Großer Preis von Richelsdorf: An jedem Hindernis lauerte Gefahr

Er drückte dem Pfingst-Reitturnier in Richelsdorf seinen Stempel auf: Hartwig Rode, hier auf Huub unterwegs zum Sieg beim Großen Preis. Foto: Walger

Richelsdorf. Wenn es läuft, dann läuft's: Beim Richelsdorfer Pfingst-Reitturnier lief es richtig rund für Hartwig Rohde vom RUFV Lastrup aus dem Cloppenburger Land.

Am Sonntag gewann der Niedersachse zuerst die Qualifikation zum Bundeschampionat für sechsjährige Pferde. Dann landete er im Zwei-Phasen-S**-Springen einen Doppelsieg. Am Montag räumte er auch noch den Großen Preis ab.

Und das nicht auf dem erfahreneren Vortagessieger Havinga’s Amando, sondern auf dem erst achtjährigen Huub. „Das war sein erster Großer Preis, und den hat er gleich gewonnen“, zeigte sich Hartwig Rohde selbst ein bisschen erstaunt über den Coup.

„Huub ist unheimlich ehrgeizig und vorsichtig, er will keine Fehler machen“, charakterisiert ihn sein Reiter. Eigenschaften, die dem Duo am Montag beim Großen Preis genutzt haben. Denn die große Schwierigkeit des Parcours bestand laut Hartwig Rohde darin, „dass eigentlich an jedem Hindernis Gefahr lauerte, man konnte überall einen Fehler machen“. Huub hielt die Konzentration hoch.

Das gelang nur wenigen. Vielen wurde eine winzige Nachlässigkeit zum Verhängnis. Sönke Kohrock zum Beispiel, der dieses Zwei-Sterne-S-Springen auf Iwest Cascari eröffnete: Die einzige Stange für ihn fiel ausgerechnet am Oxer seines früheren Sponsors, des Juweliers Banki.

Titelverteidigerin Katja Dellert ritt etwas zu dicht an einen Steilsprung heran. Mit einem lauten Zuruf versuchte sie noch auf Que tal einzuwirken, doch es ließ sich nichts mehr reparieren. Der zweifache Sieger beim Großen Preis, der Niederländer Arne van Heel, hatte gleich drei Eisen im Feuer, aber mit jedem Pferd einen Abwurf zu verzeichnen. Vier Fehlerpunkte verbauten auch Mitfavoriten wie Michael Kölz, Inga Czwalina oder Markus Friedel den Weg in die Entscheidungsrunde.

Zehn Paare schafften es trotzdem, fehlerfrei zu bleiben und so ins Stechen einzuziehen. Amke Stroman vom gastgebenden RFV Richelsdorf schaffte das sogar zweifach: auf Goldorac und Sundance.

Nach zwei Fehlern verzichtete sie auf Sundance darauf, den Stechparcours zu beenden. Weit aussichtsreicher war sie später auf Goldorac unterwegs. Als vorletzte Starterin wusste sie, dass ihr Platz drei bei einem Null-Fehler-Ritt sicher gewesen wäre.

Zu enge Drehung

Kontrolliert und vorsichtig steuerte sie Goldorac über den Parcours. Bis zum vorletzten Hindernis. Die Drehung vor dem Steilsprung erwies sich als zu eng. Und so musste sie sich mit Rang fünf begnügen.

Nun konnte nur noch Hartwig Rohde auf Huub den führenden Dirk Klapproth verdrängen, der auf Quinta bis dahin in 43,44 Sekunden als einziger fehlerfrei durchs Stechen gekommen war. Doch Huub präsentierte sich nicht nur ehrgeizig und vorsichtig, sondern zugleich sprunggewaltig und schnell. Kein Abwurf, 42,85 Sekunden - Huub und Hartwig Rohde hatten den Großen Preis von Richelsdorf abgeräumt.

Von Thomas Walger

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