Fußball: Lars Schneider im HNA-Interview über den Weg seiner Braacher zum Titel

Mit Disziplin und Ehrgeiz

In Braach gab es am Saisonende reichlich Anlass, zu jubeln: Erste Mannschaft Meister, die Reserve steigt ebenfalls auf - das brachte die TVler in Feierlaune. Foto: Pippert

Braach. Nach elf Jahren in der Fußball-Kreisliga B ist der TV Braach in die A-Liga zurückgekehrt. Trainer Lars Schneider kann nach seiner ersten Saison eine tolle Bilanz vorweisen. Aus 28 Spielen gab es 25 Siege. Und auch die Reserve ist aufgestiegen.

Beim TV Braach dürfte Aufbruchsstimmung herrschen... Lars Schneider: Auf jeden Fall. Wir sind immer noch in Feierlaune. Jetzt sind wir noch mit 33 Mann nach Düsseldorf gefahren und haben noch mal ordentlich einen draufgemacht. Das absolute Highlight war aber natürlich unsere Meisterfeier. Wir haben trotz Regens die ganze Nacht draußen gefeiert, ein paar Mädels haben extra ein Lied komponiert und gesungen, auch meine Frau hat zwei Lieder gesungen. Roma unterstützt mich bei meiner Arbeit in Braach immer wieder. Es war einfach von A bis Z jeder da, vom Vorstand, aus dem Umfeld - alle, die mitgeholfen haben.

Stichwort Umfeld: Da hat sich in Braach einiges getan während der Meistersaison. Schneider: Wir haben uns letzten Sommer zusammengesetzt - Vorstand, Spielerrat und Trainer - und uns überlegt: Wie können wir den TV Braach interessanter machen, um etwas aus dem Schatten der großen Nachbarvereine aus Heinebach und Rotenburg/Lispenhausen herauszutreten? Dann haben wir die Rollen und Aufgaben auf mehrere Köpfe verteilt.

Ein Faktor dabei ist wohl der gelungene Facebook-Auftritt. Mit mehr als 350 Likes muss sich der Klub vor den heimischen Kreisoberligisten nicht verstecken. Schneider: Genau. Anfang der Saison hatten wir 50 oder 60 Follower, jetzt sind die Zahlen in kurzer Zeit stark gestiegen. Ich denke, auch wegen unserer Facebook-Seite kommen jetzt mehr Zuschauer zu unseren Spielen. Das haben wir vor allem Martin Pippert, der tolle Fotos macht, und Ilija „Ingo“ Afanasyev zu verdanken. Die Spielberichte von Ingo sind Entertainment pur. Für die neue Saison haben wir schon ein paar neue Ideen.

Zum Sportlichen: Wer waren die Schlüsselspieler auf dem Weg zum Aufstieg? Schneider: Unseren Torhüter Paul Eliseev muss man da absolut hervorheben. 17 Gegentore in 28 Spielen, das ist herausragend. Dann wäre da noch unser Kapitän Martin Börner, der die Leitung des Trainings übernommen hat, wenn ich mal nicht da war. Wir denken sehr ähnlich über Fußball, auf ihn ist immer Verlass. Der Schlüssel aber war der große Zusammenhalt in unserer Mannschaft.

Sie sind in Ihrer ersten Saison als Senioren-Trainer souverän Meister geworden mit einer Mannschaft, die zuletzt immer Mittelmaß war. Wie stolz sind Sie darauf? Schneider: Natürlich höre ich viele lobende Worte, irgendwas muss ich also richtig gemacht haben. Aber ich bin nicht der Grund für unseren Erfolg. Diesem „Sauhaufen“ hat einfach Disziplin und eine Prise Ehrgeiz gefehlt, gute Fußballer waren die Jungs schon vorher. Es hat nur einer gefehlt, der die Linie etwas vorgibt.

Keine erste Mannschaft im Kreis hat so wenige Gegentore kassiert wie der TV Braach. Wie erklären Sie sich das? Schneider: Wir haben eine defensive Grundausrichtung gehabt: Libero Mike Mikosch mit zwei raumorientierten Innenverteidigern in der Abwehr und davor drei defensive Mittelfeldspieler. Hier hat Chris Hofmann im Zentrum dank seiner Zweikampfstärke schon extrem viel weggeräumt und Druck von der Abwehr genommen. Aber das kollektive Verschieben hat bei uns schon im Sturm angefangen, alle arbeiten gegen den Ball.

Welche Bedeutung hat der Aufstieg der Reserve für Sie? Schneider: Eine große! Ich sage auch nicht zweite Mannschaft oder Reserve, für mich ist das die 1b-Mannschaft. Sie ist als Unterbau extrem wichtig. Die Trainingsbeteiligung der Jungs ist Wahnsinn. Bei wichtigen Spielen bin ich auch mal mit in die Kabine gegangen. Betreut werden die Jungs aber vom Trio Frithjof Winterberg, Chris Angersbach und Thorsten Möller.

Lars Schneider und der TV Braach - ist das etwas, das lange halten könnte? Schneider: Ich hoffe es, wir haben noch viel vor.

Von Christopher Ziermann

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