Fußball-Kreisoberliga

Die Spielausbeute ist ein Alptraum: FSG Bebra liebäugelt mit einer vorderen Platzierung

Tomislav Labudovic jubelt in dieser Szene über seinen Treffer zum 3:0 gegen die SG Heinebach/Osterbach. Torwart Markus Funk liegt indes geschlagen am Boden.
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Torgefährlicher Abwehrchef der FSG Bebra: Tomislav Labudovic jubelt in dieser Szene über seinen Treffer zum 3:0 gegen die SG Heinebach/Osterbach. Torwart Markus Funk liegt indes geschlagen am Boden.

Bebra – Geht man nach dem Tabellenstand, dann lief es für die FSG Bebra in der Fußball-Kreisoberliga Nord bis zum Corona-Lockdown mit Rang drei bestens. Einziger Wehrmutstropfen ist die geringe Anzahl an geleisteten Spielen.

Insgesamt nur zehn Meisterschaftsspiele, neun Freundschaftsspiele und zwei Pokalauftritte stehen für das Jahr 2020 zu Buche. Für jeden aktiven Fußballer eigentlich ein Alptraum. „Für uns Fußballer, insbesondere für die jungen Spieler ist dies eine Katastrophe. Für sie bedeutet dies ein Rückschritt in ihrer Karriere“, so FSG-Trainer Andelko Urosevic über die zweite lange Zwangspause.

Highlight für die FSG im vergangenen Jahr war der Kreispokalsieg gegen Titelverteidiger SG Festspielstadt/SVA/SpVgg. Hersfeld, der den Eisenbahnstädtern mächtig Auftrieb für die Saison gegeben hatte, was durch den starken Heimauftritt in der ersten Runde des Hessenpokals gegen den Hessenligisten Hünfelder SV noch untermauert wurde.

„Nach einer guten ersten Hälfte gab im zweiten Spielabschnitt die Routine und Erfahrung beim 1:3 letztendlich den Ausschlag“, so Bebras sportlicher Leiter Rainer Gleim. „Erst kurz vor Schluss konnte der HSV dank seiner individuellen Stärke die Partie noch wenden“, lobt Urosevic sein Team noch heute.

Zwar ging der Punktspielauftakt gegen den aktuellen Tabellenführer SG Niederaula/Kerspenhausen regelrecht in die Hose, warf die FSG aber nicht aus der Bahn. „Dies war für mich kein Beinbruch, ich wusste, dass wir mehr leisten können“, so Urosevic, was sein Team dann mit fünf Siegen in Folge eindrucksvoll untermauerte.

Auch das 0:1 im Stadtderby beim ESV Weiterode war schnell abgehackt, was Kellerkind SG Haunetal beim 6:0 in Neukirchen zu spüren bekam. Physisch und mental sei man da schwach gewesen, zudem wiegten die Verletzungen von Manuel Schmidt und Tonislav Labudovic im Derby schwerer als erwartet.

Kapitän und erfolgreichster Torschütze der FSG: Manuel Schmidt (links), hier im Zweikampf mit Manuel Pfau vom ESV Weiterode.

Mit sieben Treffern ist Manuel Schmidt erfolgreichster Torschütze der FSG. „Die Trefferquote wäre deutlich höher, hätten ihn nicht privat Hausbau und Nachwuchs am regelmäßigen Trainingsbetrieb gehindert“, ist sein Trainer überzeugt. Da sich die Torerfolge auf mehreren Schultern verteilen, machte dies sein Team auch ein Stück weit schwerer ausrechenbar. Besonders Standards beschworen Gefahr im gegnerischen Strafraum hervor. Abwehrchef Labudovic mit sechs Treffern in der letzten und drei Toren in der aktuellen Saison untermauern dies.

Momentan sind Urosevic’s Akteure dabei, wie wohl alle Fußballer, sich mit Ausdauerläufen und Workouts zu Hause in Form zu halten. „Was jeder macht, ist von uns nur schwer zu kontrollieren. Ich gehe aber davon aus, dass alle fit zurückkehren“. Dies alles ersetze aber nicht das Mannschaftstraining, gibt Urosevic zu bedenken.

Mit Blick auf die aktuelle Lage, wäre er zufrieden, wenn bis zum 13. Juni die Hinrunde zu Ende gespielt werden könnte. Die FSG hat zusammen mit dem Tabellenletzten Raßdorfer SC die wenigsten Spiele bis zum Abbruch absolviert. Neun Partien sind es genau, während die vor den Bebranern rangierenden Wildecker, bereits elf und Spitzenreiter Niederaula sogar schon 13 Partien absolviert haben.

Für Trainer Andelko Urosevic ist beim Restart entscheidend, wie man aus den Startlöchern kommt.

Wildeck und Niederjossa/Breitenbach sind noch die dicksten Brocken aus der Vorserie, während alle anderen Gegner in die Kategorie, machbare Aufgaben fallen. Daher liebäugeln Urosevic und Gleim nicht zu Unrecht mit einer vorderen Platzierung, falls es weitergeht und die Vorrunde zu Ende gespielt werden kann.

Beide würden es gleichzeitig begrüßen, dass dann die neue Spielzeit nicht zu lange auf sich warten lässt und man entsprechend früher beginnen würde. „Sollte dies rechtzeitig bekannt sein, dann können wir als Trainer dies beim Restart entsprechend dosieren“, sieht Urosevic hier Ansatzpunkte. Er könnte sich sogar vorstellen, sollte es ganz eng werden, dass man bei nötigen Doppelspieltagen die Spielzeit auf zweimal 40 Minuten begrenzt. „Der Verband müsste da natürlich mitspielen. Auf jeden Fall würde dies auch die Verletzungsanfälligkeit bei den Amateuren reduzieren“, sieht er die Vorteile in seinem Vorschlag.

Egal wie es ausgehe, entscheidend werde sein, wie man aus den Startlöchern kommt – wobei drei Wochen Vorbereitung unter den gegebenen Umständen akzeptabel, aber keinesfalls optimal seien. Da sind sich die sportliche Leitung und der Trainer einig. „Auch wenn ich beobachte, dass die Leute nicht mehr so viel Angst wie zu Beginn der Pandemie haben, hoffe ich, dass alle weiterhin Vorsicht walten lassen“, sagt Urosevic. Denn das sei für ihn letztendlich auch ein Beitrag dazu, dass die Fußballballer möglichst bald auf den Platz zurückkehren könnten.

Von Thomas Becker

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