Fußball-Kreisoberliga

Gelb, weil Bebras Keeper mit Stollen Markierungen zieht

Der vergangene Sonntag war nicht der Tag des Patrick Jahn: Schon vor dem Anpfiff erhielt der Torwart der FSG Bebra die Gelbe Karte. Für ein Vergehen, das sonst so gut wie immer ungeahndet bleibt. Und dann verlor er mit seinem Team nach einem lauen Kick auch noch 0:2 gegen die SG Haunetal. Foto: Kersch/nh

Bebra. FSG Bebras Keeper Jahn verwarnt, weil er mit den Stollen Markierungen gezogen hatte

Gelbe Karten wirbeln selten richtig viel Staub auf. Die aber, die Schiedsrichter Mario Beckmann vom SSV Rambach am Sonntag gegen FSG Bebras Torwart Patrick Jahn gezückt hat, sorgte für reichlich Gesprächsstoff.

Denn der Keeper erhielt sie bereits vor dem Anpfiff des Heimspiels des Fußball-Kreisoberligisten gegen Haunetal.

Der gelbe Karton löste zunächst einmal großes Rätselraten aus. Was war passiert? Hatte Patrick Jahn dem Unparteiischen ein paar unpassende Worte gesagt? Aber aus welchem Grund, der Ball rollte ja noch nicht einmal.

Des Rätsels Lösung: Der Bebraer Schlussmann hatte das gemacht, was für viele seiner Kollegen längst zur Routine geworden ist. Er hatte auf dem Weg zu seinem Tor schnell noch mal mit seinen Stollen die Mitte des Sechzehners und seines Torraumes markiert - zur besseren Orientierung.

„Die Entscheidung des Schiedsrichters, dem Bebraer Torwart die Gelbe Karte zu zeigen, ist richtig“, sagt Verbands-Schiedsrichterobmann Karsten Vollmar aus Bad Hersfeld. Eine Markierung des Spielfeldes ist sogar eine Pflichtverwarnung wie zum Beispiel „der unerlaubte Wiedereintritt ins Spielfeld oder das taktische Foul in aussichtsreicher Position“.

Karsten Vollmar liefert auch gleich den vollständigen Text der Regel eins zum Komplex Spielfeld: „Bringt ein Spieler mit den Füßen unerlaubte Markierungen auf dem Spielfeld an, wird er wegen unsportlichen Betragens verwarnt. Bemerkt der Schiedsrichter, dass die unerlaubten Markierungen während des Spiels angebracht wurden, muss er den fehlbaren Spieler wegen unsportlichen Betragens verwarnen, sobald der Ball nicht mehr im Spiel ist.“

Nicht wahllos nachbessern

Den Sinn dieser Vorschrift erläutert Karsten Vollmar wie folgt: „Jeder Sportplatz ist mit vorgeschriebenen Pflichtmarkierungen und Equipment wie zum Beispiel Eckfahnen ausgestattet. Würde jetzt jeder hier wahllos Markierungen anbringen, so wäre das ein Verstoß gegen den Spielfeldaufbau.“ Außerdem, so gibt er zu bedenken, sei diese Regel ja auch im Sinne der Platzwarte, denn durch das Markieren werde ja auch ein Stück Rasen mutwillig beschädigt.

Allerdings hat Patrick Jahn wirklich Pech gehabt, denn welcher Schiedsrichter zückt für ein solches Markieren tatsächlich den gelben Karton? Pflicht hin oder her - diese Bestrafung wird so gut wie nie ausgesprochen. Und wer schon beim Warmmachen seine Stollen zum verbotenen Einsatz bringt, wenn der Schiri noch in der Kabine ist, dürfte ohnehin um die Verwarnung herumkommen. Aber Vorsicht: Vielleicht ist ja der Platzwart in der Nähe...

Von Thomas Walger

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