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Kartfahrer Kimi Mey hat „das Gespür für die Ideallinie“

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Von: Alicia Kreth

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Jung, schnell und erfolgreich: Der zehnjährige Kimi Mey aus Lispenhausen hat in seinem ersten Jahr als Nachwuchs-Kartfahrer schon einige Pokale gewonnen und die Rotax Max Micro Klasse aufgemischt.
Jung, schnell und erfolgreich: Der zehnjährige Kimi Mey aus Lispenhausen hat in seinem ersten Jahr als Nachwuchs-Kartfahrer schon einige Pokale gewonnen und die Rotax Max Micro Klasse aufgemischt. © Alicia Kreth

Lispenhausen – Von null auf hundert startete Nachwuchs-Kartfahrer Kimi Mey in diesem Jahr durch. Der Zehnjährige aus Lispenhausen etablierte sich sofort in der Rotax Max Micro Klasse und schloss die Serie der jungen Fahrer im vorderen Mittelfeld ab.

Dabei saß Kimi im Mai 2021 zum ersten Mal überhaupt in einem Kart. Auf einer Kartbahn in Fulda packte ihn die Begeisterung für den Motorsport, dabei machte er beim zweiten Mal direkt den Bahnbetreiber auf sich aufmerksam. „Kimi ist von Anfang an sehr sauber gefahren. Er hat eine unheimliche Grundschnelligkeit und das Gespür für die Ideallinie“, erklärt Marcus Mey.

Während der Zehnjährige auf dem gesteckten Parcours Runde für Runde drehte, knüpften seine Eltern Marcus und Evelyn Mey neben der Bahn Kontakte und tauchten dabei immer tiefer in die Materie des Kartsports ein. „Wir haben viele Leute kennengelernt, die uns weitergeholfen haben, sich in dem Motorsport-Dschungel zurecht zu finden“, erklärt Evelyn Mey.

Vom Interesse gepackt, machte Kimi wenig später in Mülsen, auf einer der modernsten Outdoor-Kartbahnen Europas, einen Kart-Schnupperkurs beim ADAC. Wie es der Zufall wollte, geriet die Familie direkt an den richtigen Ansprechpartner – Jean-Louis Capliuk, seit 1986 erfolgreicher Kart- und Automobilrennfahrer. Er sagte damals: „Der Bub hat Talent“, erinnert sich Evelyn Mey.

Und so kam die Familie, nach dem folgenden Aufbaukurs, schnell an den Scheideweg. Entscheiden sie sich für oder gegen das zeitaufwendige und teure Hobby? „Wenn ihr den Weg mit Kimi gehen wollt, dann braucht ihr ein eigenes Kart“, hatte Capliuk damals zu ihnen gesagt. „Als Laie schwirren dir da noch 1000 Fragen durch den Kopf“, erklären Kimis Eltern, die sich mit dem Zehnjährigen oft darüber unterhielten.

Eine mutige Entscheidung für den Kartsport folgte Anfang diesen Jahres, die das ganze Leben der Familie veränderte. „Das war eine eine Lebensumstellung für uns“, sagt Evelyn Mey. Denn seither verlaufen vor allem die Wochenenden anders. Rund 600 Kilometer touren Kimi und seine Eltern pro Woche durch Deutschland – anfangs übernachteten sie noch im Hotel, wenig später legten sie sich – auch aus Kostengründen – einen Wohnwagen zu.

Und Kimi als absoluter Neuling dieser Sportart, der zuvor die Rennfahrerlizenz erwarb, fuhr mit seinem eigenen Kosmic-Kart von Beginn an sehr gut mit in seiner Klasse – auch wenn ihm in manchen Situationen wie beim Start oder Überholen noch die Erfahrung fehle, wie sein Vater Marcus sagt.

Dennoch steigerte sich der Zehnjährige, der mit Maximalgeschwindigkeiten von über 100 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, von Rennen zu Rennen und schloss seine erste Serie Ende September in Belleben im guten Mittelfeld der Fahrer ab – mit Tendenz nach vorne. „Das ist ein tolles Gefühl“, sagt Kimi, der froh über die Unterstützung seiner Eltern ist.

„Das war ein mega Jahr. Er merkt, dass er schnell ist, und will mehr. Wir sind gespannt, wo die Reise hingeht“, resümiert Marcus Mey, der als Mechaniker fungiert und in allen anderen Belangen seit kurzem vom Kartteam „forty-two Competition“ unterstützt wird – auch in der Ausbildung von Kimi als Fahrer. „Wir haben gemerkt, dass wir Unterstützung brauchen, weil Kimi uns auch als Mama und Papa braucht“, ergänzt Evelyn Mey.

Dass der Viertklässler in seinem ersten Jahr gleich so einschlägt, damit hat die Familie nicht gerechnet. „Wir wollten das erste Jahr zum Reinschnuppern nutzen“, erklärt Evelyn Mey. Doch Kimi will mehr. Seine Ambitionen steigen, er möchte groß rauskommen. Der Zehnjährige will als Sieger auf dem Podest stehen und möchte auf die internationale Bühne. Das Talent dazu hat er, doch müssen ihn seine Eltern in seinem Ehrgeiz noch ab und zu bremsen, gibt Marcus Mey zu. Denn: Der Spaß steht im Vordergrund.

Von Alicia Kreth

Rasend schnell unterwegs: Kimi Mey fährt auf den Strecken bis zu 100 Stundenkilometer.
Rasend schnell unterwegs: Kimi Mey fährt auf den Strecken bis zu 100 Stundenkilometer. © Alicia Kreth

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