Handball-Bezirksoberliga Frauen

In Hälfte zwei klappt nichts mehr bei der HSG Waldhessen

+
Tapfer durchgehalten: Trotz eines klaren Rückstands gab es von diesem Trio bis zuletzt akustische Unterstützung für die HSG Waldhessen. 

Wie so oft hat die HSG Waldhessen am Sonntagnachmittag im Derby der Handball-Bezirksoberliga der Frauen zwei Gesichter gezeigt.

VON THOMAS WALGER

Nach desolater zweiter Halbzeit unterlag das Team von Trainer Gerd Mohr dem Kreisrivalen HSG Landeck-Hauneck deutlich 20:30 (10:10). Sie sind mit den Gedanken noch in der Kabine gewesen - dieser Satz ist seit Jahrzehnten fester, immer wieder bemühter Bestandteil der Sportberichterstattung. Und wohl selten hat er so gepasst wie in diesem Derby. 26 Sekunden waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als Franziska Götz die Gäste mit 11:10 in Führung brachte. 182 Sekunden später stand es 10:15, eine weitere halbe Minute später gar 10:16. Und spätestens als Zoe Kunze auf 17:10 erhöht hatte (37.), war das Spiel entschieden.

„Es war, als hätte man in unseren Köpfen in der Halbzeit einen Schalter umgelegt“, sagte Bianca Naumann-Einhorn. Ihr war der rapide Leistungsabfall zu Beginn der zweiten Hälfte genauso unerklärlich wie ihren Kolleginnen oder ihrem Trainer.

Woran es auch gelegen haben mag - die HSG Landeck-Hauneck hatte leichtes Spiel. Die Gastgeberinnen warfen den Ball förmlich weg, wenn sie im Angriff lagen. Oder sie schlossen unvorbereitet ab. Die Folge waren sehr gekonnt vorgetragene und ebenso erfolgreich abgeschlossene Tempogegenstöße der Gäste.

Beim Stand von 10:15 versuchte Gerd Mohr mit einer Auszeit die Notbremse zu ziehen. Vergeblich. Der Landeck-Haunecker HSG-Express rollte unbeirrt weiter. Mohr versuchte es in seiner Verzweiflung mit einer offensiven 4:2-Deckung, doch davon ließen sich flinken Gäste schon gar nicht aufhalten. Dabei nutzten sie die Räume, die sich ihnen jetzt im Positionsangriff boten, noch nicht einmal besonders konsequent aus. Brauchten sie auch nicht, sie erhielten ja zahlose weitere Gelegenheiten, Konter zu laufen.

Und das taten sie mit Bravour. Schnell, mit traumhaft sicheren Pässen erreichten sie immer wieder die Nahwurfzone und konnten sich dann in Ruhe eine Ecke aussuchen, in der sie den Ball schließlich versenkten.

„Bis zum 10:10 waren wir voll im Soll“, sagte Waldhessen-Trainer Gerde Mohr. Ihm hatte gefallen, was er bis zur Pause von seinem Team zu sehen bekam. „Wir waren gut vorbereitet und haben alles gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir waten geduldig im Angriff und hätten sogar mit ein, zwei Toren führen müssen.“

Doch mit Wiederanpfiff änderte sich alles. „Wir haben uns einfach dämlich angestellt, haben gegen die offensive Deckung unseres Gegners den Platz nicht mehr genutzt, hatten keine Tiefe mehr in unseren Angriffen“, ärgerte sich Coach Mohr, „deshalb haben wir auch in dieser Höhe verdient verloren.“

Was er in Zukunft besser machen kann, fiel ihm in einem Anflug von Galgenhumor auch noch ein: „Ich sollte meine Spielerinnen in der Halbzeit nicht mehr so viel loben wie heute.“

HSG Waldhessen:Leinhos, Dehnhardt – Langheld, Dürnbeck (3), Claus (2), Goldbach, Köthe, Heinrich (3/1), Schlosser (2), Wendel (1), Brandau, Naumann-Einhorn (4), Wassermann (5/4). Tore für die HSG Landeck-Hauneck: Kunze 7, Götz 6, Hollstein 5, Sieling 4, Maronn 3/1, Löffler 2, Deiß 2 und Koch 1 Zuschauer:90

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.