Handball-Bezirksliga A/Interview mit Marco Naumann 

Mit einer Task Force will HSG Waldhessen nach oben

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Das Ende einer Ära: Für Trainer Marco Naumann (links) war der erfahrene Aribert Lehn oft sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Doch nun tritt der Routinier von der Handball-Bühne ab.

Die Handballer aus Bebra und Lispenhausen haben die vier Spieltage vor Schluss abgebrochene Saison in der Bezirksliga A als Tabellendritter abgeschlossen.

VON THOMAS WALGER

Rang drei - stolzen zehn Siegen standen vier Niederlagen gegenüber. Wir sprachen mit HSG Waldhessens Trainer Marco Naumann über die Serie 2019/20 und das nächste Spieljahr.

Es lief ziemlich rund für Sie und Ihre Mannschaft, oder?

Das Ziel und die Vorgabe war, im vorderen Tabellendrittel mitzuspielen. Gleich zu Beginn der Saison gab es mit der Niederlage in Neuhof einen herben Dämpfer. Das hat uns gezeigt, dass uns nichts geschenkt wird. Mit Platz drei bin ich vollends zufrieden.

Wo lagen die Stärken Ihres Teams?

Jeder kennt sich schon über Jahre, die Mannschaft ist eingespielt. Weitere Stärken waren unsere Abwehrarbeit und die Torhüterposition. Mit 297 haben wir die wenigsten Gegentreffer in der Liga kassiert. Und kein Gegner hat unseren Johannes Krapf auf dem Zettel gehabt. Er ist erst 19 und hat von Spiel zu Spiel immer mehr gezeigt, was für eine Sprung- und Wurfqualität er besitzt. Mit 79 Treffern ist er Sechster der Torjägerliste der Liga.

Haben Sie in den vergangenen Monaten auch Schwächen gesehen, an denen gearbeitet werden muss?

Ganz klar: unsere Torausbeute. Gerade mal 324 Treffer, im Durchschnitt 23 pro Spiel, haben wir geworfen.

Zwar ging die Tendenz in den letzten drei Spielen nach oben, aber über den gesamten Saisonverlauf hin gesehen, war die Torausbeute zu gering. Hier müssen wir und jeder Einzelne an sich arbeiten.

Bleiben Sie Trainer der Waldhessen-Männer?

Ja, für ein weiteres Jahr habe ich dem Verein meine Zusage gegeben.

Man soll sich ja ehrgeizige Ziele setzen, heißt es. Eine Steigerung wäre Platz eins oder zwei. Ist das realistisch?

Als Trainer setzt man der Mannschaft und sich immer ehrgeizige Ziele. Nach Platz drei heißt es für uns aber erst einmal, dieses Ergebnis in der neuen Saison zu bestätigen. Das wird schon sehr schwer werden, denn mit Aribert Lehn, Sascha Pilz und Sigfried Arnold hören drei ganz erfahrene und wichtige Spieler auf.

Wer soll die Lücken schließen, drängen junge Spieler mit Perspektive nach?

Alle drei werden Lücken hinterlassen, die schwer zu schließen sind. Aus anderen Vereinen Spieler zu bekommen und diese für diese Klasse zu begeistern, ist nicht leicht. Nur mit dem Ziel Aufstieg lässt sich Interesse wecken. Umso erfreulicher, dass es zur neuen Saison eine A-Jugend in der HSG geben wird, in der Perspektivspieler dabei sind. Sie sollen Stück für Stück an die Männermannschaft herangeführt werden und für die Zukunft die Basis bilden.

Bestehen Kontakte zu möglichen Neuzugängen?

Der ein oder andere Kontakt besteht, aber aufgrund der aktuellen Corona-Situation gestalten sich Treffen oder ein Probetraining schwierig.

Trotz der erfolgreichen Saison – die Heimspiele waren nicht gut besucht. Woran liegt das?

Es ist natürlich schwer zu sagen, woran das liegt. Zuhause sind wir bis zum Abbruch ungeschlagen gewesen, sodass unsere Zuschauer Niederlagen nicht kennen (lacht). Das Drumherum bei den Heimspielen – Hallensprecher, Bewirtungsteam und familienfreundliche Spielzeiten – stimmt auch. Wir müssen darauf achten, dass die HSG Waldhessen noch stärker wahrgenommen wird.

Können Sie sich vorstellen, dass die HSG Waldhessen mittelfristig mal den Aufstieg in die Bezirksoberliga anpeilen wird?

Verein und Vorstand arbeitet an dem Ziel Bezirksoberliga. Hierzu wurde im Verein ein Task-Force-Team gebildet. Ziel soll und muss es sein, die Mannschaft innerhalb der nächsten zwei, drei Jahre in die Bezirksoberliga zu bekommen.

Wann starten Sie in die Saisonvorbereitung - und wie soll diese ausssehen?

Der Auftakt wird in dieser Woche sein. Das Training wird sich nach den Richtlinien des DHB und HHV richten. Das heißt, wir werden uns wohl hauptsächlich auf dem Sportplatz aufhalten und unser Training rund um Bebra, Lispenhausen und Rotenburg im Freien gestalten.

Im Juli werden wir dann eine kurze Pause einlegen. Ich hoffe, dass wir nach dem 20. Juli dann wieder ohne Auflagen in die Halle gehen zu können.

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