Torhüter Gianluca Münstedt wechselt ins Deutsche Fußball-Internat

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Er hat sein Ziel fest im Blick: Der Baunataler Torwart Gianluca Münstedt zog vor wenigen Tagen ins Deutsche Fußball-Internat nach Bad Aibling und will dort seinen Traum vom Profi verwirklichen.

Baunatal. Wer geht, hat meist das bessere Ende für sich. So wohl auch bei Familie Münstedt. Sohn Gianluca, Torwarttalent, zog vor wenigen Tagen ins Deutsche Fußball-Internat (DFI) nach Bad Aibling in Oberbayern.

Katarzyna Münstedt

Gut gelaunt und unbekümmert, während seine Eltern Katarzyna und Kay-Uwe neben aller Freude auch ein wenig gemischte Gefühle hatten.
„Aber sie sind selbst schuld, dass ich gehe“, sagt der 15-Jährige, der bisher das Tor der C-Junioren von Eintracht Baunatal hütete, mit einem Schmunzeln. Selbst schuld, wie das? „Ja, meine Mutter wollte schon immer, dass ich mehr rausgehe und mit anderen was unternehme. Im letzten Jahr sollte ich deshalb in ein Fußball-Feriencamp. Das war dann eben in Bad Aibling“, blickt Gianluca zurück. 530 Kilometer entfernt überzeugte er die Trainer und erhielt die Anfrage, ins Internat zu kommen. Sogar ein Stipendium wird ihm gewährt, womit den Eltern die Kosten erspart bleiben. Gibt es später Transfererlöse, muss das Stipendium wie ein Kredit zurückgezahlt werden.

Die mittlere Reife sollte Gianluca erst noch in Baunatal absolvieren, nun stand dem Umzug nichts mehr im Wege. Auch nicht von Seiten der Eltern. „Wir müssen halt jetzt loslassen. Aber das ist eine spannende Geschichte für ihn, zumal die dortigen Trainer ihm gute Prognosen gestellt haben“, berichtet Kay-Uwe Münstedt. Katarzyna ergänzt: „Gianluca war in den letzten zwölf Monaten mehrmals dort und wir auch. Alle konnten sich rantasten, sodass die Umstellung nicht auf einen Schlag kommt.“

Das Fachabitur machen

Kay-Uwe Münstedt

Gianluca Münstedt selbst ist zwar von Kopf bis Fuß auf Fußball eingestellt, will im Internat aber zumindest das Fachabitur machen. „An den strikten Tagesablauf gewöhnt man sich, das ist nicht schlimm“, urteilt der 1,90 Meter große Schlussmann über die wartenden Anforderungen. Sie lauten: Aufstehen um sechs Uhr, danach Schule und Training im mehrmaligen Wechsel bis 20 Uhr, Bettruhe um 22.30 Uhr. Laut Internat versteht es sich, dass für PC-Spiel oder Fernsehen kaum Zeit bleibt.

Selbst dies schreckt Gianluca nicht: „Das ist nicht lebensnotwendig und gilt ja für alle.“ Auch der Abschied von zuhause fällt ihm nicht schwer. Zumal er Pflichten los ist, wie er scherzhaft anmerkt: „Jetzt muss jemand anderer Staubsaugen und den Müll rausbringen. Mein Vater muss sich einen neuen Gegner an der Playstation suchen.“

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