Bei einem Freundschaftsspiel nach dem Mauerfall in Blankenheim spielte das Wetter nicht mit

Land unter am Sporthaus

Erinnerungsfoto: Das Bild hinter Glas zeigt die Fußballer des TSV Blankenheim und der SG Suhltal vor ihrem Freundschaftsspiel. Foto: nh

Blankenheim. Genau 25 Jahre ist sie alt, die Pressemitteilung, die Karlheinz Mönch abfotografiert hat und der Redaktion der Rotenburg/Bebraer Allgemeinen überreicht. Beschrieben ist dort ein ganz besonderes Fußballspiel.

2:2 endete auf dem Blankenheimer Sportplatz die Begegnung zwischen dem heimischen TSV und der SG Suhltal. „Fußball über die Grenzen“, lautete die Überschrift. Und das war es auch: nach Kenntnis von Karlheinz Mönch der erste sportliche Vergleich mit einem Klub aus der DDR im Altkreis Rotenburg nach Öffnung der Grenze.

Mönch, damals Sportwart des TSV Blankenheim, hatte Tage zuvor seinen Sportfreund Klaus Dieter Herbst aus Wünschensuhl angerufen. Die Fußballer aus Wünschensuhl und Fernbreitenbach bei Eisenach bildeten die SG Suhltal. Und sie nahmen Mönchs Einladung zu einem freundschaftlichen Vergleich an. Um 13.30 Uhr traf die Karawane der Trabis und Wartburgs am Sportplatz ein. Die Gäste besichtigten Sporthaus und Rasenplatz, Wappenteller wurden getauscht, Bebras Erster Stadtrat Erich Suck war zugegen.

Willy Reyer, Ortsvorsteher Blankenheims und Mitglied im Ältestenrat des TSV, wünschte sich ein „ausgeglichenes Spiel“. Die Kicker erhörten seinen Wunsch – siehe Hintergrund. Nach dem Spiel waren die Tische im Sporthaus zum gemeinsamen Essen gedeckt.

Anschließend luden die TSVer ihre Gäste noch zur am selben Abend stattfindenden Weihnachtsfeier ein – so mancher Preis der Tombola, schildert die Pressemitteilung, ging dabei auch nach Thüringen.

Sorge bereitete allerdings an jenem Abend das Wetter, wie sich Karlheinz Mönch erinnert. Es regnete nämlich ziemlich heftig, und der Pegel der nahe dem Sportplatz verlaufenden Fulda stieg dermaßen, dass die direkte Zufahrt zum Sporthaus bald abgeschnitten war. „Da haben wir einen Traktor mit Anhänger besorgt, der dann wie in einem Pendelverkehr gefahren ist“, sagt Mönch.

Freundschaftsvertrag

Gegen Mitternacht machten die Gäste sich auf den Heimweg. 1990 wollte man sich zunächst in der DDR und dann im Juni bei den Feiern zum 80-jährigen Bestehen des TSV wiedersehen. Im Folgejahr wurde auch ein Freundschaftsvertrag unterzeichnet.

Die SG SV Fortuna Suhltal, wie die Mannschaft heute heißt, kickt mittlerweile in der Staffel 2 der Kreisliga Westthüringen.

Von Rainer Henkel

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