Handball-Landesliga

Martin Harbusch führt TG Rotenburg durch grandiose Vorrunde

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Ein starkes Team: Ein Torwartproblem hat die TG Rotenburg nicht. Alexander Dick (links) und Drazen Cica ergänzen und verstehen sich bestens.

Drazen Cica hält, Martin Harbusch trifft - und die TGR hatte gegen den Eschweger TSV den nächsten knappen Sieg gelandet und weiteres Selbstvertrauen getankt.

VON THOMAS WALGER

Ein guter Torwart ist viel wert für eine Mannschaft. Die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg haben sogar zwei starke Keeper. Das machten Alexander Dick in der ersten Halbzeit und Drazen Cica in der zweiten beim 29:28 (10:15)-Heimerfolg über den Eschweger TSV mal wieder deutlich.

Als die Partie gegen Ende auf Messers Schneide stand, war Cica der Fels in der Brandung. Bei Kontern der Eschweger blieb er ganz lange völlig regungslos stehen, während der Gegner auf ihn zurannte. Im letzten Moment ließ Cica blitzartig einmal den Fuß und ein anderes Mal das Knie herausschnellen und rettete.

Das machte ihn zu einem von mehreren Matchwinnern. Der ganz große Auftritt gehörte aber Regisseur Martin Harbusch. Und das lag an der Dramaturgie dieses Spiels. Es stand 28:28, als die Schiedsrichter den Versuch von Eschweges Torwart Thomas Gross, Zeit zu schinden, vier Sekunden vor Ultimo mit einer roten Karte und Siebenmeter ahndeten.

Der zweite ETSV-Keeper Tobias Gleim machte sich auf, den Platz seines Kollegen einzunehmen. Derweil hielt Martin Harbusch den Ball schon in der Hand, den er gleich zum Siegtreffer im Eschweger Kasten unterbringen wollte.

„Ich weiß in so einem Moment schon, dass es sehr wichtig ist, zu treffen“, beschreibt der Rotenburger seine Gefühlslage vor dem entscheidenden Wurf. „Aber ich habe mich relativ sicher gefühlt, obwohl ich ja vorher zwei Siebenmeter verworfen hatte. Man darf sich auch nicht so viele Gedanken machen“, sagt Harbusch. Tat er offenbar auch nicht.

Stattdessen schritt er zur Marke und feuerte den Ball konzentriert und sicher zum 29:28-Siegtreffer ins Netz. Dann hüpfte er mit seinen Kollegen ausgelassen im Kreis. Die Eschweger dagegen, die sich lange als sicherer Sieger gewähnt hatten, verließen mit hängenden Köpfen das Parkett.

Und was, wenn er gescheitert wäre mit seinem Strafwurf? Das wäre bitter gewesen im Hinblick auf die anschließende Weihnachtsfeier, sagt er und lächelt breit.

Ein zufriedenes Lächeln begleitet Martin Harbusch eigentlich schon durch die ganze Saison. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in der Landesliga schon einmal so eine gute Vorrunde gespielt haben“, sagt er. Daran hat er als Spielmacher großen Anteil.

Kurz vor und nach seinem Gastspiel beim TV Alsfeld hatte das Eigengewächs schwere Zeiten bei „seiner“ TGR erlebt. Meist war er in der ersten Mannschaft nur zweite Wahl auf seiner Position, der Rückraummitte. Das war auch in der vergangenen Saison so, als Jendrik Janotta von Trainer Robert Nolte deutlich mehr Spielanteile erhielt.

Als Janotta vor dieser Saison abwanderte, ergab sich eine neue Situation. Nolte baute jetzt auf Harbusch, und der nutzte seine Chance beim Schopf und zahlt mit starken Leistungen zurück. „Es tut mir gut, von Anfang an zu spielen und das Vertrauen zu spüren“, sagt Martin Harbusch. Das erhält er nicht nur von seinem Trainer, sondern auch von seinen Mitspielern. Daran hätte auch ein versemmelter Siebenmeter in der Schlussminute gegen den ETSV nichts geändert.

„Dass wir im Moment die knappen Dinger für uns entscheiden, gibt uns Selbstvertrauen“, sagt Martin Harbusch. Von diesem Selbstvertrauen habe die Mannschaft am Samstag gezehrt und trotz des hohen Pausen-Rückstands an sich geglaubt.

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