Leidenschaft Basketball

Die Bundesliga als Ziel: Bastian Reuß aus Solz spielt in der Jugend-Basketball-Bundesliga

Bastian Reuß hält einen Basketball in der rechten Hand. Das Bild entstand auf dem Basketballplatz in Solz.
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Basketball ist seine Leidenschaft, für die er hart trainiert: Bastian Reuß spielt in der U 16 der ACT Kassel in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL). Dieses Foto entstand auf dem Basketballplatz in Solz, auf dem der 15-Jährige zwischenzeitlich fast täglich einige Stunden verbrachte – allein, mit Freunden oder seinem Bruder.

Bastian Reuß hat einen steilen Aufstieg hinter sich, auch dank seines Vorbilds Michael Jordan. Der 15-Jährige aus Solz spielt bei der ACT Kassel in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL). Sein persönliches Ziel ist die BBL, die Basketball-Bundesliga.

Solz/Kassel – „Some People want it to happen, some wish it would happen, others make it happen“ (auf deutsch: Manche Menschen wollen, dass es passiert, manche wünschen es sich, andere machen es möglich). Getreu diesem Zitat des ehemaligen US-amerikanischen Basketballspielers Michael Jordan will der 15-jährige Bastian Reuß aus Solz seine Träume verwirklichen.

Die Inspiration dazu gab ihm nicht nur sein Vorbild Michael Jordan, sondern auch sein ehemaliger Trainer Alai Barite. „Wenn du genug trainierst, dann kannst du alles schaffen“, sagt Bastian Reuß, der im vergangenen Jahr den Sprung in die Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) geschafft hat. In der U 16 der ACT Kassel geht der Solzer seit September auf Körbejagd.

Die Leidenschaft zum Basketball kam mit zehn Jahren. Ein Geschäftskollege seines Vaters Alexander lud die Beiden damals zum Spiel der Gotha Rockets gegen die Eisbären Bremerhaven ein – das erste Spiel, das Bastian Reuß live verfolgte. „Das war echt cool“, sagt der 15-Jährige heute. Begeistert hat ihn damals vor allem die Schnelligkeit des Spiels – eine Mannschaft hat für einen Angriff nur 24 Sekunden.

Basketball in der Jugend-Bundesliga (JBBL): Von Gotha über Hersfeld zur ACT Kassel

Die Euphorie war damals so groß, dass Bastian Reuß wenig später selbst auf dem Parkett stehen wollte und seine Fußballschuhe, er spielte drei Jahre lang in Bebra, an den Nagel hing. Seine Karriere als Basketballer startete der Solzer daher in Gotha (Thüringen) – allerdings nur für ein paar Monate. „Das war logistisch einfach nicht machbar“, betont Mutter Isabell, die ihren Sohn zu jener Zeit immer die 80 Kilometer lange Strecke von Solz nach Gotha zum Training fuhr.

Der nächste Schritt folgte für Bastian Reuß dann 2019 mit dem Wechsel zu den TV Hersfeld Titans in die Bezirksoberliga. Seinem damaligen Trainer Alai Barite verdankt der 15-Jährige heute seine größten Fortschritte. „Er hat große Verdienste an meinem Weg und hat mir gezeigt, dass es sich auszahlt, wenn man viel trainiert“, sagt Reuß. Barite hätte ihn fit gemacht und für höhere Aufgaben empfohlen, die nicht lange auf sich warten ließen.

Die Nummer 25 bei der ACT Kassel: Bastian Reuß.

Nach einem Sichtungstraining der ACT Kassel im September vergangenen Jahres wurde der Solzer direkt in den U 16-Kader der Basketballabteilung des Vereins aufgenommen. „Das ist natürlich super, dass ich da die Möglichkeit bekommen habe, in der JBBL zu spielen,“, sagt Reuß und fügt hinzu: „Das habe ich ein Stück weit auch Alai zu verdanken. Er hat mich gut darauf vorbereitet.“ Denn Reuß war es gewohnt, intensiv und hart zu trainieren. „Ich wusste schon im Vorfeld, was mich erwartet und dass ich 100 Prozent geben muss“, sagt er.

Saison in der Jugend-Basketball-Bundesliga unterbrochen: „Das ist absoluter Mist“

Dreimal die Woche – dienstags, donnerstags und freitags – fährt der 15-Jährige nun zum Training nach Kassel, meistens mit dem Zug. „Auf der Zugfahrt kann ich einige Dinge erledigen, sodass ich alles unter den Hut kriege“, sagt Reuß. Denn bis er nach dem Training wieder zuhause in Solz ist, ist der Tag für ihn auch schon wieder vorbei. „Da bleibt nicht mehr viel Zeit – auch am Wochenende nicht, aber das zahlt sich aus“, betont der 1,90 Meter große Basketballer, der einer der Größten in seinem Team ist.

„Mein Job ist es, das Spiel für die Leistungsträger zu kreieren und vorzubereiten“, sagt Reuß, der im Spiel die Position Small Forward einnimmt, im Deutschen auch als Flügelspieler bezeichnet. Für ihn gehöre es auch dazu, seinen Teamkollegen Freiräume zu schaffen. Wenn die Nummer 25 aber selbst auf den Korb wirft, dann ist das Mitteldistanz-Werfen aus etwa sechs Metern seine Paradedisziplin.

Das vorrangige Ziel in dieser Saison ist für die U 16-Basketballer, die das zweite Jahr in der Jugend-Bundesliga spielen, der Klassenerhalt. Doch auch hier müssen sich die ACTer gedulden, da die Saison wegen der Corona-Pandemie aktuell unterbrochen ist. „Es ist gerade alles angelaufen und dann das. Das ist absoluter Mist“, sagt Bastian Reuß und fügt hinzu: „Damit wurde ein großer Teil von mir genommen.“

Das Ziel ist die Basketball-Bundesliga

Reuß’ persönliches Ziel ist es, irgendwann mal in der Basketball-Bundesliga auf dem Parkett zu stehen. „Wenn ich die Lust und die Motivation behalte und am Ball bleibe, dann kann ich das schaffen“, betont der 15-Jährige und fügt hinzu: „Ob es für die NBA (nordamerikanische Profiliga, Anm. d. Red.) reicht, steht in den Sternen.“

Erst mal liegt seine Konzentration aber auf dem Abitur an der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg. „Dann überlege ich weiter“, sagt der Neuntklässler, der auch seinen jüngeren Bruder Martin mit der Leidenschaft zum Basketball angesteckt hat.

Von Alicia Kreth

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