ESV Hönebach hat eine Saison der Superlative gespielt

Wer Meister wird, darf ruhig mal die Vereinsbrille aufsetzen: Die Hönebacher taten das und trugen auf dem einen Auge das Vereinswappen, auf dem anderen den Schriftzug ESV. Am nächsen Morgen konnten sie die Brille sicher auch gut gebrauchen. Foto: Walger

Hönebach. Ungeschlagen sind die Fußballer aus dem Wildecker Ortsteil in die Kreisoberliga Nord Hersfeld-Rotenburg zurückgekehrt.

Vor einem Jahr herrschte beim ESV Hönebach großer Katzenjammer. Die Mannschaft war aus der Fußball-Kreisoberliga abgestiegen. Doch sie blieb zusammen, reparierte den Schaden.

Sie schluckte auch die Kröte, in der ungeliebten Kreisliga A 2 antreten zu müssen, und wurde in dieser ungeschlagen Meister. Willkommen zurück in der Kreisoberliga! Wir schauen noch einmal genauer auf die Supersaison 2015/16, die der ESV als zweitbester A-Ligist Hessens abschloss.

DIE TRAINER

Richtig, es muss die Trainer heißen. Denn in der Winterpause gab es einen Wechsel auf der Kommandobrücke. Benny Tröger, der nach dem Abstieg im Sommer 2015 gekommen war, zog sich aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen in der Winterpause zurück. Seine Bilanz: 16 Spiele, 15 Siege, ein Unentschieden. Tino Jäger setzte Trögers Werk nahtlos fort. Er blieb mit dem ESV in den restlichen 14 Partien ebenfalls ohne Niederlage. Zehn Siege und vier Unentschieden folgten unter seiner Regie.

DIE TORFABRIK

101 Treffer erzielte der Meister, 27 davon Marcel Katzmann, 24 Tim Schwarz. Dass Schwarz von der SG Mühlbach/Raboldshausen nach Hönebach zurückkehrte, erwies sich als der erhoffte Glücksfall. Dadurch mussten sich die gegnerischen Deckungen wieder auf zwei torgefährliche ESV-Spieler konzentrieren.

Zu verschmerzen

Die Torjägerkrone in der A 2 ging mit 28 Treffern allerdings an David Fladung von Vizemeister SV Steinbach II. Aber das können Marcel Katzmann und Kollegen sicher verschmerzen.

DIE GEGNER

Schnell merkten die Konkurrenten, dass sie gegen den ESV ordentlich Prügel einstecken müssen, wenn sie versuchen, mitzuspielen. Also stellten sie sich - gerade in der Rückrunde - hinten rein und errichteten Bollwerke, die nicht leicht zu knacken waren. Und so folgten den makellosen 15 Dreiern aus der Vorrunde in der zweiten Saisonhälfte zehn Erfolge und fünf Unentschieden. Das reichte übrigens nicht, um bestes Rückrundenteam zu werden. Das war die SG Ausbach/Friedewald, die drei Punkte mehr einsackte. Sei‘s drum.

DIE LEISTUNGSTRÄGER

Hier müsste man eigentlich alle Stammspieler nennen, angefangen beim guten Schlussmann Nils Katzmann bis hin zu dessen Bruder, Torjäger Marcel. Zwischen diesen beiden wuselten aber immer neun weitere Kicker über den Rasen. Marius Zilch zum Beispiel, der sich als Neuzugang schnell gut eigefunden hat.

Oder Moritz Kreuzberg, der die Abwehr unaufgeregt organisiert hat. Oder Kapitän Tobias Böttcher, der für seine Elf wertvoll wie eh und je ist. Vor allem aber Mittelfeldmotor und Antreiber Kai Wollenhaupt, der das Herzstück dieses ESV ist. Ihm glückte im Abschlussmatch auch ein ganz besonderes Tor: der 100. Saisontreffer der Hönebacher.

DIE STATISTIK

Der ESV führte die A 2 vom ersten bis zum letzten Spielag als Spitzenreiter an. Er war nicht nur das beste Team von allen, sondern auch das fairste mit 35 gelben und nur einer roten Karte. Ampelkarten gab es gar nicht gegen den Meister, der auswärts mit 39 Punkten fast genauso erfolgreich war wie auf heimischem Gelände (41). An diese Werte reichte kein anderes Team heran.

DER AUSBLICK

Die Mannschaft ist nach dem Abstieg zusammengeblieben und sollte das auch nach dem Wiederaufstieg so halten. Sie ist eingespielt, was ein großer Vorteil ist. Und sie hat Perspektive, wie das Durchschnittsalter von 24,8 Jahren zeigt. Der Spaß am Fußball könnte in der Kreisoberliga noch größer sein als - trotz der vielen Erfolge - zuletzt in der A-Liga.

Denn in der wohl schon Ende Juli beginnenden Saison 2016/17 werden sich die Gegner der Hönebacher bestimmt nicht in ihrem Strafraum einigeln, sondern mitzuspielen versuchen. Was vermutlich nicht jedem Kontrahenten gut bekommen wird.

Von Thomas Walger

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