und seine Mitstreiter ein ganz besonderer Erfolg – gerade nach dem im Frühjahr 2019 so unglücklich in den Playoffs verpassten Triumph: „Endlich hat es geklappt. Jetzt haben sich die ganzen Jahre, die wir darauf hingearbeitet haben, gelohnt. Wir hatten uns ja auch diesmal schon damit abgefunden, dass wir weiterhin in der 2. Bundesliga spielen müssen.“

Nun geht es für die Wildecker – wohl ab September – in der auf elf Teams aufgestockten 1. Bundesliga gegen den Deutschen Meister Oberthal, gegen Heiligenhaus, Düsseldorf, Münstermaifeld, Herford, Landsweiler, Iserlohn, Hüttersdorf, Kamp-Lintfort und Gelsenkirchen. Weite Fahrten warten also.

Allerdings bleibt AN Bosserode das Anhängsel Playoffs/Playdowns erspart: Die Bundesliga-Saison 2020/21 kommt ohne Entscheidungsrunde aus.

Die Bosseröder freuen sich auf das Abenteuer 1. Bundesliga, das sportlich eine große Herausforderung darstellt. Und Tobias Brill betont auch, dass nicht zuletzt das Engagement eines Mannesl zum Aufstieg beigetragen habe: „Riesenkompliment an Torben Möller, der sich als hessischer Landessportwart sehr für uns eingesetzt hat.“

Die Bosseröder rechnen damit, dass der Hauptausschuss den jüngsten Beschluss an einem der beiden nächsten Wochenende bestätigen wird.“

Zum Sinneswandel der Funktionäre beigetragen hat auch eine Whats-App-Gruppe, in der sich vor ein paar Wochen Vertreter von zahlreichen Kegelvereinen kurzgeschlossen haben – eigentlich wegen des Unmuts über ein neues, vom Verband nicht kommuniziertes  Wertungssystem.

In dieser Gruppe habe sich ein lebhafter Meinungsaustausch entwickelt, sagt Tobias Brill. Über sie kam es auch zu dem offenen Brief, in dem der Verband aufgefordert wurde, eine sportlich gerechtere Lösung für das Saison-Abbruch-Szenario zu finden – ein kleines, ermuntendes Lehrstück über selbst initiierte Basisdemokratie.

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