Auch Derbysieger Hönebach fühlt sich als Verlierer

Die SG Wildeck muss nachsitzen in der Kreisoberliga

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Auf dem kürzesten Weg zum Tor der SG Wildeck: Der Hönebacher Tim Schwarz (blaues Trikot) setzt sich hier gleich gegen zwei Gegenspieler durch. Rechts streckt Thomas Hermann sein Bein vergeblich nach dem Ball aus.

Hönebach. Fußball-Kreisoberligist ESV Hönebach gewinnt sein letztes Heimspiel gegen seinen Nachbarn SG Wildeck 4:1 (0:0) - Freude kam aber bei keinem Beteiligten auf. „Am Ende sind beide Verlierer“, brachte es ESV-Trainer Tino Jäger auf den Punkt.

Seine Kicker hatten eine hervorragende Saison gespielt, 68 Punkte gesammelt - und stehen in der Abschlusstabelle als Dritter - obwohl punkt- und torgleich mit Vizemeister FSG Bebra - wegen des schlechteren direkten Vergleichs doch mit leeren Händen da. „Schade dass ihr euch nicht belohnen konntet. Ihr habt eine super Saison gespielt, davor ziehe ich den Hut“, schloss Jäger seine Ansprache in der Spielertraube unmittelbar nach Abpfiff.

Derweil lagen die Spieler der SG Wildeck erschöpft auf den Rasen. Sie wussten, dass sie nun die Ochsentour der Relegation vor sich haben, in der sie sich den Klassenerhalt noch sichern wollen.

„Ich bin enttäuscht, aber nur aufgrund des Ergebnisses. Die kämpferische Leistung war in Ordnung. Das schönste Tor des Tages bedeutete die Vorentscheidung“, spielte SGW-Trainer André Krämer auf Fabian Budesheims exzellenten Distanzschuss an, der zum 3:1 im Dreieck eingeschlagen war (79.). Nun gelte es, in der Relegation alles in die Waagschale zu werfen.

Für Krämer geht der 4:1-Endstand in Ordnung. Dabei konnte er allerdings eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. „Nach dem 1:0 haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Mit dem Ausgleich mussten wir aufmachen, und der ESV hat die Konter dann klar ausgespielt. Trotzdem hätte es nicht so deutlich ausfallen müssen“, sagte er.

Es gelte nun, das Erlebnis abzuhaken und am Mittwoch in Heinebach wieder Gas zu geben, wagte er schon einen Ausblick auf das erste Relegationsspiel - in das seine Elf ersatzgeschwächt gehen muss. Bauchschmerzen bereitet Krämer vor allem die Offensive. „Ich habe dort außer Oldie Steffen Rimbach keine Alternativen“, klagt Krämer über mangelnde Torausbeute nicht nur in den letzten Spielen.

Tobias Brill fühlt mit

Einer, der ebenfalls ein wenig mit den Wildecker trauerte, ist Hönebachs Tobias Brill. Er hat für beide Teams schon manche Schlacht geschlagen. Als klassischer Libero bot er beim ESV eine solide Partie, ohne dabei aber richtig gefordert worden zu sein: „Spielerisch hatten wir Vorteile, lediglich der Führungstreffer der SG war gut herausgespielt - mehr war für sie aber auch nicht drin. Als Wildecker finde ich es schade, dass die SG Relegation spielen muss.“

In der ersten Hälfte boten beide Teams fußballerisch nur Magerkost. Einzige Aufreger waren zwei ESV-Aktionen: ein nicht gegebener ESV-Treffer von Marius Zilch wegen Abseitsstellung (43.) sowie ein Lattenkopfball von Stefan Brandenstein. Gleich nach dem Wechsel nahm die Partie dann mit dem 0:1 durch Christian Winter, der einen Flankenlauf von Marc Hofmann eiskalt veredelte, ein wenig Fahrt auf. In der Folge wogte die Spiel hin und her, wobei sich der ESV aber ein Chancenplus erarbeitete. Spätestens mit dem Ausgleich - Fabian Budesheim verlud Keeper Leif Herrmann per Strafstoß eiskalt - bekam der ESV das Spiel in den Grifff. Zweimal Marcel Katzmann und Budesheim machten dann alles klar.

„Neun Spiele in 30 Tagen, kein Trainingsrhythmus möglich und trotzdem solch eine Leistung“, bilanzierte ESV-Coach Jäger anerkennend.

ESV Hönebach: Nils Katzmann - Morgun, Ehmer, Brill, Böttcher, Bommer (Jasiulek), Zilch, Schwarz, Marcel Katzmann, Budesheim, Jäger (31. Brandenstein)

SG Wildeck: Herrmann - Kirschke, Becker, Roth, Veselcic, Klatt, Hermann (72. Heinzerling), Hoffmann, Winter, Radloff, Bagara (54. Steffen Rimbach)

SR: Stöcker (Rotenburg); Z: 200

Tore: 0:1 Winter (46.), 1:1 Budesheim (60., FE), 2:1 Marcel Katzmann (72.), 3:1 Budesheim (79.), 4:1 M. Katzmann (88.)

Von Thomas Becker

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