Olaf Thon war mit S04-Traditionself zu Gast 

In Machtlos hat Olaf Thon Natur und Ruhe gefunden

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Der Weltmeister in Aktion: Olaf Thon (rechts), belauert von Ralf Schüler.

Olaf Thon, Fußball-Weltmeister von 1990, plaudert nach dem Gastspiel mit den Schalker Oldies über sich, sein altes Urlaubsdomizil bei Rotenburg und seinen Herzensklub.

„Wann haben wir schon mal einen Weltmeister hier beim ESV Ronshausen auf unserer Kehlbergkampfbahn?“, fragte Platzsprecher Heinrich Curth am Smstag beim Gastspiel der Schalker Traditionself in Waldhessen durchs Mikrofon. Selten, ganz selten. Dabei ist Olaf Thon, Fußball-Weltmeister von 1990, wenigstens ein kleines bisschen auch ein Ronshäuser. Oder genauer: ein Machtloser.

„25 Jahre lang hatte ich in Machtlos ein Ferienhaus, erst vor zwei Jahren habe ich es verkauft“, erzählt der 43-jährige Ex-Profi von Schalke 04 und Bayern München. Sein Schwiegervater hätte schon zehn Jahre vor ihm dort ein Ferienhaus gekauft, über ihn habe er Machtlos kennen und schätzen gerlernt.

„Die Natur, die Ruhe, das hat mir gut gefallen. Ich habe hier oft mit meiner Familie Urlaub gemacht. Tennisplatz, Hallenbad, es war ja alles da“, erzählt er. Dass es keinen Handyempfang gab (und immer noch nicht gibt) - hat ihn nicht gestört. „Da stand doch eine schöne gelbe Telefonzelle“, sagt er und schmunzelt.

Turniere halten ihn fit

Heute hat Olaf Thon einen größeren Abstand zum hektischen Fußballgeschäft, in dem er es auf 443 Bundesligaeinsätze gebracht hat. Verbunden ist er ihm aber auch nach seiner Zeit als Spieler geblieben. Die endete 2002 im Trikot von S04 nach mehreren schweren Verletzungen. Von 2005 bis 2008 saß Olaf Thon dann im Aufsichtsrat des FC Schalke, es folgte ein Jahr im Marketingbereich des Klubs. Seit 2012 arbeitet Thon wieder für Schalke, in neuer Rolle als Repräsentant - und als Leiter der offiziellen Abteilung Traditionself.

Bis zu 40 Termine stehen pro Jahr mit ihr an; Spiele und Turniere, mit Olaf Thon auf dem Rasen oder Hallenparkett. Das hält ihn fit. „Ein Viertelstündchen in der Bundesliga würde ich noch schaffen“, sagt der Weltmeister von 1990 und schmunzelt. Als Experte beim Spartensender Sport 1 hält er länger durch, ohne in Atemnot zu geraten.

Im Fernsehen und als Kolumnist muss sich Olaf Thon auch manchmal zu seinen geliebten Schalkern äußern. Für die HNA-Leser tat er das am Samstag auch. Und so verriet der gebürtige Gelsenkirchener, dass es den Schalkern gut zu Gesicht steht, im Hinblick auf die neue Saison erst einmal kleine Brötchen zu backen. 

Wunsch: Kontinuität auf Schalker Trainerbank

Zumal vom Gesicht der Mannschaft derzeit bestenfalls Konturen zu erkennen seien. „Es gibt da noch einige Baustellen oder besser offene Fragen. Wir wissen ja auch noch nicht ganz sicher, ob Torwart Alexander Nübel bleibt. Das wird noch eine wilde Jagd bis zum 2. September.“ Erst dann schließt sich das Transferfenster.

Olaf Thon wünscht sich vor allem mehr Kontinuität auf der Trainerbank. Zehn Chefcoaches haben in den letzten zehn Jahren auf Schalke das Sagen gehabt. „Wenn David Wagner jetzt zehn Jahre im Amt bleibt, dann können wir ja über eine Rückkehr von Domenico Tedesco nachdenken“, sagt Olaf Thon, lächelt breit und weiß: So viel Kontinuität wird es auf Schalke wohl nie geben.

Beendet sein Klub die nächste Saison auf einem einstelligen Platz, dann wäre Olaf Thon zufrieden. „Kommt mehr raus, habe ich nichts dagegen.“

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