Fußball

„Es muss sich was ändern“ - ESV Hönebach schlägt neuen Weg in der Jugendarbeit ein

Carmen Kunze und Markus Münster stehen vor einem Vereinshäuschen des ESV Hönebach.
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Ansprechpartner für die eigene Jugend: Carmen Kunze und Markus Münster sind federführend für die Neuaufstellung der Jugendarbeit beim ESV Hönebach zuständig.

Der ESV Hönebach will mit der eigenen Fußball-Jugend neu angreifen. Dafür hat der Verein nun einschneidende Maßnahmen getroffen und entzieht sich einem fortschreitenden Trend.

Hönebach – Die Fußballer des ESV Hönebach schlagen in ihrer Jugendarbeit einen komplett neuen und eigenen Weg ein. Nach Ablauf der aktuellen Saison 2020/2021 ist der Verein nicht mehr Teil des Jugendfördervereins (JFV) Ulfetal, dem der ESV seit 2015 angehörte. Zukünftig nehmen die Vereinsverantwortlichen das Zepter selbst in die Hand und entziehen sich dem Trend, Spielgemeinschaften zu bilden. Dazu Fragen und Antworten.

Wie sah die Jugendarbeit in den vergangenen Jahren aus?
Der ESV Hönebach war in den vergangenen Jahrzehnten in der Regel Teil einer Spielgemeinschaft. Ab 1993 spielte der Hönebacher Nachwuchs in der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Ronshausen/Hönebach/Kleinensee und in den vergangenen sechs Jahren – zusammen mit dem ESV Weiterode, dem ESV Ronshausen und der SG Iba – beim JFV Ulfetal, aus dem der Verein nun ausgetreten ist.
Weshalb entschieden sich die Verantwortlichen zu diesem Schritt?
„Wir sind im Vorstand unzufrieden mit der Situation gewesen“, sagt Reinhold Schuster, Pressesprecher des ESV Hönebach. „Wir kamen nicht vorwärts.“ Die Nachwuchsarbeit im Verein stagnierte, es gab wenig Interesse bei Kindern im Ort, und die Entfernung zum Zentrum des JFV Ulfetal in Weiterode war für viele zu groß. Und diese Diskussion im Vorstand war nicht neu, erklärt Schuster. Deshalb sei die Jugendarbeit auch in jeder Sitzung ein Thema gewesen. „Wir hatten das Gefühl, es muss sich was ändern“, betont der zweite Schriftführer.
Auch weil die Stärke des ESV Hönebach in der Vergangenheit die vereinsbezogene Jugendarbeit als Grundlage für spätere sportliche Erfolge und ein gesundes Vereinsleben war, entschied man sich nach längeren Überlegungen nun für den Austritt beim JFV Ulfetal. Zu diesem Schritt trug auch die Bereitschaft einiger aktiver Spieler und Mitglieder bei, die den Wunsch, die Jugendarbeit in die eigenen Reihen einzubinden, in der Vergangenheit mehrfach äußerten.
Wie stellt sich der Verein das vor?
„Wir machen einen kompletten Neuaufbau einer Jugendabteilung“, sagt Schuster. Dabei baut der ESV Hönebach in erster Linie auf die Identifikation mit dem Heimatverein, da mögliche neue Spieler vor allem aus dem eigenen Ort, dem Nachwuchs der aktiven Spieler sowie aus der angrenzenden Umgebung gewonnen werden sollen. Diese Fußballer wolle man dann für eine erfolgreiche Zukunft im Verein aufbauen.
Wie sehen die Planungen für den Spielbetrieb aus?
Zunächst liegt der Fokus des ESV Hönebach auf dem jüngeren Nachwuchs, da dem Verein derzeit nur wenige Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren zur Verfügung stehen. Die Spieler dieser Altersklassen sollen fürs Erste mit Gastspielgenehmigungen ausgestattet werden und die Möglichkeit haben, das Training der Hönebacher Frauen-Mannschaft oder der zweiten Senioren-Mannschaft zu besuchen.
Sowohl in der G-Jugend, als auch bei den E- und F-Junioren könnte der Verein allerdings schon Mannschaften mit Jungen und Mädchen stellen, erklärt Schuster und fügt hinzu: „Daran wollen wir dann weiter arbeiten.“ Wichtig dabei ist dem Verein, dass jeder Spieler möglichst viele Einsatzzeiten auf dem Feld bekommt, weshalb die Verantwortlichen auf eine überschaubare Größe der Kader achten wollen. So will der ESV seine Nachwuchsarbeit nach und nach auf alle Jahrgänge ausbauen. Den ersten Schritt machte der Verein im vergangenen Herbst mit einem Probetraining für Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren. Künftig soll das Jugend-Training, sofern die Corona-Pandemie es wieder zulässt, mittwochs stattfinden.
Wie hat sich der Verein dafür personell aufgestellt?
Die drei federführenden Personen sind Markus Münster, Carmen Kunze und Marcel Mohr. Münster, der schon in den verschiedensten Ämtern beim ESV tätig war, soll das Amt des Jugendleiters übernehmen – dazu ist aber noch die Wahl bei der nächsten Jahreshauptversammlung nötig. Kunze und Mohr wiederum agieren als Trainer und Betreuer der Kinder. „Die Drei sollen den Stein ins Rollen bringen“, sagt Schuster. Natürlich sei man aber weiter auf der Suche nach Personen, die anfallende Aufgaben übernehmen.
Das Probetraining unter der Leitung von Carmen Kunze und Marcel Mohr kam bei den Kindern sehr gut an.

Von Alicia Kreth

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