Fifa-Krise: Das sagen Vereine aus der Region

Er preschte mit einer Zehn-Punkte-Agend voran: Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.. Foto:  dpa

Rotenburg. Wir haben uns umgehört: Niersbachs Vorstoß findet auch an der Basis in Waldhessen Zustimmung.

Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat sich in dieser Woche mit einem Brandbrief und einer Zehn-Punkte-Agenda an die Spitze der Reformbewegung in der Fifa gestellt. Wir wollten wissen, wie Niersbachs Vorgehen an der Basis in Waldhessen bewertet wird.

„Ich finde das gut. Ich halte Niersbach für einen guten Mann. Er ist glaubwürig“, sagt Holger Bachmann, der Vorsitzende des A-Ligisten SG Heinebach/Osterbach. „Ich könnte ihn mir auch gut als Nachfolger von Joseph Blatter vorstellen.“ Der Schweizer habe in seiner Dienstzeit ein undurchdringliches Geflecht aufgebaut, in dem keiner mehr durchblicke. „Wir müssen dem FBI danken, das damit angefangen hat, Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagt Holger Bachmann.

Auch Rainer Noll, Trainer des Kreisoberligisten ESV Weiterode, bewertet den Vorstoß von Wolfgang Niersbach positiv. Er sieht den DFB und auch die Fußball-Verbände in anderen Rechtsstaaten sogar besonders gefordert, die Missstände bei der Fifa kritisch zu betrachten und Veränderungen anzustreben.

Als Grenzpolizist, der in fast allen 28 EU-Staaten dortige Kollegen in Sachen Rechtsstaat und Demokratie unterrichtet hat, warnt Rainer Noll aber zugleich: „Wir Deutschen können uns nicht zum Maßstab in der Welt machen. In der Fifa sind Länder aus Afrika und Asien vertreten, die mit vielen Dingen anders umgehen als wir. Ich sage bewusst anders und nicht schlechter.“

Er wünscht sich von den europäischen Funktionären zwar, dass sie eine wichtige Rolle im Reformprozess übernehmen, Veränderungen aber behutsam und Schritt für Schritt erwirken. „Wir dürfen die Menschen aus anderen Ländern der Welt nicht überfordern.“

Dass Niersbach jetzt in die Offensive gegangen ist, hält Rainer Noll aber nicht davon ab, zu fragen: „Warum hat man nicht schon vorher mal versucht, wenigstens einzelne Missstände zu beseitigen?

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