Treue Seelen

Der Pfarrer leistete Überzeugungsarbeit - Hans Simon engagiert sich bei der SG Rockensüß/Königswald

Hans Simon hält einen Fußball in der rechten Hand.
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Dem Fußball stets verbunden: Hans Simon engagiert sich bei der Sportgemeinschaft Rockensüß/Königswald.

Hans Simon hilft bei der Sportgemeinschaft (SG) Rockensüß/Königswald an allen Ecken und Enden. Er ist eine treue Seele des Vereins und ist auch heute immer noch zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Das hat der Cornberger auch einem Pfarrer zu verdanken.

Cornberg – „Wenn er nicht für den Fußball unterwegs ist, dann für den Tennis“, sagt Jörg Bettenhausen, Erster Vorsitzender der Sportgemeinschaft Rockensüß/Königswald über seinen Stellvertreter Hans Simon. Der 71-Jährige aus Cornberg ist seit 29 Jahren zweiter Vorsitzender der SG. „Ich kann auf den Verein zählen und der Verein auf mich“, betont Simon, der immer zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird – das war auch schon damals so.

Als die Sportgemeinschaft 1959 gegründet wurde, wurde kurze Zeit später auch der Sportplatz in Rockensüß gebaut. Damals mobilisierten die Gründungsmitglieder die Jugend, um bei den Arbeiten am Sportplatz mitzuhelfen und noch im selben Jahr mit einer Mannschaft am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Bei den ersten Vereinsarbeiten, den Sportplatz von Steinen zu befreien, half auch der damals zehnjährige Hans Simon mit.

Hans Simon hilft an allen Ecken und Enden

Drei Jahre später durfte Simon, der in Rockensüß aufgewachsen und 1974 nach Cornberg gezogen ist, dann selbst in der Jugend der Sportgemeinschaft mitspielen. Der Vollblutstürmer schaffte den Sprung in die erste Mannschaft und ging seinem Hobby bis ins Alter von 55 Jahren nach. Mittlerweile kickt der 71-Jährige nur noch in der Halle gegen das runde Leder, zusammen mit den Alten Herren.

Mannschaftsfoto aus dem Archiv: Hans Simon (obere Reihe, 2. von rechts) mit seinen Teamkollegen vor einem Spiel der SG Cornberg in den 1970er Jahren.

In den 1970er Jahren war der gelernte Kfz-Mechaniker zudem circa zehn Jahre lang Jugendbetreuer. „Eigentlich wollte ich nach meiner Hochzeit aufhören, aber meine Frau und ich wurden bei unserem Traugespräch von Pfarrer Hübner überzeugt, doch weiter zu machen“, sagt Simon, dessen Sohn Jörg dann auch mit dem Fußball anfing. Zudem stand der Cornberger zwischenzeitlich für eineinhalb Jahre als Trainer der ersten Mannschaft an der Seitenlinie.

Die eigene Sammlung vervollständigt

Da Simon bei der SG Cornberg/Rockensüß/Königswald auf jeder Position – vom Torwart bis zum Stürmer – eingesetzt wurde, fehlte ihm auf dem Feld also nur noch die Tätigkeit als Schiedsrichter. „Das hatte mir damals noch gefehlt in der Sammlung“, sagt der 71-Jährige. Aus diesem Grund fragte er damals Kreisschiedsrichterobmann Karl-Heinz Blumhagen, der ihn 1987 direkt zum Schiedsrichter-Lehrgang nach Bad Hersfeld schickte.

Vom Ehrgeiz gepackt und mit Unterstützung des Schiedsrichter-Ausschusses schaffte Simon in den folgenden Jahren den Aufstieg bis in die Bezirksoberliga (heute Gruppenliga), als Linienrichter bis in die Landesliga. Insgesamt 25 Jahre lang leitete der Cornberger die Geschicke auf den Fußballplätzen – nicht nur im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

An diese Zeit erinnern den 71-Jährigen heute auch seine Vereinsnadeln, die er als Schiedsrichter bei den Spielen von einigen Vereinen bekam. Denn zu jeder Vereinsnadel hat der zweite Vorsitzende eine Geschichte zu erzählen – egal ob von auf oder neben dem Platz.

Eine Herzensangelegenheit sind die Brennhörnchen

Zu seinem Amt als zweiter Vorsitzender der SG Rockensüß/Königswald kam Simon 1992 – in einer Zeit, in der es für den Verein schwer war, Personen für ein Ehrenamt zu finden. Nun ist Simon mittlerweile seit 29 Jahren ununterbrochen im Vorstand der Sportgemeinschaft tätig. „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig“, betont der Cornberger, bei dem sich in all den Jahren natürlich auch die eine oder andere Ehrung angesammelt hat – vom Ehrenbrief des Hessischen Fußball-Verbandes bis zur Ehrenamtsurkunde des Deutschen Fußball-Bundes.

Diese standen für Simon aber nie im Vordergrund: „Man hat sich natürlich gefreut, aber für mich zählen die Gemeinschaft und die Arbeit im Verein“, betont der 71-Jährige, der in den vergangenen Jahren auch die Koordinierung des Spielbetriebs der Fußballer der SG Cornberg/Rockensüß/Königswald übernahm. „Die Arbeit mit den Jungs macht sehr viel Spaß. Das Team hat einen vorbildlichen Zusammenhalt.“ Eine Herzensangelegenheit ist ihm auch die Unterstützung der Rockensüßer Brennball-Mannschaft Brennhörnchen.

Doch all diese ehrenamtlichen Aufgaben, zu denen auch die Tätigkeit als „Mädchen für alles“ im Tennisverein zählt, sind für Simon nur mit dem Rückhalt seiner Familie möglich gewesen. „Dafür danke ich meiner Frau Ilona und meinem Sohn Jörg“, betont er. Und auch wenn der 71-Jährige schon mal ans Aufhören dachte, ist ein Ende des Ehrenamts für ihn nun nicht mehr in Sicht.

Von Alicia Kreth

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