Leichtathletik

Lauf-Ass Philipp Stuckhardt: „Mit Leidenschaft geht das“

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Der Moment des großen Erfolgs: Philipp Stuckhardt im Ziel des Halbmarathons im Kasseler Auestadion. Der Kohlhausener gewann das Rennen mit fünf Minuten Vorsprung vor dem Zweiten.

Der 15. September ist sein Tag: Philipp Stuckhardt, 27 Jahre alter Läufer aus dem Hersfelder Stadtteil Kohlhausen im Trikot des Laufteams Kassel, gewinnt den Halbmarathonwettbewerb des Kassel-Marathons.

Auf 1:08,20 Stunden bleiben die Uhren stehen – Stuckhardt hat fünf Minuten Vorsprung auf den ersten Verfolger. Der Kohlhausener zieht eine Bilanz der abgelaufenen Saison.

„Mein Wechsel zum Laufteam Kassel war die richtige Entscheidung“, stellt er zu allererst klar. Der 27-Jährige war zunächst von der LGA Rotenburg-Bebra zum PSV Grün-Weiß Kassel gegangen, wo ihn Winfried Aufenanger, Ex-Marathon-Bundestrainer, betreute. Als dieser vor einem Jahr das Laufteam Kassel aus der Taufe hob, war seinem Schützling schnell klar: „Ich gehe dahin, wo mein Trainer ist.“

Von Winfried Aufenanger schwärmt Stuckhardt: „Aufi kann einen fantastisch motivieren. Er hat jeden seiner Athleten im Blick; weiß ganz genau, wen er pushen muss und wer vielleicht etwas Beruhigung braucht. Manchmal wundere ich mich, wie er uns alle so präzise im Blick behalten kann.“

Zudem fördere Aufenanger das Teamwork. Im Laufteam sei eine tolle Gemeinschaft entstanden – „nicht alltäglich in einem Sport, in dem die Mannschaftskameraden ja doch auch Konkurrenten sind“, findet Philipp Stuckhardt.

In diesem Klima gediehen auch seine Erfolge: Der Kohlhausener wurde bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften als Achter schnellster Hesse; kurz darauf folgte der Halbmarathon-Triumph von Kassel. „Ich wusste, dass ich die Zeit drauf habe, und habe gespürt: Das ist ein Tag, an dem alles passt. Und sowas muss man nutzen.“

Anders als kurz darauf – ausgerechnet – beim Lollslauf in Bad Hersfeld. Platz vier in der Hessenmeisterschaftswertung des Halbmarathons war eine Enttäuschung für ihn, „zumal in meiner Heimat, da wäre ich gern besser gewesen“, sagt Stuckhardt, der versucht, das Ergebnis rational zu erklären: „Ich hatte seit Januar das Training durchgezogen. Da wusste ich: Irgendwann kommt der Tag X, an dem es eben nicht läuft. Trotzdem: Gerade in Hersfeld wäre ich gern schneller gewesen!“

Philipp Stuckhardt ist kein Profiläufer. Der gelernte Bio-Landwirt ist auf einem Hofgut in Bad Hersfeld angestellt. „Wie ich Arbeit und Training unter einen Hut bekomme, die Frage stelle ich mir oft am Tag“, gibt er lachend zu. „Als selbstständiger Landwirt wäre das schwierig.“

Zweimal in der Woche fährt er nachmittags zum Training nach Kassel, an anderen Tagen läuft er in und um Bad Hersfeld. „Mit Leidenschaft geht das“, sagt Stuckhardt überzeugt.

Diese Leidenschaft soll ihn auch in der neuen Saison zu Erfolgen tragen. Auf den Ergebnissen im Halbmarathon und Berglauf will er aufbauen. Sein erster Lauf über die volle Marathon-Distanz sei dagegen (noch) kein Thema – „das würde mit dem Schnelligkeitstraining kollidieren“.

Denn gerade da hat Philipp Stuckhardt ein ehrgeiziges Ziel: die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften über 5000 Meter auf der Bahn. „Die Schnelligkeit ist da. An dieser Zeit würde ich gern noch schrauben“, gibt der Kohlhausener Einblick in seine Pläne.

Aufenanger ein

großer Motivator

Zweimal pro Woche geht’s nach Kassel

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