Von einem Bebraner, der auszog, die Fußball-Welt zu erobern, und der als Weltmeister zurückkehrt

Shkodrans Traum wird wahr

Ein triumphaler Empfang für Bebras WM-Helden: Shkodran Mustafi wird auf dem proppenvollen Rathausplatz von Waldhessens Fußballfans nach der Rückkehr aus Rio gebührend empfangen. Archivfoto:  Eyert/nh

Bebra. Shkodran Mustafi hat im vergangenen Jahr im Kreis Hersfeld-Rotenburg kein einziges Tor geschossen, und doch flogen ihm im Sommer die Herzen der heimischen Fußballfans nur so zu. Der junge Mann aus Bebra hatte seine großen Auftritte in Brasilien. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Und er brachte den heiß ersehnten Titel mit zurück nach Deutschland.

Schon als Shkodran Mustafi in den vorläufigen WM-Kader berufen wurde, war die Verwunderung unter den vermeintlichen Experten groß und die Euphorie in seiner alten Heimat noch größer. „Ich hätte am 13. Juli Zeit“, sagte der Verteidiger, der damals noch bei Sampdoria Genua unter Vertrag stand, Ende im Mai im Interview. Doch dann schien er den 13. Juli, den Tag des WM-Finales, doch mit Freunden im Urlaub verbringen zu müssen. Denn als Bundestrainer Jogi Löw nach dem Abschluss-Trainingslager seinen Kader für Rio reduzierte, fehlte plötzlich der Name Mustafi.

Im letzten Spiel vor dem Abflug verletzte sich dann Marco Reus - und Löw nominierte mit Shkodran Mustafi einen Defensivmann für den offensiven Dortmunder nach.

Die Fachwelt staunte noch mehr, als der Bebraner im ersten Vorrundenspiel gegen Portugal eingewechselt wurde und Superstar Ronaldo in Schach hielt. Es folgten weitere Einsätze gegen Ghana und im Achtelfinale gegen Algerien - da sogar in der deutschen Startelf.

Erst eine Verletzung stoppte Shkodran Mustafi, der den WM-Triumph, das 1:0 gegen Argentinien, von der Bank aus miterlebte. Diesen 13. Juli wird er bestimmt nicht vergessen. Das Selfie, das er anschließend in der Kabine von sich und Kanzlerin Angela Merkel schoss, wird ihn immer daran erinnern.

„Der nächste Wechsel muss sitzen“, verriet Shkodran Mustafi unserer Zeitung direkt vor dem Empfang in seiner Heimatstadt. Einige Top-Klubs buhlten um den frisch gekürten Weltmeister, der FC Valencia machte das Rennen. Und da es bis dahin im Jahr 2014 für Shkodran Mustafi schon so prächtig gelaufen war, knüpfte er in Spanien einfach daran an. Dass Valencia in dieser Saison die Champions-League-Plätze ins Visier genommen hat, daran hat Stammspieler Shkodran Mustafi seinen Anteil. Nicht nur wegen seiner Qualitäten in der Defensive. Denn auch vorne klappt’s, drei Treffer hat er schon erzielt.

Und dann gab es ja auch noch das letzte Länderspiel des Jahres. Mit Mustafi, in Spanien. Wieder schenkte Löw dem Bebraner das Vertrauen. Diesmal nicht, wie bei der WM, als Außen-, sondern als Innenverteidiger. Deutschland gewann mit 1:0 und einem souveränen Abwehrchef Shkodran Mustafi.

Von Thomas Walger

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.