FUSSBALL Florian Goetzke ist in Rotenburg nicht mehr wegzudenken

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Ist sich für kein Duell zu schade: Rotenburgs Florian Goetzke (rechts), hier im Duell mit Julian Spillner vom FC Real Espanol Bebra. Ebenso versucht Alexander Wahl (links) an den Ball zu kommen.
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Ist sich für kein Duell zu schade: Rotenburgs Florian Goetzke (rechts), hier im Duell mit Julian Spillner vom FC Real Espanol Bebra. Ebenso versucht Alexander Wahl (links) an den Ball zu kommen.

Rotenburg – Oft werden als Leistungsträger einer Mannschaft die Topscorer im Team genannt. Was aber ist mit den Spielern, die keinen auffälligen Spielstil haben, einen hohen Stellenwert besitzen oder in der Kabine immens wichtig sind? Wir schauen auf die oft vergessenen Helden in der Mannschaft. Heute im Fokus: Florian Goetzke von A-Ligist SG Rotenburg/Lispenhausen.

Einer, der fürs Grobe zuständig sei und sich mit seinem starken Zweikampf- und Kopfballspiel auszeichnet – so beschreibt Steffen Kanngießer, seit vielen Jahren für die Spielgemeinschaft aktiv und zudem im erweiterten Vorstand des SV Rotenburg, die Art des Fußballspielens von Goetzke. Der 29-Jährige sei außerdem nicht mehr wegzudenken und ein immens wichtiger Faktor im Spiel des A-Ligisten. Dass das so ist, unterstreichen die Einsatzminuten: Goetzke weist die meisten der gesamten Mannschaft in der abgebrochenen Saison auf.

Dass er fürs Grobe zuständig ist, sieht der Defensivmotor teilweise ebenfalls so. „Aber das heißt nicht, dass ich unfair spiele“, fügt er grinsend hinzu. Er ist in der jungen Truppe oft derjenige, der körperlich voran geht. Derjenige, der mal ein Zeichen setzt, wenn es nicht so läuft wie gewünscht. Auch, weil er laut eigener Aussage nicht der Techniker in Person ist. Und dennoch reißt er mit seiner Art die Mannschaft mit. „Wenn wir zu zaghaft agieren, versuche ich die Jungs aufzuwecken. Als Spieler selbst merkt man, wenn man einen guten Tag erwischt hat. Das gibt einen Ruck durch das Team“, berichtet „Gö“, wie er mannschaftsintern genannt wird.

Noch vor einigen Jahren konnte er mit seiner Spielweise unbekümmerter auftreten, mittlerweile aber merke er, dass in wenigen Monaten der 30. Geburtstag anstehe. „Weil ab und an der Schmerz in einem Zweikampf doch etwas größer ist“, sagt Goetzke mit einem Augenzwinkern. Dass er in dieser Saison in zehn Einsätzen sogar torgefährlicher als in der Vergangenheit geworden ist, erstaunt ihn. Genauso wie die Tatsache, dass er zwei seiner vier Treffer mit dem Fuß erzielte. „Normal geht nur bei Standards etwas mit dem Kopf“, ergänzt der Kapitän. Jenes Amt teilt er sich mit Alexander Wahl im wöchentlichen Rhythmus. „Aber wer die Binde am Arm hat, ist nebensächlich.“ Das glaubt man ihm, weil er seit dem Bambini-Alter in Rotenburg aktiv ist. Ein „Rotenburger Jung“, der stolz auf seinen Club ist, obwohl die vergangenen Jahre weniger erfolgreich verliefen.

Er selbst kennt noch die Gruppenliga-Zeiten am Wittich. Dass derzeit nur die A-Liga die Heimat ist, beschäftigt ihn. „Schade“ sei es, dass sich die SG in jener Liga eingependelt habe, „weil ein Ort wie Rotenburg eigentlich hoch muss.“ Goetzke selbst möchte deshalb so schnell wie möglich zumindest wieder in die Kreisoberliga. Obwohl nur auf Rang fünf, glaubte er noch an einen möglichen Aufstieg – bis die Saison abgebrochen wurde. Acht Punkte waren es auf Rang eins, ein Spiel mehr hatte Rotenburg/Lispenhausen in der Hinterhand. Und wäre Corona nicht gekommen, hätte dieser Rückstand schon schmelzen können. Mit Cornberg/Rockensüß und Tabellenführer Schenklengsfeld/Rotensee/Wippershain warteten zwei brandheiße Duelle. „Von Spiel zu Spiel spüren wir, dass es besser läuft. Wir haben mit Martin Köthe einen neuen Trainer vor der Saison bekommen. Dass nicht alles auf Anhieb funktioniert, ist doch klar. Er zieht die A-Jugendlichen mit ran. Es wächst etwas zusammen“, weiß der Sechser.

Beim Start in die neuen Saison – wann auch immer – wollen er und seine Nebenleute liefern und dafür abgezockter vor des Gegners Kasten werden. (Tobias Konrad)

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