Richelsdorfer Pfingst-Reitturnier

Mit Pony Peter fing für Steffen Montag alles an

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In Aktion: Steffen Montag, der für den RFV Richelsdorf reitet - hier mit Clarissa beim Zwei-Phasen-S-Springen während des diesjährigen Pfingsturnieres seines Klubs. 

Die Reiter des RFV Richelsdorf sind ausgesprochen erfolgreich in S-Springen unterwegs - einer erhielt als glänzenden Beweis jetzt sein Goldenes Reitabzeichen. 

VON THOMAS WALGER

Angeführt wird die Richelsdorfer Riege von einer Frau, von Amke Stroman. Für Siege und vordere Platzierungen sorgt aber auch immer wieder ein Mann: Steffen Montag. Der Industriemechaniker, der seinen Beruf in der Werkstatt eines Landmaschinenhandels ausübt, sitzt bei Turnieren erst seit ein paar Jahren für den RFV Richelsdorf im Sattel.

Dass er zu dem Wildecker Klub gewechselt ist, liegt auch an der Freundschaft zu Heiner Kohrock. Der sagt: „Ich habe schon seit langem einen guten Draht zu ihm und habe ihn belabert, zu uns zu kommen.“ Heiner Kohrock charakterisiert Steffen Montag mit acht Worten: „Er ist ein feiner, lustiger Kerl, immer hilfsbereit.“

Nicht einmal im Anflug bereut Steffen Montag, sich den Richelsdorfern angeschlossen zu haben. Schließlich hat er bei ihnen seine sportliche Heimat gefunden. „Es ist schön hier. Wir veranstalten drei tolle Turniere im Jahr“, sagt er und legt sich fest: „Dieser Verein wird meine Endstation sein.“

In einem anderen Lebensbereich dagegen herrscht bei Steffen Montag eher so etwas wie Aufbruchstimmung. Erst vor zwölf Monaten hat er seine Isabelle geheiratet, die ebenfalls Reiterin ist. Sie arbeitet bei einer Bank in Bad Hersfeld im Immobilienbereich.

Auf dem Hof der Montags im Sontraer Stadtteil Diemerode leben Pferde, die ihre Eigentümer dort zum Bereiten abgegeben haben. „Das läuft aber nur im Nebenerwerb, und das soll auch so bleiben“, betont Steffen Montag.

Wenn man das Reiten nicht zum Beruf machte, dann bereite es doppelt so viel Spaß, denn dann sei kein wirtschaftlicher Druck da. „Man reitet entspannter“, sagt er. Mit dem Reiten angefangen hat der 32-Jährige mit sechs in seiner thüringischen Heimat. In Faulungen, einem 600-Einwohner-Dorf im Unstrut-Hainich-Kreis, ist er aufgewachsen. Der Pferdesport war ihm, im Gegensatz zu vielen seiner heutigen Konkurrenten, nicht in die Wiege gelegt worden. Seine Eltern waren keine Reiter, aber sie mochten und mögen Pferde. Und sie haben ihrem Sohn ein Pony gekauft und ihn zum Reitunterricht geschickt. Doch Peter, so hieß das Pony, hat den kleinen Steffen zweimal abgeworfen. „Da hatte ich keine Lust mehr“, erzählt Steffen Montag und schmunzelt. Doch seine Mutter setzte ihren Sohn kurzerhand wieder auf den Ponyrücken und führte das Tier am Strick übers Feld. So habe sie verschüttetes Vertrauen wieder aufgebaut.

Seine Eltern hätten ihm das Reiten erst ermöglicht - auch mit finanzieller Unterstützung, sagt der dankbare Sohn. Am Pfingstmontag erhielt Steffen Montag - auch zur Freude seiner anwesenden Eltern - das Goldene Reitabzeichen. Das bekommt nur, wer entsprechende Erfolge vorweisen kann, zum Beispiel zehn Siege in S-Springen.

Dazu braucht es einen guten Reiter und gute Pferde unterm Sattel. Die formt sich Steffen Montag mittlerweile selbst. Im Moment reitet er mit Clarissa, einer zehnjährigen westfälischen Stute, und mit Corano Prüfungen der schweren Klasse S. Auf Corano hat er in Richelsdorf am Samstag Rang vier beim Zwei-Phasen-S**-Springen erreicht, auf Clarissa war er eine Woche zuvor beim S* in Eiterfeld Dritter geworden.

„Corano hat mehr Erfahrung, aber ich glaube, Clarissa ist das bessere Pferd. Sie ist klarer im Kopf“, sagt Steffen Montag. Corano dagegen schaue sich zu gerne um im Parcours. Montags Top-Pferd war jedoch Baluette Dorette, mit dem er sich sich sogar bei Drei-Sterne-S-Springen weit vorne platzierte. Doch Reiten ist ein teures Hobby. Und wenn ein reizvolles Kaufangebot kommt, dann ist eben manchmal eine schmerzhafte Trennung ein Gebot der Vernunft - so war es auch bei Baluette Dorette.

Die Reiterei ist nicht alles im Leben von Steffen Montag. Seine Frau Isabelle und er haben in den vergangenen Jahren viel Energie in den Ausbau ihres Hauses gesteckt, das jetzt fertig ist. Für eigene Kinder? „Ja, irgendwann schon“, sagt Steffen Montag, überlegt kurz und fügt an: „Allzu lange wollen wir damit aber nicht warten.“

Clarissa „ist

klarer im Kopf“

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