Umfrage unter heimischen Sportlern

„Eine komische Saison“ - Tischtennis-Verband beschließt Einfachrunde

Ein Tischtennis-Schläger liegt auf einem Ball auf einer Tischtennisplatte.
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Derzeit ruht der Tischtennis-Sport in Hessen noch: Der Verband hat beschlossen, dass nur noch die Spiele der Hinrunde ausgetragen werden.

Die Ungewissheit für die heimischen Tischtennisteams hat ein – zumindest vorläufiges – Ende. Zwar ist weiterhin nicht klar, ob die unterbrochene Spielzeit zu einem sportlichen Ende geführt werden kann. Immerhin aber beschloss der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV), nach welchem Modus dies geschehen würde.

Rotenburg - So entschied das HTTV-Präsidium, die Rückrunde zu streichen und die aktuelle Spielzeit als sogenannte Einfachrunde über die Bühne bringen zu wollen. Die fehlenden Begegnungen der Vorrunde sollen – sofern die Entwicklung es zulässt – im neuen Jahr ausgetragen werden. Die Spiele der Rückrunde entfallen.

Sämtliche Begegnungen der Rückrunde, die bereits vorverlegt und ausgetragen worden sind, werden aus der Wertung genommen. Ziel ist es, dass am Ende jede Mannschaft einmal gegen jede andere aus ihrer Liga gespielt hat. Dass es am Ende zu einem Ungleichgewicht zwischen Heim- und Auswärtsspielen kommen kann, lasse sich laut Verband nicht vermeiden.

Wir haben uns dazu bei einigen heimischen Spielern umgehört.

„Der Versuch ist ein Zwischenschritt“

Christian Meise (TTC Lüdersdorf): Ich finde schon, dass es absehbar war durch die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen. Es ist die richtige Entscheidung. So besteht noch die Möglichkeit, wenigsten die Einfachrunde zu ende zu spielen. Ansonsten wäre es sehr schwer geworden, die komplette Runde zu beenden. Dieser Versuch des Verbands ist ein Zwischenschritt. Ich habe mir das schon gedacht, dass sie da eine Lösung finden. So bleiben die Spiele aus der Hinserie bestehen und es müssen keine neuen Termine gefunden werden.

Das einzige Manko ist, dass jetzt neue Spieler geholt werden konnten. Wir haben beispielsweise auch zwei Mannschaften in der Liga, die sich noch mal verstärkt haben. Und wenn es schlecht läuft, dann muss man gegen diese Mannschaften noch spielen, während andere Mannschaften schon gegen sie gespielt haben. Das verzerrt auch ein wenig das Bild.

Nun haben wir viel weniger Spiele und werden wahrscheinlich auch nicht mehr vor Zuschauern spielen. Dabei hatte ich mich auf eine Saison mit vielen Spielen und Zuschauern gefreut. Das ist ärgerlich – eine komische Saison.“

„Eine komplette Runde wäre utopisch gewesen“

Britta Schuchardt (TTC Richelsdorf): „Die Entscheidung war abzusehen und ich halte sie für richtig. Eine komplette Runde zu spielen, wäre sowieso utopisch gewesen. Sonst hatten wir immer schon im Januar Spiele, nun würden wir erst im Februar wieder anfangen und die Rückrunde hätte sich bis in die Ferien gezogen. Ob das bei einer Mannschaft mit vier Leuten noch gerecht gewesen wäre, möchte ich bezweifeln.

Nun haben auch viele Mannschaften den Absprung gemacht und sind nicht mehr angetreten. Mal schauen, wie das wird. Vielleicht ist das auch ein Versuch für diejenigen, die spielen wollen, dass es wieder losgeht. Damit nicht auch noch der Tischtennis-Sport flöten geht.

„Ob gespielt werden kann, ist die andere Frage“

Frank Zuber (TSV Weißenhasel): „Das war eigentlich klar und stand seit der Unterbrechung fest und war damals schon das Ziel des Verbands. Für mich ist das gar kein neuer Beschluss, jetzt geht es nur um die Umsetzung. Meine Vermutung ist, dass der Verband so wenigstens eine Sicherheit hat, was die Termine angeht. Ob dann gespielt werden kann, ist die andere Frage – je nach Infektionslage.

Was das sportlich bedeutet, wird man erst nach der Saison sehen. Wir haben drei Spiele gemacht, dann war wieder Pause. Das ist nicht so günstig, auch dass nicht trainiert werden kann. Es ist zwar die richtige politische Entscheidung, aber die komplette Vorbereitung fehlt und das betrifft jeden Verein. Womöglich geht es dann auch noch um den Auf- oder Abstieg.

Ich verstehe den Verband, dass er es versuchen will, wenigstens eine Einfachrunde zu spielen. Aber ich gehe davon aus, dass nicht zu Ende gespielt wird. Ich bezweifle auch, dass es ab Februar wieder losgeht. Wenn die Infektionszahlen nicht runter gehen, sollten wir auch nicht spielen. Da das Ansteckungsrisiko doch sehr hoch ist.

„Die Entscheidung ist alternativlos“

Mario Oeste (TTV Weiterode): „Die Entscheidung ist alternativlos. Eine ganze Runde hätten wir sowieso nicht durch bekommen. Ob wir die Einfachrunde überhaupt zu Ende spielen, ist auch unsicher. Ich glaube nicht, dass sich die Zahlen so entwickeln, dass wir im Februar die Hallen wieder öffnen. Zumal wir ja dann auch nicht direkt anfangen können – ohne Training. Das wird ganz eng.

Sportlich würde ich das jetzt nicht positiv oder negativ bewerten. Wir hatten in der Hinrunde viele Auswärtsspiele und da werden noch ein paar hinzukommen. Man hat halt nur eine Chance und die kann man nicht wieder gut machen.“

Von Alicia Kreth

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