Heinz Koch, einst der große Förderer im waldhessischen Sport, ist tot

Verstarb im Alter von 80 Jahren: Heinz Koch, der große Gönner des heimischen Sports. Foto:  HZ/Ar

Er war einst einer der größten Förderer des heimischen Sports. Wie unsere Zeitung erst jetzt erfuhr, verstarb Heinz Koch bereits am vergangenen Mittwoch im Bad Hersfelder Klinikum an einer Lungenentzündung.

Dies bestätigte seine zweite Frau Dagmar gegenüber der Hersfelder Zeitung. Koch wurde 80 Jahre alt.

Mit Heinz Koch untrennbar verbunden ist der sensationelle Aufstieg des TV Eitra in die Handball-Bundesliga. Als am 21. März 1991 der kleine Dorfverein nach einem knappen Sieg in Göppingen im Oberhaus des deutschen Handballs angekommen war, war es der große Verdienst von Koch, der das Unternehmen Handball finanziell anschob. Ohne seine Hilfe wäre das Wunder nicht möglich geworden.

In der 1. und 2. Liga

Von 1989 bis 1997 spielte der TVE der ersten und zweiten Handball-Bundesliga. Die Größen des Handballs gaben sich in Eitra die Klinke in die Hand. Einer der Trainer in der Oberliga war auch Weltmeister Horst Spengler. Aber erst mit Zeljko Zovko gelang der große Wurf. „Zovkos Verpflichtung war der Schlüssel zur Bundesliga“, sagt Reiner Birkel, einer der Vertrauten von Koch. Mit Hrvoje Horvat stieg Eitra ein zweites Mal auf. Sein finanziell persönlicher Abstieg war auch der des TVE. Als die Steuerfahndung bei ihm auftauchte, war dies der Anfang vom Ende. Das Unternehmen Eitra geriet ins Trudeln. Und stürzte später vollständig zusammen.

Koch war gleichzeitig auch ein Gönner des Tennissports. „Bei Blau-Weiß Hersfeld spielte er nicht nur in der ersten und zweiten Mannschaft, er war von 1973 bis 1987 als Sportwart die Seele des Vereins“, schrieb Helmut Hasper in seinem Nachruf.

Aktiver Tennisspieler

Später wechselte er auch zu den Oberliga-Senioren von KTC Wilhelmshöhe. Er organisierte Damen-Grand-Prixturniere, die überregional Beachtung fanden. Selbst die junge Steffi Graf spielte an der Unterau in Bad Hersfeld um Pokalehren.

Beruflich hatte Koch, der zweimal verheiratet war, einen rasanten Aufstieg hingelegt. Zunächst lernte er Weber bei der Firma Rechberg. Er studierte in Kaiserslautern Textilingenieurwesen. Sein Studium fnanzierte er durch Tennisunterricht. Später arbeitete Koch, der schnelle Autos und Zigarillos liebte, bei verschiedenen Reifen- und Textilunternehmen in Frankfurt, Hannover und Amsterdam. Auch bei Adidas war er für eine Zeit beschäftigt.

Der große Wurf

Mit der Übernahme der Firma Corba, ein Vertriebsunternehmen für Nappa- und Alcantara-Leder, die ihren Sitz im Kurpark in Bad Hersfeld hatte, gelang ihm der große Wurf. Er leitete das Unternehmen bis es Ende der 90er-Jahre aufgelöst wurde.

Von Hartmut Wenzel

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