Fußball-Kreisoberliga

„Abbruch kam für uns ungünstig“: SG Heinebach/Osterbach will durch den Zusammenhalt punkten

Heinebachs Kapitän Marcel Stöcker (Mitte) im Zweikampf gegen Yannick Hoffmann (links) und Benjamin Augustin (rechts) von der SG Festspielstadt/SVA/Spvgg. Hersfeld.
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Kein leichtes Durchkommen für Heinebachs Kapitän Marcel Stöcker (Mitte) gegen Yannick Hoffmann (links) und Benjamin Augustin (rechts) von der SG Festspielstadt/SVA/Spvgg. Hersfeld. Die SG Heinebach/Osterbach gewann die Partie am Ende mit 3:0 (1:0) und feierte den zweiten Sieg der Saison.

Bei Fußball-Kreisoberligist SG Heinebach/Osterbach gab es vor der Saison große Veränderungen. Dass diese Zeit brauchen, musste die Spielgemeinschaft auch im Verlauf der aktuell unterbrochenen Spielzeit erfahren.

Heinebach – Bei Fußball-Kreisoberligist SG Heinebach/Osterbach entstand vor der aktuellen unterbrochenen Saison ein komplett neues Gerüst. Die zahlreichen Abgänge, die der Verein im vergangenen Sommer zu beklagen hatte, kompensierte man vor allem mit jungen und einheimischen Spielern – und auch an der Seitenlinie gab es eine Veränderung. So übernahm Spielertrainer Andreas Kurz damals das Zepter von Interimscoach Sascha Aubel.

Dass bei solchen Veränderungen nicht alles von jetzt auf gleich gelingt, war dem Spielertrainer aber von vornherein klar und musste die Spielgemeinschaft aus Heinebach und Osterbach auch im Saisonverlauf erfahren. „Von der ersten Sekunde an wurden wir von allen als Absteiger Nummer eins abgestempelt“, sagt Andreas Kurz. Dabei erwischte sein Team mit zwei Siegen aus den ersten drei Spielen einen guten Start. Doch in den dann folgenden Begegnungen zogen die Heinebacher immer den Kürzeren und landeten für eine Weile auf dem letzten Tabellenplatz, ehe sie vor dem coronabedingten Abbruch der Spielzeit erneut aufhorchen ließen und ihr Potenzial auf den Platz brachten.

„Die Jungs haben sich als Mannschaft zusammengerauft. Wir waren zuletzt gut drauf. Der Abbruch kam für uns zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da wir noch mehr Punkte hätten holen können. Das ist schade und ganz bitter für uns“, erklärt der Coach und erhält Zustimmung von SG-Kapitän Marcel Stöcker: „Als wir gerade gut rein kamen, wurde die Saison abgebrochen“, sagt er. Die Umstellungen im Sommer habe man dagegen gut verkraftet. „Natürlich haben wir dafür auch unser Lehrgeld bezahlt, aber im Endeffekt haben wir das wirklich sehr gut kompensiert“, sagt Stöcker, der mit der Punkteausbeute und dem Tabellenplatz unterm Strich nicht ganz zufrieden ist. „Wir sind gewillt aus den Fehlern zu lernen und das Bestmögliche für unsere Farben zu tun.“

Dicht bedrängt: Dominik Linke (rechts) von der SG Heinebach/Osterbach, hier im Zweikampf mit Felix Wacker von Ligakonkurrent SG Gudegrund/Konnefeld.

Am Ziel Klassenerhalt, das Andreas Kurz vor der Saison ausgesprochen hat, hält er auch weiterhin fest – sollte es zu einer Fortsetzung der Saison kommen. „Es ist ganz wichtig für die Jungs, in der Kreisoberliga zu bleiben. Den Jungs fehlt zwar noch die Erfahrung, aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie spielerisch mithalten kann“, sagt der Spielertrainer. Auch wenn er den Fußball aktuell sehr vermisse, kam die Zwangspause für ihn persönlich zu einem günstigen Zeitpunkt, da er kürzlich zum dritten Mal Vater geworden ist.

Ein wenig anders geht es indes Kapitän Stöcker. „Aktuell fehlt mir der Fußball mehr denn je – auch als Ausgleich zum Alltag, der aktuell ja wirklich trüb ist.“ Für ihn sei diese Pause aber kein Vergleich zur Winter- oder Sommerpause, die absehbar und nur vorübergehend ist. Ähnlich wie ihm gehe es wohl auch den anderen Mannschaftskollegen, sagt Kurz. „Die Jungs können es kaum erwarten, auf den Platz zurückzukehren.“ Noch viel mehr als der Sport an sich fehlen den Fußballern aber die Gemeinschaft und das Drumherum – genau wie das eine oder andere Bierchen nach dem Training, sagt Stöcker.

Er übernahm im vergangenen Sommer als Spielertrainer das Zepter: Andreas Kurz.

Genau dieser Zusammenhalt ist sowohl für Spielertrainer Kurz als auch für Kapitän Stöcker der Schlüssel zum Erfolg. „Wir haben im Sommer eine ganze Mannschaft verloren und sind mit dem Ziel gestartet, die Gemeinschaft wieder zu stärken, was in den Monaten und Jahren zuvor ein wenig versäumt wurde. Da sind wir aktuell wirklich auf einem sehr guten Weg und ich bin positiver Dinge, weil sich das besser entwickelt hat, als ich es persönlich erwartet habe“, sagt Stöcker.

„Wir wollen da weiter machen, wo wir im Oktober aufgehört haben.“ Das gilt für die Heinebacher, die sich aktuell vor allem mit Laufen und Fitnessübungen fit halten, sowohl spielerisch, als auch in Bezug auf den Teamgeist.

Stöcker und Kurz bevorzugen Annullierung der Saison

Zweifel hegen Andreas Kurz, Spielertrainer der SG Heinebach/Osterbach, und Kapitän Marcel Stöcker indes an der Fortsetzung der aktuell unterbrochenen Spielzeit. „Ich glaube nicht, dass die Hinrunde fertig gespielt wird“, sagt Kurz in Anbetracht der immer noch hohen Corona-Fallzahlen. „Klar kann man die Saison bis in den Sommer ziehen, aber da muss man sich die Frage stellen, was das bringt“, so Heinebachs Coach, der nicht mit einem Start in den kommenden vier Wochen rechnet.

Wenn es nach Andreas Kurz geht, sollte es auch keine Wertung der Saison 2020/2021 geben. „Einige Vereine hatten Spiele, bei denen ein oder mehrere Spieler in Quarantäne waren – so auch wir. Das wäre nicht fair, das zu bewerten“, erklärt der Spielertrainer. Sollte die Spielzeit aber gewertet werden, wäre das für ihn „eine absolute Unsportlichkeit“. Außer es sei kurzfristig doch noch möglich, alle Spiele der Saison durchzuführen.

Sicher ist für Spielertrainer Kurz aber, dass er sich keine Gedanken über die Fitness der Mannschaft macht – sobald es zu einer Rückkehr auf den Platz kommt. „Wenn du die Jungs wieder ins Training schickst, sind sie nach zwei Wochen fit“, so Kurz.

Eine ähnliche Sichtweise in Bezug auf den Restart hat auch Heinebachs Kapitän. „Ich präferiere doch stark die Annullierung der Saison“, sagt Marcel Stöcker und fügt hinzu: „Wir waren jetzt so lange raus und müssen auch aufgrund einiger Corona-Absagen eine Vielzahl an Spielen nachholen.“ Nach dieser langen Pause bräuchte man für einen Restart mindestens vier trainingsintensive Vorbereitungswochen. „Das macht es unmöglich, die relativ hohe Anzahl an Spielen in der kurzen Zeit nachzuholen“, so der SG-Kapitän, der auch daran appelliert, an die Gesundheit der Spieler zu denken. „Ich würde jetzt den Schlussstrich ziehen und ab Sommer ganz normal in die neue Saison gehen.“

Von Alicia Kreth

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